Archiv
24. November 2014

Von der Karibik- an die Atlantikküste

Strandleben und Sport, Kultur und Kulinarik: Die Dominikanische Republik hält für Gäste aller Couleur etwas bereit. Wer von allem ein Bisschen wünscht, durchquert am besten die Halbinsel von Süden nach Norden. Zu den wichtigsten Tipps lesen Sie auch die Reisereportage («DomRep: Blumen, Blut und Beach»).

Dominikanische Republik
Malerisch: Der Südwesten der Dominikanischen Republik

Santo Domingo

Altstadt von Santo Domingo
In der Altstadt von Santo Domingo.

Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik ist die älteste von Europäern gegründete Stadt auf dem amerikanischen Kontinent. Sie wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Malerische Altstadt im Kolonialstil mit Boutiquen, Restaurants, Bars und einer schattigen Piazza, auf der es sich stundenlang entspannt sitzen, gucken und Glace essen lässt.

Unterkunft
Hotel Frances im Herzen der Zona Colonial, der Altstadt von Santo Domingo. Grosszügige Zimmer, oasenhafter, üppig begrünter Innenhof. Zimmer ab 99 USD.

Sehenswürdigkeiten
Palast von Diego Kolumbus, Christoph Kolumbus’ Sohn. Die Festung diente im 16. Jahrhundert als Sitz der spanischen Kolonialherren und ist heute ein Museum.

Direkt an den Palast anschliessend die Plaza España, ein riesiger Platz, in seiner Schmucklosigkeit schon wieder faszinierend.

Der Parque Colòn mit der Statue von Christoph Kolumbus und einem kleinen Bernsteinmuseum.

Paraiso

Südlich der Küstenstadt Barahona liegt das schmucke Städtchen Paraiso: sehr landestypisch und noch sehr untouristisch.

Unterkunft

Hotel Rancho Don Cesar, Dominikanische Republik
Don Cesar

Rancho Don Cesar. Ein kleines, sehr persönliches Gasthaus mit acht Zimmern, ein paar wenigen Familienbungalows. Wunderschön eingebettet in einen gepflegten Garten mit exotischen Blumen, Obstbäumen und einem kleinen Weiher. Zimmer ab 75 USD pro Nacht

Öko- und Abenteuerlodge Rancho Platon im Landesinnern, auf einem Hochplateau gelegen. Pool, hübsche Bungalows im Bambuswäldchen, Zimmer im Baumhaus. Hier kann man reiten, auf Pneus den Fluss runtersausen (Tubing), wandern und wellnessen. Zimmer ab 95 USD. Wer im Baumhaus übernachtet und einen leichten Schlaf hat, sollte für die Nacht Ohrstöpsel mitnehmen. Von den Bäumen fallende Früchte können ganz schön Lärm machen.

Ausflüge
Ins Naturschutzgebiet Laguna de Oviedo, eine Lagune, die man mit einem gemieteten Boot inklusive Fahrer entdecken kann. Buchen bei EcoTour Barahona oder gleich vor Ort.

An die Bahìa de las Aguilas, die Flügelbucht an der gegenüberliegenden Küste: weisser Sand, türkisfarbenes Meer, fangfrischer Fisch.

Fisch vom Grill
Leckerer gehts nicht: fangfrischer Fisch vom Grill

Nach Los Patos: an den kleinen Kieselstrand, an dem sich Einheimische Treffen. Direkt am kühlen Flussufer gibt es Beizli mit günstigem Essen, darunter vorzügliche frische Langusten vom Grill.

Hotel Casablanca, Susanna Knapp
Leidenschaftliche Gastgeberin: Susanna Knapp

Essen
Hotel Casablanca zwischen Paraiso und Barahona, bei der Schweizerin Susanna Knapp. Die leidenschaftliche Gastgeberin lebt seit 14 Jahren in der DomRep und bekocht ihre Gäste aufs Köstlichste. Ihre kleine, feine Pension liegt direkt an der Meeresküste.

Jarabacoa

Im Gebirge der Zentralkordilleren liegt der Kurort Jarabacoa. Die Region ist die landwirtschaftliche Schatzkammer der Insel, mit Kaffee-, Kakao-, Tabak-, Reis- und Bananenplantagen. Königspalmen säumen die Strassen, auf grünen Wiesen weiden Rinder. Hier kann man Bikes und Pferde mieten und auf eigene Faust wandern.

Ausflüge
Zum Wasserfall Salto Baiguate, zu dem ein kurzer Fussweg führt. Im Naturbecken am Fuss des Wasserfalls kann gern baden, wer vor eiskaltem Wasser nicht zurückschreckt.

Kakaobohnen trocknen
Interessant: Die Herstellung von Schokolade

Zur Hacienda La Esmeralda in San Francisco de Macorís: Führung durch ein Kakaowäldchen und eine kleine Schokoladenfabrik. Jeder Besucher darf einen eigenen kleinen Kakaobaum pflanzen. Shop, Restaurant und natürlich Degustation von fantastischer süsser, heisser Trinkschokolade.

Zum Museum der Tres Hermanas Mirabal in Salcedo. Es ist das ehemalige Wohnhaus der drei Nationalheldinnen, die 1960 von den Schergen des Diktators Rafael Trujillo ermordet wurden, weil sie gegen sein Regime mobil machten. Ihr Todestag jährt sich just am 25. November. Dieser Tag wurde 1999 von der Uno zum «Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen» erklärt.

Las Terrenas

An der Nordküste der Halbinsel Samaná gelegene lebendige kleine Stadt. Saubere Strände mit goldfarbenem Sand, Einkaufsstrassen mit Boutiquen, Souvenirläden, Bars und Lebensmittelläden. Zahlreiche Beizli und Hotelrestaurants direkt am Strand. Zurzeit herrscht rege Bautätigkeit. Bijouterien bieten den Larimar, den hellblauen Halbedelstein, den es nur in der DomRep gibt, in allen möglichen Ausführungen an.

Unterkunft
Hotel Albachiara , sauberes Drei-Sterne-Hotel mit Pool, aber bescheidenem kulinarischen Angebot. Schöner Strand direkt über die Strasse. Grosszügige Appartements mit Küche ab 130 USD.

Essen
«Mi Corazon»: Das Schweizer Paar Danilo und Lilo hat im Innenhof eines alten Gebäudes im Kolonialstil eine romantische Genussoase mit plätscherndem Brunnen und viel Kerzenlicht geschaffen. Der Küchenchef verwöhnt die Gäste mit mehrgängigen Menüs aus lokalen Spezialitäten. Am besten per Taxi hinfahren, das Lokal liegt etwas ausserhalb der belebten Fussgängerzone.

Samaná

Markt Früchte Samaná
Laut und bunt: der Markt von Samaná

Hauptstadt der Halbinsel Samaná, an der Samaná-Bucht gelegen. Lebhafter, bunter Markt mit üppigem und günstigem Angebot an exotischen Früchten.Hübsche Beizli der Küstenstrasse entlang.

Ausflüge
Los Haitises: Riesiger Nationalpark im Südwestwinkel der Bucht von Samaná. Türkisfarbenes Wasser, bewaldete Hügel, Mangrovenwälder, zahlreiche Orchideenarten, viele davon gibt es nur in der Dominikanischen Republik.

Im Hafen von Samaná starten von Januar bis März täglich zahlreiche Boote, um vor der Küste Buckelwale zu beobachten. Empfehlenswert sind die Ausflüge mit der kanadischen Biologin und Tierschützerin Kim Beddall . Ihre Kommentare werden simultan in verschiedene Sprachen übersetzt. .

Allgemeines

Anreise
Edelweiss Air fliegt von Zürich nach Punta Cana
Air France fliegt nach Santo Domingo und Punta Cana
Air Berlin fliegt nach Punta Cana und Puerto Plata
Condor fliegt via Frankfurt/Düsseldorf nach Punta Cana, Puerto Plata und Santo Domingo
Die Flüge kosten je nach Saison zwischen Fr. 1200 und 1500 in der Economy.
Gleich nach der Landung muss am Flughafen ein Reisevisum gelöst werden. Es kostet 10 USD und kann in keiner anderen Währung bezahlt werden.

