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03. September 2013

Wandern durch Europas (fast) schönste Weinlandschaft

Das deutsche Markgräfler Land ist vielen Schweizern wenig bekannt, obwohl es sich unweit der Schweizer Grenze befindet. Zum Wandern ist es gerade in diesen Tagen ideal – mit einem speziellen Grund.

Weinlandschaft Bad Bellingen
Weinlandschaft Bad Bellingen

Nicht ganz unbescheiden sagt der baden-württembergische Tourismusminister Alexander Bonde: «Das Markgräfler Wiiwegli führt durch die schönste Weinlandschaft Europas.» Deswegen wurde der 77 Kilometer lange Weinwanderweg zwischen Freiburg und Weil am Rhein mit dem «Artvinum Award 2013» ausgezeichnet. Begründung: Das Markgräflerland sei mit den zahlreichen Winzern, Gasthäusern, Besenbeizen sowie seinem Wanderangebot ein «Vorbild für die gelungene Verbindung von Wein und Tourismus».

Der Spätsommer und der Herbst ist die ideale Zeit, um den in insgesamt vier Etappen aufgeteilten Weg zwischen Freiburg und Weil am Rhein an der Schweizer Grenze zu einigen erholsamen Tagen zu nutzen. Denn wenn die Vorbergzone des südlichen Schwarzwalds in ein herbstlich buntes Gewand schlüpft, zeigt sich das südliche Markgräflerland von seiner besten Seite: eine reiche Kulturgeschichte, Natur- und Weinlandschaften, kulinarische Genüsse und Thermen mit Wellness-Oasen in Badenweiler und Bad Bellingen.

Beim Start von Weil am Rhein im Süden aus gelangen Wanderer auf dem Wiiwegli besonders schnell ins Herz des Markgräflerlands, das geprägt ist durch sanfte Rebhänge, Laubwälder und Streuobstwiesen. Die Ausschilderung des Wiiweglis mit der gelben Traube vor rotem Rhombus sorgt für eine eindeutige Markierung der Wegstrecke. Erster Höhepunkt ist der Aufstieg auf den Tüllinger Berg. Von dort erschliesst sich ein weiter Rundblick auf Basel und den Jura sowie auf die Burgundische Pforte und die Vogesen. Auf der weiteren Wegstrecke in Richtung Bad Bellingen gibt es in kleinen Dörfern die für die Region typischen schlichten Kirchen mit ihren Wandmalereien aus der mittelalterlichen Zeit zu entdecken. Ein solches Kleinod ist die Peterskirche in Blansingen aus dem 15. Jahrhundert, deren gut erhaltene Wandbilder zu den schönsten Zeugnissen mittelalterlicher Kunst am Oberrhein zählen. Bedeutende Weinbaugeschichte wurde in Bad Bellingen geschrieben, wo bereits im Hochmittelalter Wein angebaut wurde. Um das Jahr 1150 verfügte das damals ansässige Kloster Muri über die älteste deutsche Rebordnung, die den Winzern erlaubte, ein Sechstel ihres Traubenmostes selbst zu behalten. Bad Bellingen ist auch deswegen ein ideales Etappenziel, weil der Wanderer seine ermüdeten Beine bei einer Massage oder einem entspannenden Thermenbad in den Balinea-Thermen wieder auf Trab bringen kann.

Wiiwegli Auggen
Wiiwegli Auggen

In Müllheim, dem Zentrum des Markgräflerlands und Ziel der zweiten Tagesetappe, gibt die Touristik-Information (Tel. + 49 7631 801 500) Auskunft über Winzer, bei denen man beim «Herbschten», wie die Weinlese auf alemannisch genannt wird, mithelfen kann.

Vom 12.-16. September findet übrigens das Auggener Winzerfest zum 58. Mal statt. Es ist das grösste Badische Winzerfest, Vom 27.-30. September geht dann das grösste markgräflerländische Winzerfest in Efringen-Kirchen über die Bühne,

Informationen zum «Markgräfler Wiiwegli» und der ganzjährig buchbaren Pauschale «Wandern ohne Gepäck» gibt es unter Wandern-schwarzwald.info . Das sechstägige Arrangement «Wiiwegli» mit fünf Übernachtungen, Gepäcktransfer und Lunchpaketen kann ab 425 Euro pro Person bei der Schwarzwald Tourismus GmbH gebucht werden (Tel. +49 77 21 84 64 10). 30 Seiten «Wiiwegli» mit Reportagen, Tourentipps, Fotos und einer Übersichtskarte des Markgräflerlands gibt es ebenfalls bei der Schwarzwald Tourismus GmbH.

Autor: Reto Wild