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03. November 2014

Von Software zur virtuellen Uni

Keine Lust auf das Gerangel im Hörsaal? Oder gar keine Zeit, um an die Uni zu reisen? Diese Angebote machen das virtuelle Studieren möglich. Dazu porträtiert das Migros-Magazin drei Fernstudent(inn)en («Wir Telestudenten»).

Auf Coursera.org gibts kostenlose Univorlesungen
Auf Coursera.org gibts kostenlose Univorlesungen (Bild: Screenshot).

Vorlesungen via Internet sind beliebter denn je. In der Schweiz hat sich die Zahl der laufenden Kurse innerhalb eines halben Jahres von 26 auf 41 fast verdoppelt. In Europa stieg die Anzahl im gleichen Zeitraum von 408 auf 729 angebotene Kurse. Die erfolgreichsten davon erreichen weltweit über 150'000 Teilnehmer. Obwohl die angebotenen Kurse im Schnitt nur sieben Prozent beenden, sind das je nach Lehrveranstaltung immer noch Tausende. Die folgenden Möglichkeiten gibts heute in der Schweiz:

Fernstudien: Höhere Fachschulen verfügen von einzelnen Kursen bis zu ganzen Weiterbildungsprogrammen über ein breites Angebot an Unterlagen, die online runtergeladen werden können. Viele Kurse und Abschlüsse sind aber nicht eidgenössisch anerkannt. Eidgenössisch und nach Bologna-Richtlinien anerkannt sind die Studien an der Fernuni Schweiz und an der Fernfachhochschule Schweiz .

Massive Online Open Courses (MOOCs): Diese virtuellen universitären Vorlesungen sind kostenlos, zudem jedermann zugänglich. Sie dienen als Vor- oder Nachbereitung von realen Vorlesungen im Hörsaal. Die Dozenten fertigen eigens für die Online-Vorlesungen Clips an und reichern sie an, etwa mit Charts und Animationen. Weltweit bieten etwa 60 Universitäten MOOCs an, aus der Schweiz sind es seit längerem die Uni Genf und die ETH Lausanne (EPFL). Im November 2013 hat die Uni Zürich erstmals eine erste Online-Vorlesung durchgeführt.

Spezielle Software: Zwei Studenten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben eine Software entwickelt, die es erlaubt, ohne spezielle Software, sondern per einfachen Mausklick auf einen Weblink Vorlesungsmitschnitte zu konsumieren – vorläufig am am Handy, iPad oder Laptop. Bald sollen zudem spezielle Mini-Computer für die neue Software gebaut werden, die es erlauben, jeweils zwei Aufnahmen zu kombinieren: Jene des Dozenten jene seiner Präsentionsunterlagen.

Online-Universität: Die «Freie Universität Berlin» ist die erste Online-Universität im deutschsprachigen Raum und seit Oktober 2013 aufgeschaltet. Die Kurse sind kostenlos und zum Teil jedermann zugänglich. Sie genügen nicht für einen Uni-Abschluss, einzelne davon bringen aber Bologna-Punkte, die sich an ein Studium anrechnen lassen.

Autor: Yvette Hettinger