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03. März 2014

Walt-Disney-Filme: Die Top Ten

Tom Hanks spielt im neuen Film «Saving Mr. Banks» keinen Geringeren als den grossen Filmproduzenten Walt Disney. Kennen Sie dessen wichtigste Filmerfolge? Unsere besten zehn – welches ist Ihr absoluter Favorit? Stimmen Sie ab.

Balu (rechts) und Mogli
Kleiner Kurs zum Sinn des Lebens: Balu (rechts) und Mogli. (Bild: Keystone)

Walt Disney (1901–1966) begann in der Kindheit zu zeichnen. Nach dem Ersten Weltkrieg (als Ambulanzfahrer) startete er mit Werbefilmen, gleich danach verfasste er mit Bruder Roy erste Trickfilm-Kurzfilme. Am bekanntesten ist die Alice-Comedies-Reihe. Was viele Walt-Disney-Fans erstaunen mag - Disney konstruierte sehr früh gezeichnete Figuren mit realen Schauspielern: Erstmals mit Kater Karlo, der ältesten der Micky-Figuren, Jahrzehnte später im Klassiker Mary Poppins. Derartige real-künstliche Kombinationen kehrten erst in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein zweites Mal als Boom zurück. Ab 1923 etablierte sich Walt Disney mit Roy als Chefbuchhalter und Art Director Ub Iwerks in Los Angeles’ Filmwelt. Bald übertrug er das Zeichnen ausschliesslich Iwerks und konzentrierte sich auf die Konzeption und Umsetzung. Mit den Anfängen des Tonfilms setzte er auf Musik- und Toneffekte, weitere bekannte Figuren waren der lustige Hase Oswald, ebenfalls 1927 kam bereits der erste Micky-Maus-Streifen («Plane Crazy») heraus, im Jahr darauf feierte Minnie-Maus Premiere («Steamboat Willie»).

Neben den Micky- und später Donald-Duck-Klassikern bildeten in der Disney-Geschichte die Disneyland genannten Fernsehgefässe ab Beginn der 50er-Jahre einen weiteren Pfeiler des erfolgreichen Konzerngeschäfts. Darin trat Moderator Walt Disney selbst als eine Art väterlicher Märchenonkel auf, so wurde er als Figur zum bekannten Kulturgut einer Generation – worauf sich in «Saving Mr. Banks» auch die von Tom Hanks verkörperte Disney-Figur mit bezieht. Als dritter Pfeiler dürfen ab 1948 («Robbeninsel») verschiedene aufwendige Dokumentarfilme angesehen werden.

