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31. Dezember 2012

Viel vor im nächsten Jahr

Ohne Angst fliegen, Ferien mit Esel, den Sohn im Ausland besuchen oder mit 48 den 50. Geburtstag feiern: migrosmagazin.ch stellt weitere Pläne von Besucherinnen und Lesern für 2013 vor. Viel hat mit Reisen zu tun, aber alles eine andere Geschichte.

Bild von Pilot Markus Walz
Pilot Markus Walz will 2013 den Steuerknüppel mal aus der Hand legen und mit seinem Lieblingstier über die Alpen nach Spanien wandern.
Der Esel von Markus Walz
Der Esel und Reisebegleiter von Markus Walz (Bild zVg)

Markus Walz (Pilot): MIT DEM LIEBLINGSTIER ÜBER DIE ALPEN
Seit 24 Jahren arbeite ich als Helikopter-, Flugzeug- und speziell Gletscherpilot. Ich durfte in Russland (Sibirien) in den USA, Indien und in vielen anderen Ländern fliegen.
Vor ca. 10 Jahren hatte ich ein spezielles Erlebnis mit einem Esel. Danach ging mir den Wunsch, einmal mit meinem Lieblingstier nach Spanien ans Meer über die Alpen zu wandern, nicht mehr aus dem Kopf!
Esel haben mich schon immer fasziniert, vor allem Ihr Charakter und ihre Ausdauer. Sobald die Schneehöhe über den Alpen die Wanderung erlaubt, werde ich mein Abenteuer starten. Viel zu wenige verwirklichen ihre waren Träume, und das finde ich sehr schade.
Ich wünsche alles Gute und Erfolg für 2013.

Enkel Lukas (3) singt gerne das Lied: Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Ob Baby Hadassa zuhört?
Enkel Lukas (3) singt gerne das Lied: Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Ob Baby Hadassa zuhört? (Bild zVg)

Hanni Klenk (Krattigen): AUCH EIN KÖNIG MUSS MAL ZUR TOILETTE
Der 17. Oktober 2013 wird ein Höhepunkt in meinem Leben werden, und der hat mit menschlichen Bedürfnissen von Königen zu tun. Begonnen hat alles im Frühling 2008. Es wurde mir bewusst, dass mein 50. Geburtstag anstand und mein ältester Sohn sein Bachelor-Diplom in Empfang nehmen durfte. Ich sagte mir, was meine Kinder können, kann ich auch. Jetzt oder nie. Ich kramte aus meiner Schreibtischschublade das 30 Jahre alte, unbenutzte Papier meines Maturazeugnisses hervor und erkundigte mich an der Uni Bern, ob sie mich als Studentin nehmen würden. Ja, hiess es, und ich mischte mich mit klopfendem Herzen unter die jungen Leute des Institutes für archäologische Wissenschaften. Inzwischen erwarb ich ein BA und konnte so viele gesammelte Punkte weiterziehen, dass ich noch den Master anhänge. Im Juni werde ich meine Arbeit einreichen, und dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, um an der Diplomfeier im Oktober dabei zu sein. Da ich mit 20 Jahren einen Prediger und Seelsorger geheiratet habe, im Gemeindedienst tätig war und dann drei Jungs grosszog, konnte ich als Berufsbezeichnung immer nur «Hausfrau» vermerken. Bald werde ich aber einen «Master of Disaster», wie einer meiner Söhne spöttelt.
Ah ja, ich wollte ihnen noch erzählen, was das mit Königen und Toiletten zu tun hat. Beim Studium der neuassyrischen Königspaläste fielen mir bei den 3000 Jahre alten Resten die Badezimmer auf. Während des nächsten halben Jahres gehe ich sorgfältig die Grabungsberichte durch, suche nach speziellen Bodenbelägen und Toilettenlöchern in den Nasszellen und versuche herauszufinden, ob sich ein Schema erkennen lässt. Spannend, nicht?

