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12. Juni 2017

Was bedeutet die Senkung des Referenzzinssatzes?

Der Referenzzinssatz ist erneut gesenkt worden. Für viele Mieter hat das positive Folgen, erklärt Thomas Kaufmann, Fondsmanager Aktien und Immobilien der Migros Bank.

Mietzins: So viel kann man sparen

Am 1. Juni war es so weit: Das Bundesamt für Wohnungswesen hat den Referenzzinssatz für Wohnungsmieten um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gesenkt. Mieter bestehender Wohnungen können nun eine Reduktion des Mietzinses einfordern – und mit den gesparten Ausgaben einen nicht zu unterschätzenden Einkommensbeitrag realisieren.

Die Reduktion des Referenzzinssatzes im Wohnungswesen kann, sofern sich dadurch der Mietzins reduzieren lässt, durchaus positive Folgen für die Vermögensbildung von Frau und Herrn Schweizer haben. Mit der Referenzzinssatzsenkung um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent hat man als Mieter Anspruch auf eine knapp drei Prozent tiefere Miete.
Bei einem monatlichen Mietzins von 2000 Franken sind dies Fr. 58.20 pro Monat oder Fr. 698.40 jährlich (siehe Tabelle). Noch höher ist die Ersparnis, wenn man bereits vor dem 2. Juni 2015 – dem Datum der letzten Senkung – in die Wohnung eingezogen ist und bisher noch nicht von einer Mietzinsreduktion profitiert hat.

Da nicht alle Vermieter den Mietzins unaufgefordert den neuesten Gegebenheiten anpassen, sollte man als Mieter falls nötig selbständig eine Reduktion der Miete einfordern. Wenn der Anspruch auf eine Mietzinssenkung gegeben ist, kann man beim Vermieter ein schriftliches Senkungsbegehren einreichen. Dieses muss fristgerecht – zehn Tage vor dem im Mietvertrag vereinbarten Kündigungstermin – beim Vermieter eintreffen. Musterbriefe findet man im Internet, etwa auf der Website des Mieterverbands. Damit man den Antrag später beweisen kann, empfiehlt es sich, das Dokument per Einschreiben zuzustellen.

Der Vermieter muss von Gesetzes wegen auf das Begehren eingehen. Er kann die Senkung aber mit der Inflation und mit gestiegenen Unterhalts- und Betriebskosten verrechnen. Im Internet finden sich diverse Berechnungsmodelle, die einen Eindruck von der möglichen Mietzinsreduktion vermitteln. Was anfänglich vielleicht nur nach einem kleinen Sparbetrag aussieht, kann über die Jahre zu einer beachtlichen Summe anwachsen. In einer anhaltenden Tiefzinsphase wie der heutigen stellt dies eine Form von zusätzlichem Einkommen dar, das nicht zu unterschätzen ist. 

Autor: Thomas Kaufmann