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01. Juli 2016

Von Barry bis zu fliegenden Kühen

Die Martigny-Erkundungstrips zu Fuss, per Rad oder im Auto: Was bietet die Region den Familienausflüglern, Velomuffeln oder Stadtentdeckern?

Turm von La Bâtiaz
Thront gut sichtbar über dem Zentrum von Martigny: Burganlage und Turm von La Bâtiaz.

Auch Radsportler und E-Biker mögen nicht jede Minute auf dem Velo zubringen, zumal sich das Wetter geplanten Radtouren gegenüber vielleicht mal ungnädig zeigt. Von Familien, Sportmuffeln oder anderen Wallis-Entdeckern ganz zu schweigen. Migrosmagazin.ch nennt die unterschiedlichsten Ausflugstipps für Stadt und Umgebung:
ATTRAKTIONEN IN MARTIGNY: Burg & Museen
Ein Erholungs- oder Regentag in der Windy City – so nennen Einheimische die Stadt ironisch – bietet genug Beschäftigung: Überregional am bekanntesten sind sicher die Ausstellungen der Fondation Gianadda südlich des Zentrums, derzeit etwa zu Picasso. Für Kinder ein Must ist das beinahe benachbarte Bernhardiner-Museum, das Musée et chiens du St-Bernard.
Auch für Familien attraktiv: die Besichtigung des Château de la Bâtiaz, Überbleibsel der alten Festung. Für archäologisch Interessierte bieten sich römische Ausgrabungsstätten zwischen Zentrum und dem Amphitheater (im Sommer: Konzert- und Freilichtbühne) an der Rue-du-Levant an. Unter den Kirchen sticht die grösste an der Rue de l’Hôtel-de-Ville gleich hinter der Place Centrale heraus.

ESSEN IN MARTIGNY: Qualität & Stimmung
Kulinarisch kommen fast alle auf ihre Kosten. Der erste Tipp befindet sich in der Fussgängerpassage an der Place Centrale. Das La vache qui vole ist ein altes Weinbistro (mit etlichen Tropfen aus der Region) mit einer Karte von der einfachen, aber vorzüglichen Salade de rampons (Nüsslisalat) bis zum Viergänger für gehobene Ansprüche. Einheimische gehen hier wie die Auswärtigen ein und aus, der Service war bei unserem Besuch hervorragend, für geplant oder ungeplant Sitzenbleibende sind zwei Gästezimmer verfügbar.
Noch etwas günstiger (die Vache ist für ihre Qualität preiswert!) ein paar Schritte weiter das Restaurant Lion d’Or, eine noch klassischere Walliser Beiz, noch währschafter das Les Touristes mit empfehlenswerten Burgern.

Als Hotel für Gäste mit Velos sind leicht nordöstlich des Bahnhofs das Vâtel oder das Boutique Hôtel Martigny zu empfehlen, etwas günstiger zwischen Zentrum und Ausfahrt in Richtung Grosser St. Bernhard das Hôtel-Restaurant du Stand.


CHAMPEX-LAC: Alpenblumen & Armeefestung
Für einen gemütlichen Veloausflug verlädt man Kinder und Bikes mit der Bahn nach Orsières. Nach der Besichtigung des Passorts, der in Sachen Geschichte und Bauten an Splügen erinnert, erkundet man gemütlich das abgelegene Val Ferret. Gelüstet es dennoch nach mehr Bewegung, fährt man mit älterem Nachwuchs die knapp 600 Höhenmeter hinauf nach Champex-Lac. Hier überzeugen der direkt an der Strasse gelegene See mit Pedalos, Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants, vor allem aber noch knapp vor dem Ort (südlich) eine nicht mehr betriebene Artillerie-Festungsanlage der Schweizer Armee. Oder ein Botanischer Alpengarten im Norden des Dorfs mit Parking vis-à-vis der Trient-Seilbahn.