Isabel Steiner (Fislisbach): DER 'VERFRÜHTE' RUNDE GEBURTSTAG
Ich feiere nächstes Jahr meinen 50 Geburtstag, obwohl ich eigentlich erst 48 Jahre alt werde. Warum?
Mitschuld ist Tante Lina. Ich glaube, an ihr ist wirklich eine Schauspielerin verloren gegangen. Wenn jemand einer komplett banalen Alltagsangelegenheit urplötzlich gewaltige Emotionen verleihen und einhauchen kann, dann sie. Ich mag mich erinnern, als sie irgendwann mal unsere ganze Verwandtschaft, mitsamt schrulliger Urgrossmutter-Nonna aus Italien, während Wochen auf Trab hielt. Irgendwas ganz heftiges schien da bei Lina im Anmarsch zu sein. 'Hormonelle Veränderung', zischte meine Mutter dann eines Tages giftig, als ich mich nach dem umtriebigen Gebaren von Zia Lina erkundigte, und mein Vater winkte mit einer doch eher abschätzigen Handbewegung ab und murmelte irgendwas von 'wechselnden Jahren'. Ich konnte mir gar keinen Reim darauf machen. Wie auch, ich war kaum acht Jahre alt damals. Aber irgendwann kapierte auch ich, was der Grund für ihre Gefühlsschwankungen und -stimmungen sein musste. Lina wurde 50 Jahre alt. Und da sei dann alles anders, wenn Frauen diese Grenze überschreiten, liess man mich wissen ... und überhaupt.
Ich jedenfalls beschloss damals sofort, ja nie so zu werden wie Tante Lina und vereinbarte mit mir selber, meinen 50. Geburtstag nie zu feiern und ihn abzuschaffen. Also nicht, dass ich etwa vorhatte, vorher zu sterben, aber ich fand, dass 50 Jahre alt zu werden wohl so ziemlich das Schlimmste sei, das einem widerfahren kann.
Nun ja, um mich, Familie und das ganze Umfeld zu schonen, nicht auf die gleiche Schiene wie Zia Lina zu verfallen und um die Angelegenheit von Anfang an galant zu umschiffen, habe ich beschlossen, nächstes Jahr, wenn ich eigentlich erst meinen 48. Geburtstag feiern kann, diesen kurzerhand zu meinem 50. Geburtstag umzuwandeln! Die Geburtstagseinladungen habe ich bereits versandt und einige meiner Freunde konnten es sich nicht verkneifen, mit belustigenden Rückmeldungen ihre Teilnahme an diesem für mich absoluten 'Höhepunktfest' zu bestätigen. Und nein, Zia Lina habe ich keine Einladung geschickt. Die wohne in Australien, irgendwo, habe ich erfahren. Sie sei ausgewandert kurz nach ihrem Geburtstag und hüte heute Schafe.

Susanna Trusch: LANGSTRECKENFLÜGE OHNE ANGST
1995 verbrachte ich mit meinem Mann fünf wunderschöne Tage in New York. Danach freuten wir beide uns auf den Rückflug und unseren neunjährigen Sohn. Es war nicht mein erster Flug, aber das allererste Mal, dass ich in einen Jumbo stieg. Als ich die Grösse, die vielen Sessel und dazu die Treppe im Flugzeug sah, war für mich nur eines klar: So etwas Riesiges kann nicht fliegen, das muss abstürzen. Als ich schlussendlich angeschnallt dasass, zog ich Schuhe und Strümpfe aus, um eventuell besser schwimmen zu können. Haha! Alles Zureden meines Mannes und der freundlichen Crew half nichts. Nach etwa vier Stunden begann ich, mit zittrigen Händen einen Abschiedsbrief zu schreiben. Als wir schlussendlich in Kloten landeten, war für mich ganz klar, dass ich nie mehr in ein Flugzeug steigen würde. Gleichzeitig war ich sehr traurig darüber, weil ich doch später noch so viele Städte und Orte dieser schönen Welt sehen wollte. Einige Jahre danach besuchte ich einen Kurs gegen Flugangst und las Bücher darüber, die mir helfen sollten. Alles half nichts, die Angst blieb. Als unser Sohn grösser wurde, entschied ich mich wieder für kurze Flüge. Aber alles blieb unverändert und wurde zu einer Belastung für uns drei. Meine Männer wollten mir zuliebe auch aufs Fliegen verzichten. Vor einem halben Jahr zwang ich mich wieder in ein Flugzeug mit meinem Mann und unserem inzwischen 26-jährigen Sohn. In Frankfurt mussten wir umsteigen, um dann nach Southampton weiter zu fliegen. Wir standen in der Reihe vor dem Check-in und ich hatte wie immer nur ein Problem: Dass wir abstürzen könnten.
Plötzlich schlug mein Mann um sich, fiel in sich zusammen und lag reglos am Boden. Unser Sohn hielt seinen Papa im Arm und wir warteten auf den Arzt. Ich hatte so grosse Angst um meinen Mann, Angst ihn zu verlieren, ich war doch so unbeschreiblich glücklich mit ihm und freute mich darauf, mit ihm alt zu werden. Und nun sollte alles vorbei sein. Diese Angst möchte ich nie mehr erleben. Als er kurze Zeit später die Augen öffnete, sagte er: Schatz, lass uns weiterfliegen. Der Arzt stellte einen Kreislaufkollaps fest, versorgte ihn mit nötigen Medikamenten und erlaubte uns tatsächlich, nachdem ich ihn freundlich darum bat, das Weiterreisen. Ich war die glücklichste Frau der Welt, als ich meinen Mann im Rollstuhl in dieses Flugzeug schieben durfte. Und ich freute mich darüber mit ihm in diesem Flugzeug zu sitzen und nach Southampton zu fliegen. Ungefähr nach 30 Minuten Flug kam ein Schmunzeln über meine Lippen. Es wurde mir soeben klar, die Angst um meinen Mann hat mich von meiner langjährigen und unbegründeten Flugangst befreit.
Ich bin kürzlich 62 geworden und ich freue mich auf unsere Zukunft mit vielen Reisen in wunderbare Städte. Am 25. Dezember fliegen wir drei nach Dubai und im 2013 buchen wir dann Langstreckenflieger.
Ich freue mich riesig auf all das, was uns die Welt noch zeigen wird.

Corinne Gerber mit Sohn Tim vor dessen Abreise
Corinne Gerber mit Sohn Tim vor dessen Abreise. (Bild zVg)

Corinne Gerber (Rubigen): MIT DEM SOHN NACH ALASKA
Das Jahr 2013 hat für mich eine besondere Bedeutung: Mein Sohn Tim ist am 11. August 2012 nach Alaska, das heisst nach Anchorage, geflogen. Er absolviert dort ein Schuljahr an der Dimond High School und lebt nun weit weg bei einer Gastfamilie. Tim wurde im April dieses Jahres 16 Jahre, und es ist schon ungewöhnlich, sein Kind von einem Tag auf den anderen loszulassen.
Ende Mai 2013 werde ich Tim, zusammen mit meinem Vater, nach Hause holen. Gemeinsam planen wir eine Reise durch Alaska. Darauf freue ich mich!

Gabriella Herzog aus Sursee freut sich 2013 auf drei Dinge
Gabriella Herzog aus Sursee freut sich 2013 auf drei Dinge. (Bild zVg)

