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26. November 2012

Vorfreude ist die schönste Freude

Die Türli am Adventskalender öffnen, Guetsli backen, Geschenke basteln, Wunschzettel malen: Die Adventszeit hält für Kinder viele besondere Momente bereit. Für das Migros-Magazin haben Jungen und Mädchen in einer Serie zu Papier, Farbe, Leim und Schere gegriffen, um zu zeigen, was sie sich von Weihnachten erhoffen.

Annika
Annika würde gerne einmal draussen feiern: mit ganz 
vielen Geschenken und einem riesigen Tannenbaum.

WIE SIEHT WEIHNACHTEN FÜR DICH AUS?
Schickt uns Eure Fotos! Fotografiert das beste Geschenk oder den originellsten Christbaumschmuck, den ihr gebastelt habt, den schönsten Wunschzettel, den Ihr angefertigt oder die schönsten Guetsli, die Ihr gebacken habt. Ist der Adventskalender das beste an der Adventszeit? Habt Ihr ein Bild zu «Jingle Bells» oder einem andern Weihnachtslied im Kopf? Oder ist für Euch der schönste Heiligabend pinkfarben?
Malt, bastelt, zeichnet für uns! Fotos der eingesandten Werke zeigen wir in der Weihnachtsausgabe des Migros-Magazins.

SO MACHT IHR MIT
Sendet uns das Bild (möglichst JPG-Format mit über 650 px Breite) von Eurem Werk zusammen mit dem Vornamen, Alter, Wohnort und einem erklärenden Satz zum Bild oder was Weihnachten für Euch bedeutet bis zum 9. Dezember 2012 per Mail .

DIE PORTRÄTS

Annika, 7 Jahre

Ich sehe das Christkindli nie.

Für die siebenjährige Annika ist die Adventszeit voller Zauber und Magie. Das beginnt schon mit dem Adventskalender, geht beim Guetslibacken mit Opa und Grosi weiter und erfährt seine Krönung am 24. Dezember. Dann gilt es, zunächst das letzte Törli des Kalenders zu öffnen. «Auf das bin ich immer am meisten neugierig», sagt Annika, «denn es ist das grösste von allen.» Doch danach wirds noch spannender: Gegen Abend verzieht sie sich mit ihrem Bruder und den Grosseltern ins Kinderzimmer, während die Eltern in der Stube den Christbaum schmücken. Nach einer gefühlten Ewigkeit läutet das Glöcklein, das den Heiligabend eröffnet. Die Familie isst etwas Gutes — Annika am liebsten Kürbissuppe — und singt Weihnachtslieder. «Zum Beispiel ‹Schneeglöggli klingelingeling›», sagt Annika. Der Papa spielt dazu auf der Trompete.

Annika würde gerne einmal draussen feiern: mit ganz vielen Geschenken und einem riesigen Tannenbaum.
Es kann nie genug glitzern: Annika schmückt ihr Werk mit Pailletten und Glitter.

Annika kann sich auch eine andere Weihnachtsfeier vorstellen. «Ich würde Weihnachten gerne mal draussen feiern», sagt sie. Mit ihrem Gemälde illustriert sie, wie das aussähe. Unter dem riesigen Tannenbaum stapeln sich gigantische Päckli, während Maria und Josef das Jesuskind präsentieren. Fünf lächelnde Wolken gucken zu, viele Engel schwirren umher, und über allem leuchtet der Stern von Bethlehem. Die Geschenke, erklärt Annika, werden vom Weihnachtsmann eingepackt und vom Christkindli verteilt. Eins wundert Annika aber schon: «Ich sehe das Christkindli nie!», sagt sie. Ihre Augen glänzen, und es ist klar, dass dies einen Teil der Magie ausmacht.

Jakob, 6 Jahre

Als Pirat würde ich den ganzen Tag übers Meer fahren.

Jakob (6) möchte gerne Pirat werden, wenn er gross ist — «wegen der Kanonen», wie er erklärt. Er hat auch klare Vorstellungen davon, was so ein Profipirat tut: «Als Pirat würde ich den ganzen Tag übers Meer fahren.» Das weiss der Kindergärtler aus seinen zahlreichen Piratenbüchern. Er besitzt auch ein Piratenoutfit inklusive Augenklappe, einen Piratenbären mit Stirnband aus Dänemark — genannt «Däne» — und natürlich ein Piratenschiff.

Jakobs Ein-Wunsch-Zettel: Mit einer Pirateninsel von Playmobil würde ihn das Christkind glücklich machen.
Jakobs Ein-Wunsch-Zettel: Mit einer Pirateninsel von Playmobil würde ihn das Christkind glücklich machen.

Fehlt nur noch die Insel. Die wünscht sich Jakob von ganzem Herzen vom Christkind. Und deshalb hat er als eine Art Wunschzettel seine Traumpirateninsel gemalt. Sie ist mit Bäumen bewachsen und von zahlreichen Haifischen umgeben. Auf der Insel leben auch Seesterne und mit Pistolen bewaffnete Piratenkrebse. Auch einen Schatz gibt es. Was da drin ist? «Keine Ahnung», sagt Jakob. Hingegen kann er genau Auskunft geben über seine eigene Schatzkiste. Die hat er an der Party zu seinem fünften Geburtstag zusammen mit seinen kleinen Gästen gesucht und gefunden. Eine Karte wies den Weg, durchs halbe Dorf bis zum Baumhaus im Garten, wo die Kiste versteckt war. Darin bewahrt Jakob nun Tickets von seinen Reisen auf, Fotos von Schiffen, die zerfledderte Schatzkarte, geheimnisvolle Dosen und sogar echtes Geld aus verschiedenen Ländern der Welt. Ein echter Pirat eben.

Autor: Yvette Hettinger

Fotograf: Sonja Ruckstuhl