LAC D’EMOSSON: Dino-Spurensuche & Bergbahn-Trio
Der Lac d’Emosson ist keinesfalls nur lohnendes Ziel sich schindender Bergfahrer. Noch beliebter ist er bei Ausflüglern, Wanderern – und Bähnli-Verrückten. Idealerweise fährt man mit der Mont-Blanc-Bahn ab Bahnhof Martigny in gut einer halben Stunde bis Le Châtelard. Dort steigt man in die erste lange Sektion der Verticalp-Bergbahnen, den Funicular. Mehr Gefälle und Aussicht in modernen Kabinen gibts schweizweit nirgends, und auch anderswo nur sehr selten. In der Mittelstation Les Montuires empfiehlt sich ein Kaffee- oder Verpflegungshalt mit bester Aussicht vom Trient-Gletscher bis hin zum Mont-Blanc-Massiv. Danach tuckert ein erfrischend altmodisches Panoramazüglein zur Minifunic, die einen, wieder topmodern, die letzten 150 Höhenmeter auf Staudammhöhe des Emosson bringt. Von hier erkunden einige die ca. 250 Millionen Jahre alten Dinosaurierspuren im Westen. Für diesen Ausflug bis auf 2400 m ü. M. inklusive Rückweg sollten jedoch fünf Stunden einberechnet werden. Alternativen: Gipfel-Höhenweg oder Canyoning-Trail (Reservation erforderlich).
Mehr Infos auf der Website des Trient-Tals

GORGES DU DURNAND: Schluchtbesuch & Restaurant-Halt
Gleich zu Beginn der Champex-Passstrasse nach Bovernier trifft man in einer Kurve auf das Restaurant Gorges du Durnand, neben dem sich der Eintritt in die Schlucht befindet. Sie gilt mit Holzwegen über einen Kilometer und der Aussicht auf gleich 14 Wasserfälle des Durnand-Wildbachs als eine der schönsten Europas, und zugleich als eine der zugänglichsten.

Eingang zur Durnand-Schlucht mit Restaurant
Eingang zur Durnand-Schlucht mit Restaurant

LES MARÉCOTTES: Steinbad & Bike-Downhill
Ohne Kraftaufwand biken, auf dem alten Pferdekutschenweg aber die Technik feilen kann, wer mit dem Bike wiederum die Mont-Blanc-Bahn besteigt und in Les Marécottes aussteigt. Im Sommer verschaffen hier in grösseren Steinen angelegte Piscines Abkühlung, mit kleineren Kindern besucht man den beschaulichen Zoo. Wer länger Downhillbiken und im Tälchen ohne durchgehend asphaltierte Strasse dem Kutschenweg folgen will, der steigt erst später aus, allenfalls erst in Finhaut.

AM COL DU LEIN: Lehrpfad & Zeltplatz
Ein paar Schritte südlich der Col-du-Lein-Passhöhe beginnt ein rund anderthalbstündiger Lehrpfad durch einen trotz Alpwirtschaft selten intakten Lärchenwald. Erstellt wurde dieser Lehrpfad anlässlich des 200-Jahre-Jubiläums der Walliser Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft, welches 2015 gefeiert wurde. Vor und nachher gibts Picknick vor der grossen Holzhütte bei der Abzweigung zum Col du Tronc, auf der grossen Wiese neben der Hütte kann das Zelt aufgeschlagen werden.

Holzhütte mit Picknick-Gelegenheit wenige Meter südlich der Col-du-Lein-Passhöhe
Holzhütte mit Picknick-Gelegenheit wenige Meter südlich der Col-du-Lein-Passhöhe. Rechts davon besteht auch die Möglichkeit, zu zelten.

KURZTIPPS

So richtig ausspannen kann man in den Bains de Saillon, wenige Minuten von Martigny entfernt.

Etwas weiter im Norden (bereits Kanton Waadt) befinden sich die Salzminen von Bex. LINKS Website von Martigny Website von Valais/Wallis Promotion

Einer von 14 Wasserfällen des wilden Durnand
Einer von 14 Wasserfällen des wilden Durnand in der gleichnamigen Schlucht oberhalb von Bovernier. (Bild © Pays du St-Bernard)

Einer von 14 Wasserfällen des wilden Durnand in der gleichnamigen Schlucht oberhalb von Bovernier.

Autor: Reto Meisser