Klima und Reisezeit
Das Klima ist tropisch, die Luftfeuchtigkeit also hoch. Die Temperaturen betragen im Schnitt 28 Grad Celsius und sinken nie unter 21 Grad, ausser nachts in den Bergen. Für Ausflüge in die Kordilleren deshalb warme Kleidung einpacken. Beste Reisezeit ist November bis April: Dann ist weder Regen- noch Tornadozeit.

Unterwegs mit dem Auto
Für individuelle Reisen durch die Insel bucht man am besten schon in der Schweiz vor Reiseantritt Unterkünfte und einen Wagen mit Chauffeur, der Spanisch sowie Deutsch oder Englisch spricht: DomRep Tours , Latino Travel , Miller Reisen

Tagesausflüge können gut vor Ort im Hotel bei den Vertretungen der Reiseveranstalter gebucht werden.
Nicht zu empfehlen ist das Buchen von Touren und/oder Wagen an einem Flughafen.
Den Strassen entlang bieten viele Händler lokale Spezialitäten an, und man darf ruhig zugreifen. Besonders zu empfehlen: praktisch alle ungeschälten Früchte; Kokosnüsse, die vor Ort geöffnet und mit Strohhalm angeboten werden; geröstete Cashewnüsse; Arepa, ein süssliches Maisbrot, das vor allem zu kirchlichen Festtagen gebacken wird.

Währung
Die Landeswährung sind Dominikanische Pesos (RDS). Ein Schweizer Franken entspricht ungefähr 45 RDS. Die Landeswährung darf nicht eingeführt werden. Besser US-Dollars mitnehmen und vor Ort wechseln. An grösseren Orten können Pesos mit der Maestro- oder Kreditkarte von Automaten bezogen werden. US-Dollars werden vor allem an touristisch nicht erschlossenen Orten nicht akzeptiert. Geld nicht auf der Strasse wechseln!

Kulinarik
Die Verpflegung in der Dominikanischen Republik ist besonders an touristischen Hotspots nicht besonders günstig. Besser fährt man in den lokalen Gasthäusern, die Cafeterias, Colmados oder Comedores genannt werden. Landestypische Gerichte bestehen oft aus Reis, Poulet, Schweinefleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Bohnen und Kochbananen. Letztere sind besonders in frittiertem Zustand eine Köstlichkeit.

Sicherheit
Aufgrund der verbreiteten Armut ist die Kriminalität im ganzen Land relativ hoch. Auf Wertsachen stets gut aufpassen, dunkle, einsame Gegenden meiden, keinen teuren Schmuck spazieren führen, so wenig Bargeld wie möglich auf sich tragen.

Gesundheit
Kein Leitungs- oder Brunnenwasser trinken. In der Regenzeit (Juni bis Oktober) besteht erhöhte Denguefiebergefahr. Die Krankheit wird durch Mücken übertragen, daher stets guten Insektenschutz auftragen.

Strom
Unbedingt Adapter für Flachstecker mitnehmen! Sie können zwar notfalls in sogenannten Ferreterias gekauft werden, doch diese Läden sind gerade abseits der Touristenpfade nicht oft anzutreffen.

Lektüre und Filme
Buch «Das Fest des Ziegenbocks», eine realitätsnahe Romanfassung des tödlichen Attentats auf den früheren Diktator Rafael Trujillo, geschrieben vom peruanischen Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Zu bestellen unter www.exlibris.ch für Fr. 16.40. Verfilmt mit Isabella Rossellini und Morgan Freeman. DVD zu bestellen unter www.exlibris.ch für Fr. 12.90

«In the Times of Butterflies», Buch von Julia Alvarez, ein historischer Roman über die drei Schwestern Mirabal, die in jungen Jahren als Regimegegnerinnen ihr Leben lassen mussten. Zu bestellen in Englisch unter www.exlibris.ch für Fr. 15.90. Verfilmt unter dem Titel «Zeit der Schmetterlinge» mit Salma Hayek. Zu bestellen unter www.exlibris.ch für Fr. 5.90.

Weitere Infos
www.domreptours.ch und www.godominicanrepublic.com

Der Schweizer Manuel Huber:
Architektur und Fotografie

Autor: Yvette Hettinger

Fotograf: Ornella Cacace