Gabriella Herzog (Sursee): VIELE PRUFUNGEN UND DREI HÖHEPUNKTE
Mittlerweile bin ich 52 Jahre und mein Leben ist eine unglaubliche Geschichte. Meine Kindheit mit drei Geschwistern war nicht auf Rosen gebettet. Nur schon mein Vater wäre eine Geschichte wert!
In der Schule war meine Grösse (177 cm) und die roten Haaren ein Dauerbrenner, auch die Aussage von meinem Lehrer war nicht fördernd: 'De Vater isch dumm, d'Muetter isch dumm und Chind händ roti Haar'. Die Schule war für mich der absolute Horror. Die Lehre als Theater-Coiffeurs wurde von meiner Lehrmeisterin nach einem Jahr abgebrochen. Begründung: Sie fühle sich zu alt und die letzte Lehrtochter hat die Weiterbildung Maskenbildnerin in Deutschland wegen ihrem Freund abgesagt. Also wurde von meiner Mutter eine Anlehre ohne eidgenössischen Ausweis organisiert, die ich ohne Abschluss absolviert habe. Diese Situation stiess mir über Jahr bitter auf, da ich immer wieder von Arbeitgebern ausgenutzt wurde. Bis ich einen guten Arbeitgeber gefunden habe, der mir ermöglichte, eine Weiterbildung als Exportsachbearbeiterin (eidgenössisch anerkannter Ausweis) berufsbegleitend abzuschliessen.
Doch das Schicksal hat mich einmal mehr geprüft und ich bekam während der Abschlussprüfungen mit 30 Jahren Eierstockkrebs. Ich wurde von meinen Schulkolleginnen durch diese Prüfungsvorbereitungen geschleppt und sie besuchten mich regelmässig im Spital Luzern. Mir wurde der rechte Eierstock entfernt. Am 6. Januar 1991 war die erste Chemotherapie und die zweite Chemo war während der Luzerner Fasnacht. Die Prüfung selbst war ein enormer Kraftakt ... und ich habe knapp bestanden. Genau ein Jahr später entdeckte man einen zweiten Tumor am linken Eierstock. Die ganze Operation fing von vorne an. Doch hatte ich grosses Glück: Der Tumor war nicht bösartig.
Ja, und trotz bestandener Prüfung als eidgenössisch anerkannte Exportsachberaterin war mein grösster Wunsch, ein Kind zu bekommen. Nach fünf Jahren haben mir die Ärzte das Okay gegeben und niemand hätte daran gedacht, nach den Eingriffen und der Chemotherapie, dass ich während meinem 50%-Job nach der Probezeit schwanger wurde. Der Arbeitgeber versuchte mir immer wieder zu kündigen und am Schluss wurde die Kündigung vom Arbeitsgericht geltend gemacht. Als mein Sohn 7 wurde, habe ich von der Menschenrechtskommission Brüssel die leidige Nachricht erhalten, dass ich laut Schweizer Gesetz an einem Montagmorgen, wohl verstanden abgemeldet beim Arbeitgeber, meine Arbeit nicht wahr genommen habe. Mein Anwalt konnte dies überhaupt nicht verstehen und er hat mir gesagt, dass ich einfach in diese Justizmühle gekommen sei. Vor dem negativen Bescheid des Obergerichts wurde von meinem Fall im Beobachter und Kassensturz berichtet.
Dank meinen zwei Kindern, meine Tochter wurde 16 Monate später geboren und mit ihr war ich wegen meinem Sohn vor Gericht, habe ich meine Berufung gefunden und drei Bücher und Lehrmittel übers Schwimmen-Lernen 'NUR im tiefen Wasser' geschrieben.
Der erste Höhepunkt: Meine Bücher erscheinen Ende April auf die Badesaison 2013. Der Schweizerische Schwimmverband wird über die Festtage meine Lehrmittel überprüfen, um eine gemeinsame Zusammenarbeit zu realisieren.
Der zweite Höhepunkt: Eine Kommission zu gründen mit der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft, SLRG Schweiz, Jugend und Sport J+S und mit dem Schwimmverband Schweiz, Swiss Swimming, um in Zukunft diesen sehr verantwortungsvollen und präventiv wichtigen Beruf Schwimmleiter mit einem eidgenössischen anerkannten Fachausweis zu schützen!
Der dritte Höhepunkt: Das wäre das Pünktlein auf dem i: Am 11.12.13 meine grosse Liebe heiraten.

Anna Lia Ramseiers (3.v.l.) Ferien auf Samos 2012
Ein Bild von Anna Lia Ramseiers (3.v.l.) Ferien auf Samos 2012. (Bild zVg)

Anna Lia Ramseier (Muri b. Bern): AUF ZUM INSELHÜPFEN
Als Höhepunkt 2013 steht unser 40-jähriges Ehejubiläum an. Wir planen dazu eine Insel-Hopper-Reise per Fähre durch die griechische Inselwelt - keine Kreuzfahrt: Wir haben lieber Boden unter den Füssen. Griechenland ist unsere (alte) Liebe: Das Erlebnis des endlosen Blau!