Weil die meisten europäischen Fans und Kenner mit Micky und Co. eher das «Lustige Taschenbuch» als Filme verbinden und die meisten Dokumentarfilme etwas in Vergessenheit geraten sind, bleiben ganz klar grosse klassische Trickfilm- und Animationshits zwischen den 30er-Jahren und der Jahrtausendwende im Gedächtnis haften. Auffallend, dass mehrere davon ihren Stoff aus Märchen bezogen haben. Die ersten Filme sind bei United Artists erschienen, die grössten Kassenerfolge jedoch erst bei RKO Pictures.
Hier die Top Ten des Migros-Magazins – wählen Sie rechts den besten Disneyfilm in der Abstimmung. Natürlich können Sie als Kommentar unten auch einen weiteren Lieblingsfilm des Hauses Walt Disney anfügen.
1. Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937): Der erste abendfüllende Trickfilm, inflationsbereinigt noch immer in den ersten zehn Verkaufserfolgen an der Kinokasse und laut American Film Institute unter den besten 100 Filmen überhaupt. Die Brüder-Grimm-Welt erhält mit grosszügigem Strich und eingängigen Bewegungsmustern viel Drive.
2. Pinocchio (1940): Eine kindgerechte, wenn auch mehrheitlich todtraurige Geschichte. Herausragend sind die vorlagengetreu hölzern gezeichneten Räume und Figuren.
3. Bambi (1942): Fantasia setzte mit der Abstimmung von klassischer Musik (Beethoven, Tschaikowski …) zu animierten Bildern einen Meilenstein, doch der fast gleichzeitig produzierte erste Bambi-Film (wie Nr. 1 unter der Regie von David Hand) prägte sich durch herzerweichende Handlung, vor allem aber konsequente Vermenschlichung von Tierfiguren längerfristig ins Gedächtnis ein.
4. Die Schatzinsel (1950): Regisseur Barron Haski landete bereits wenige Jahre nach dem Krieg einen Grosserfolg des (nicht gezeichneten) Abenteuerfilms. Wer Long John Silver und seine Mannen in dieser Version hat träumen und wüten sehen, vergisst spätere Umsetzungen des berühmten Romans von Robert Louis Stevenson. Alternative: Der Jules-Verne-Stoff «20 Meilen unter dem Meer».
5. Alice im Wunderland (1951): Wer die mitunter drastischen Farb- und Dekor-Exzesse eines Tim Burton weniger schätzt, der ist beim Jahrzehnte älteren, viel zurückhaltenderen Disneyfilm genau richtig. Die inhaltlichen Finessen von Lewis Carrolls Geschichte kommen viel besser zur Geltung.
6. Die Wüste lebt (1953): James Algars gut einstündiger Dokfilm, primär gefilmt in der Sierra Nevada und dem Kaskadengebirge, schildert mal aus der Nähe, mal in informativeren Grosseinstellungen mit Kommentar, wie sich Tiere an ihre schwierigen Lebensbedingungen anpassen. Noch immer eindrücklich.
7. Mary Poppins (1964): Der glatt 140-minütige Spielfilm von Robert Stevenson (Regie), zur Hauptsache basierend auf den Romanen von P. L. Travers. Einzigartig in der Umsetzung der für die Zeit bisweilen queren Erziehungsideen in einigen fantastisch-markanten Momenten.
8. Das Dschungelbuch (1967): Regisseur Wolfgang Reithermanns Exotik aus dem Dschungel schlug erstaunlich ein. Besonders der Mix aus den für Hauptfigur Mogli, ein Findelkind, gefährlichen Situationen und witzig-leichten Blödelmomenten mit Bär Balu ist bis heute unübertroffen. Manches Kind hatte erst danach einen Begriff von ‚Ruhe und Gemütlichkeit‘. Walt Disney begleitete einen Grossteil der Produktion, starb jedoch einige Monate vor Fertigstellung.
9. Der König der Löwen (1993): Ein Shakespear-schweres Drama, das aber auch Kinder nach dem ersten Schulalter ideal auf eine Reise durch das Familiendrama und eine berührende Liebesgeschichte mitnimmt – alles mit der mal feinen, mal bombastischen Musik von Hans Zimmer.
Andere jüngere Disney-Liebhaber(innen) ziehen Lion King andere, oft etwas leichtere beziehungsweise spielerischere Animationshits vor: die raffinierte Little Mermaid, die bahnbrechenden Finding Nemo oder Ratatouille.
10. Piraten der Karibik (ab 2003): Die Piratenserie mit einem hochkomischen Johnny Depp und weiteren Stars setzte mit ihrem Mix aus Adventure, Humor und raffiniertest animierter Action für lange Zeit neue Massstäbe.
Zugegeben, mit obiger Auswahl verfolgen wir eher eine klassische Walt-Disney-Schiene. Betrachtet man die grössten DVD- und Blu-ray-Verkaufshits der letzten zehn Jahre, dominieren die mehrheitlich auch an der Kinokasse einträglichen Produktionen. Dabei verlässt man immer mehr die Märchenwelt und trifft mitunter auf Action- und Unterhaltungsstreifen ohne jegliche Animation.
Die grössten fünf DVD-Verkaufshits von Walt Disney seit 2004:
1. Finding Nemo
2. Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl
3. Ratatouille
4. Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest
5. Cars

Die grössten fünf Blu-ray-Verkaufshits von Walt Disney seit 2004:
1. Avengers
2. Pirates of the Caribbean: On Stranger Tide
3. Alice in Wonderland
4. Prince of Persia
5. Lion King

(Quelle: Walt Disney Schweiz)

Autor: Reto Meisser