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15. April 2013

Vorsicht: Geld weg!

Seniorinnen und Senioren setzen sich im Alter besonderen finanziellen Gefahren aus. Mit dem sogenannten Enkeltrick erschlichen Kriminelle zuletzt über 400'000 Franken. So schützen Sie sich gegen die gängigsten Gaunereien.

Enkeltrick
Der Enkeltrick ist eine beliebte Masche, um Seniorinnen und Senioren zu betrügen (Bild: iStock Photo).

Sämtliche Ersparnisse innert eines Tages weg? Leider oftmals Realität. Mit zunehmendem Alter werden Menschen immer häufiger Opfer krimineller Aktivitäten. Besonders bedrohlich sind zum Beispiel sogenannte Phishing-Attacken bei Bankgeschäften via Internet. Grosse Gefahr geht ebenfalls von Gaunern aus, die sich als Angehörige ausgeben und um hohe Geldsummen bitten. Aber keine Angst: Migrosmagazin.ch zeigt, wie die verbreitetsten Tricks der Kriminellen funktionieren und wie Sie sich dagegen schützen.

Enkeltrick

Ein aktueller Fall ist besonders erschütternd: Vor zwei Monaten erhielt ein Rentnerehepaar einen Telefonanruf von einer Frau, die sich als ihre Enkelin ausgab. Sie stecke in finanziellen Nöten und brauche Geld für ein Auto und den Kauf einer Immobilie. Dabei agierte sie so überzeugend, dass die über 70-Jährigen einwilligten, ihre angebliche Verwandte mit 170'000 Franken zu unterstützen. Die Frau gab sich mit diesem Betrag jedoch noch nicht zufrieden und bat in späteren Anrufen um noch mehr Geld. Insgesamt übergibt das Ehepaar 410'000 Franken an einen unbekannten Boten. Das ist leider nur ein Beispiel von vielen. Der sogenannte Enkeltrick wird oft genutzt, um von unbescholtenen Seniorinnen und Senioren Geld zu ergaunern.

Beugen Sie vor: Gehen Sie nicht auf solche Telefongespräche ein und beenden Sie den Anruf umgehend. Kontaktieren Sie anschliessend Ihre richtigen Verwandten per Brief, E-Mail oder gespeicherter Telefonnummer und fragen Sie nach, ob diese um Unterstützung gebeten haben oder nicht. Übergeben Sie niemals Geldsummen an unbekannte Personen und alarmieren Sie selbst bei geringem Verdacht die Polizei.

Im Online-Banking

Wer seine Bankgeschäfte zu Hause am Computer erledigt, ist besser geschützt als bei den traditionellen Transaktionen am Schalter. Der Grund: Für die Bezahlung Ihrer Rechnungen müssen Sie keine hohen Geldsummen mit herumrumtragen, sondern erfassen Ihre Zahlungsaufträge bequem in den eigenen vier Wänden. Leider droht beim E-Banking eine andere Gefahr: Kriminelle fälschen mittels sogenanntem Phishing die Webseiten von Bankinstituten, um an die Zugangsdaten der Kunden zu gelangen. Wenn das klappt, greifen sie auf fremde Konten zu und transferieren das gesamte Vermögen auf ein beliebiges Konto. In der Vergangenheit zeigten sich viele Banken zwar kulant und ersetzten das verlorene Geld. Aber trotzdem ist es ein Schock, wenn beim nächsten Blick auf den Kontostand ein grosser Betrag fehlt.

Beugen Sie vor: Phishing-Versuche gestalten laufen immer gleich ab. Kriminelle versuchen Bankkunden auf ihre gefälschten Webseiten zu locken und zur Eingabe der Zugangsdaten aufzufordern. Deshalb gilt: Klicken Sie niemals einen Link an, der angeblich zur E-Banking-Plattform Ihrer Bank führt. Tippen Sie zum Beispiel www.migrosbank.ch immer von Hand ein und klicken Sie den E-Banking-Zugang manuell an.

Am Geldautomaten

Bei Geldbezügen am Bankomaten kann das Konto stärker belastet werden als gewünscht. Dies ist möglich, wenn Kunden unbewusst einen mutwillig manipulierten Bankautomaten nutzen. Beim sogenannten Skimming installieren Kriminelle ein Lesegerät beim Karteneinzug und eine winzige Kamera oberhalb des Tastenfeldes. Die Geräte kopieren den Magnetstreifen bzw. filmen den Bankkunden bei der Eingabe des PIN-Codes. Beide Informationen nutzen die Urheber dazu, ein Kartenduplikat zu erstellen. Das passiert leider oft unbemerkt und wird erst bei der Kontrolle der monatlichen Kontoauszüge entdeckt.

Beugen Sie vor: Achten Sie vor dem Einführen der Geldkarte auf Ungewöhnliches. Wenn Sie zum Beispiel bewegliche Teile am Bankomaten entdecken, sollten Sie diesen keinesfalls nutzen. Fällt Ihnen nichts Spezielles auf, decken Sie bei der Eingabe des PIN-Codes mit der freien Hand unbedingt das Tastenfeld ab. So lässt sich vermeiden, dass beide Informationen (Magnetstreifen und PIN) übermittelt und Kopien der Karte erstellt werden.

Autor: Reto Vogt