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27. Oktober 2014

Voll easy!

Die Gartenbloggerin ist total relaxt. Ob das mit dem Ende der Gartensaison zusammenhängt?

Nackte Füsse der Gärtnerin
Gartenarbeit? Ja, aber nicht heute!

Ich bin ja bekanntlich eine der Gepickten, die keine fünf Minuten in der Hängematte abhängen können, ohne etwas zu entdecken, das JETZT und SOFORT zu erledigen ist. Beispielsweise dem Unkraut den Garaus zu machen, das stinkfrech aus dem Gemüsebeet rüberwinkt. Oder den Brombeerruten einen Rückschnitt zu verpassen, die jedes Naschen zum Rutenlauf machen. Oder einen Hühnerschiss wegzubürsten, der zielgenau dorthin platziert wurde, wo garantiert jemand draufstehen wird, nämlich auf die Terrassentürschwelle. Oder es kommt mir hängenderweise in den Sinn, stante pede ins nächste Gartencenter zu galoppieren, weil ich doch unbedingt noch Lauch pflanzen und Rüebli säen wollte und auch noch eine neue Gartenschere brauche. Zumal sich die letzte vom Acker gemacht hat (ich denke mal, in Richtung Kompost, aber das werde ich erst wissen, wenn ich im nächsten Frühling den Kompost umschichte).

Item. Seit ein paar Tagen ist alles anders. Nicht nur, weil mein Herzensmann die Hängematte (und auch den Hängesitz am Chriesibaum, die Gartenliegen auf der Terrasse und das Sitzkissen beim Teich) ins Winterlager geräumt hat. Sondern auch, weil mir damit schlagartig klar geworden ist, dass das Gartenjahr 2014 sozusagen gelaufen ist – over, finito, passé!

Natürlich könnte ich jetzt noch den einsamen Löwenzahn ausreissen, der neben der Fetthenne welkt. Aber anders als noch vor ein paar Wochen kann ich mir dabei alle Zeit der Welt lassen, weiss ich doch, dass er für heuer ausgesamt hat.

Natürlich könnte ich jetzt noch irgendwelche Stauden ausbuddeln, sie halbieren und wieder einbuddeln. Aber erstens wüsste ich nicht wohin mit all den Hälften, und zweitens habe ich – ich sage nur Thujaheckenwurzelstöcke! – in den letzten Monaten definitiv genug gebuddelt.

Natürlich könnte ich jetzt noch den Schopf aufräumen, all meine Gartengeräte reinigen und ölen (Olivenöl soll gar wunderprächtig funktionieren) und die Regenfässer leeren. So wie es in jedem Gartenheftli unter «Was Sie im Oktober unbedingt noch erledigen sollten» steht.

Und natürlich könnte ich jetzt auch noch ins nächste Gartencenter hetzen, um mit Blumenzwiebeln (und einer neuen Gartenschere, wenn ich schon dabei bin) beladen nach Hause zu kommen und anschliessend Erstere allüberall zu verlochen.

Genauso gut kann ich aber auch auf meinem Bänkli beim Schopf rumlümmeln (die Hängematte ist ja wie gesagt bereits im Winterlager verschwunden), mein Gesicht in den Strahlen der Herbstsonne baden, den Hühnern beim Scharren und den Blättern beim Fallen zusehen. Ganz relaxt. Und voll easy!

P.S.: Ist Euch aufgefallen, dass auch die Schnecken im Winterlager verschwunden sind? Wenn das nicht endgültig relaxt!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger