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27. Dezember 2016

Warum haben wir Angst?

Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen zu aktuellen Themen. Diese Woche will Janis (7) aus St. Margrethen SG wissen, warum wir Angst haben.

Warum haben wir Angst?

Die Angst ist wie ein Hund: Sie macht uns wachsam und kann uns beschützen. Sie kann uns aber auch in Anspannung versetzen. Im schlimmsten Fall beisst sie sich an uns fest.

Ob man sie als schützender Begleiter oder als Angreifer erlebt, hängt davon ab, wie man ihr begegnet. Eine «gute» Angst warnt uns vor Gefahren. Sie ruft zum Beispiel: «Stopp! Spring nicht von diesem Turm runter, sonst tust du dir weh.» Sie drängt uns dazu, kopflose Pläne aufzugeben. Hätten wir Menschen keine Angst, könnten wir nicht leben. Wir würden Dinge wagen, die tödlich enden.

Andererseits können wir auch nicht leben, wenn wir uns zu sehr und zu oft fürchten. Wenn uns die Angst angreift und Macht über uns gewinnt, werden wir starr und lieblos. Überfällt sie uns nachts im Dunkeln, macht sie uns steif und unglücklich und raubt uns den nötigen Schlaf.

Also sollten wir die Angst «erziehen» und geschickt mit ihr umgehen. Frage sie doch mal ganz freundlich: «Hallo, was willst du mir eigentlich sagen?» Sie wird zahmer, wenn man mit ihr redet.

Auch hilft es, wenn du das, was dich ängstigt, auf ein Blatt malst. Du kannst die Angst auch an die Leine nehmen, indem du singst. Dann atmest du wieder frei. Im Dunklen reicht schon ein kleines Licht, um sie zu zügeln, oder ein amüsanter Gedanke, der deine Fantasie wieder hell macht.

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Autor: Gabriela Bonin