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10. September 2012

Von der südfranzösischen Metropole ins Inselparadies

Marseille ist die zweitgrösste Stadt Frankreichs und das beliebteste urbane Reiseziel in der Provence. Nach dem Stadtbesuch empfiehlt sich ein Ausflug auf der Insel Porquerolles. Die praktischen Tipps der Reisereporterin zur Marseille-Reise.

Insel Porquerolles bei Hyères
Ansicht der Insel Porquerolles bei Hyères.

Der Extra-Tipp: Die Insel Porquerolles

Für diejenigen, die nach ein paar Tagen Grossstadt Lust auf Strandromantik verspüren, bietet sich ein Abstecher auf die kleine Insel Porquerolles an. Mehrmals täglich fahren Züge von Marseille nach Hyères. Dort mit dem Bus Nr. 67 bis zum Hafen La Tour Fondue fahren, wo die Fähren nach Porquerolles ablegen (Fahrt ca. 20 Minuten). Die Insel gehört zur Gruppe Îles d’Hyères und ist teilweise Naturschutzgebiet.

Anfang des 19. Jahrhunderts war sie Erholungsort für französische Soldaten, heute ist sie ein beliebtes Tagesausflugsziel. Porquerolles ist berühmt für das milde Klima, die feinen Sandstrände und das türkisblaue Wasser. Da die Insel autofrei ist, kommt man nicht darum herum, ein Fahrrad zu mieten und damit die Insel zu erkunden.
Wer genug Zeit hat, sollte unbedingt eine Nacht auf der Insel verbringen. Sobald die letzte Fähre die Touristenscharen wieder zurück aufs Festland genommen hat, entspannt sich die Atmosphäre. In einem der Restaurants rund um den Place des Armes kann man vom Wein trinken, der auf der Insel angebaut wird. Am nächsten Morgen sollte man früh aufstehen und zum Strand aufbrechen: Wer Glück hat, sieht im Morgengrauen zwischen den Olivenbäumen Fasane herumstolzieren und wilde Kaninchen herumhoppeln.
Schlafen in Marseille

Der Hafen ist eines der Zentren Marseilles
Der alte Hafen ist eines der Zentren Marseilles, nur zehn Minuten von der ersten Häuserzeile links im Hintergrund findet man das Comptoir Dugommier.
Der tägliche Fischverkauf am Port Vieux.
Der tägliche Fischverkauf am Port Vieux.

Im Maison d’Hôtes bei Bernadette Rochat. Fünf Zimmer, ab 85 Euro pro Nacht, jedes Zimmer in originellem Retrostil eingerichtet. Das Frühstück gibts unter der Woche im Restaurant «Le Comptoir Dugommier», nur wenige Meter von der Pension entfernt, am Wochenende in der Pension selbst.
La Pension Edelweiss
6, rue Lafayette
13001 Marseille
Tel: +33(9)51233511
www.pension-edelweiss.fr Casa Ortega, Bed & Breakfast
In der Nähe des Bahnhofs St-Charles.
Zimmer pro Nacht ab 69 Euro.
Casa Ortega
46, rue des Petites Maries
13001 Marseille
Tel: +33 (0)954327437
contact@casa-ortega.com Essen

Einfache und feine italienische Küche, unbedingt reservieren. Mit schönem Innenhof und dem besten Schokoladenkuchen der Stadt:

Hier gibts den Fisch frisch am Marktstand zu kaufen
Nein, nicht der Jardin d'à côté, aber abgesehen vom Vieux Port gibts Fische und andere Meerestiere auch im arabischen Noailles-Quartier frisch am Marktstand zu kaufen.

La Cantinetta
24, cours Julien
13006 Marseille
Tel.: +33(0)491481048
Ebenfalls direkt am Cours Julien, gekocht wird mit lokalen und saisonalen Produkten. Da darf der Fisch auf der Karte nicht fehlen. Auch hier gilt: unbedingt reservieren!

Restaurant Le jardin d’à côté
65, cours Julien
13006 Marseille
Tel.: +33 (0)491941551
www.lejardindacote.com

AUSSERDEM

Südfranzösische Spezialitäten, aber eher modern zubereitet und serviert, eher preiswert:

Ca Blanca
53, Rue St-Pierre
13005 Marseille
Blog-Seite zum Restaurant
Traditionelles Bistro der Mittelklasse, auch eher günstig, seit 1946 (!) von derselben Italienerin geführt, Mittelmeer-Spezialitäten aus Südfrankreich und dem angrenzenden Italien:

Blick von Notre Dame de la Garde in südlicher Richtung aufs Meer
Der Blick von Notre Dame de la Garde in südlicher Richtung aufs Meer.

Chez Vincent
25, Rue Glandèves
13004 Marseille
Deutsche Empfehlungen auf Tripadvisor
Die beste Bouillabaise (viele Einheimische essen sie hier) im Zentrum, eher zum Luxus-Preis, jedoch mit grosszügigster Ration, bereitet Sternekoch Christian Buffa in diesem Nobelrestaurant direkt am Port Vieux:

Miramar
12, Quai du Port
13002 Marseille
Die Miramar-Website

Sehenswürdigkeiten

Die Bucht des Vallon des Auffes
Die Bucht des Vallon des Auffes
Die Kinder vergnügen sich auf dem Cours Julien mit Fussball
Neben dem Boule-Spiel für die Erwachsenen vergnügen sich die Kinder auf dem Cours Julien mit Fussball.

Die schönste Aussicht über Marseille hat man bei der Kirche Notre-Dame de la Garde. Am besten abends dort den Sonnenuntergang geniessen.
Eine Fahrt der Stadtküste entlang mit dem Linienbus 83A, ausgehend vom Vieux Port bis zum Plage de Prado kostet fast nichts, und man kann jederzeit aus- und zusteigen. Beispielsweise beim kleinen Fischerhafen Vallon des Auffes, wo man angeblich die original Bouillabaisse kosten kann oder beim Plage de la Prophète, einem kleinen Stadtstrand, wo sich vorwiegend die Einheimischen tummeln.
Jeden Sonntag findet etwas ausserhalb des Stadtzentrums ein grosser Viktualien- und Flohmarkt statt. Mit der Metro bis Endstation Bougainville fahren und dort dem grossen Menschenstrom folgen, der führt einen direkt ins Marktgetümmel.
Das Boule-Spiel gehört zu Frankreich wie Pastis oder das Pariserbrot. Auf dem Weg zum Cours Julien im Boulodrome Les Trois Mages vorbeischauen. Hier spielen vorwiegend junge Leute. Unbedingt gekühltes Bier mitnehmen, beispielsweise das Marseiller Bier La Cagole de Marseille.
Informieren: Was in Sachen Tanz, Musik, Theater, Kino und Ausstellungen läuft, steht dort drin: Ventilo ist die Kulturagenda für Marseille und Umgebung, erscheint alle 14 Tage und liegt gratis in Lokalen und Bars auf.

Autor: Nathalie Bursać