Max und Edith Häusler auf einer früheren Reise
Max und Edith Häusler auf einer früheren Reise. (Bild zVg)

Max Häusler: DER 50. HOCHZEITSTAG UNTERWEGS
Höhepunkt für 2013 dürfte unser Hochzeitstag am 1. Juni sein. Es ist nämlich der Fünfzigste.
Was dann genau läuft, wissen wir noch nicht, aber es ist durchaus möglich, dass wir dann halt gerade unterwegs sind. Das könnte z.B. mit einem Frachter auf dem Meer, mit dem Motorrad an der Nordsee oder sonst irgendwo sein. So ganz genau wissen wir das jetzt noch nicht. Eines aber wissen wir genau: Dass wir nicht gross organisiert, dafür aber zusammen etwas unternehmen werden.

Thomas Sevilla vor dem Olympiastadion in Peking
Thomas Sevilla vor dem Olympiastadion in Peking 2010. (Bild zVg)

Thomas Sevilla (Romanshorn): IN DIE LÄNDER NR. 23 BIS 25
2013 wird ein Superjahr für mich, weil ich die Länder Nr. 23, 24 und 25 besuchen werde. Und zwar den Oman, Vietnam und Kambodscha. Ich habe richtig gespart und habe schon alles vor sechs Monaten vorbereitet. Vom luxuriösen Shagri-la-Hotel Al Husn in Oman bis zum 3-Sterne-Boutiquehotel in Phnom Penh sind es ganz verschiedene Unterkünfte. Von der Wüste in Oman bis zur grossen Metropole Hanoi auch ganz unterschiedliche Orte, die ich sehen werde.
Ich freue mich riesig auf die bevorstehende Reise.

Marianne Blaser: AUF DEN KILIMANJARO
Am 10.12.12 wurde ich 50 Jahre alt. Dazu leiste ich mir mit einer Kollegin vom 1. bis 16. September 2013 eine Reise. Wir besteigen den Kilimanjaro in Tansania, machen danach eine Safari und lassen dann auf der Koralleninsel Chale die Seele baumeln.

Hansjörg Graf (Altstätten): DAS 'BEWEGTE' JAHR
Ich habe Jahrgang 1941, bin pensioniert und so habe ich viel Zeit zur freien Verfügung. In meiner Jugend hätte ich ein Stipendium nach Amerika erhalten können. Ich wollte aber endlich eigene Brücken bauen, und darum habe ich auf das Stipendium verzichtet. Später habe ich zwar auch in den USA Brücken gebaut.
Nach meiner Pensionierung ist dann der Wunsch gekommen, doch noch etwas von damals nachzuholen. So war ich 2011 für drei Monate als 'Whoofer' in California: ich habe dort für Kost und Logis bei Biobauern gelebt und gearbeitet. Dabei habe ich auch herausgefunden, dass in meinem Leben noch viel mehr Möglichkeiten stecken, als ich dachte.
2012 fuhr ich deshalb mit dem Zug und dem Containerschiff rund um die Welt. Ich hatte nur eine grobe Idee, das weitere habe ich fortwährend geplant und organisiert. Diese Reise hatte ich auch mit Gelegenheitsarbeiten finanziert. Dabei habe ich herausgefunden, dass das Paradies, wenn es so was überhaupt gibt, jetzt und bei uns in der Schweiz ist.
So wird 2013 für mich das 'bewegte' Jahr. Ich werde unsere Gegend erwandern: Neue Täler, neue Pässe, neue Berge, mit Freunden und allein. Genau so wie ich will und wie es sich ergibt. Und ich werde, nach Adolf Muschg, wieder das Gefundene als das Gesuchte betrachten.

Erich Keller (Birsfelden): 2013 DER GESUNDHEIT WIDMEN
Mein Höhepunkt im 2013 ist meine medizinische Pensionierung im April 2013.
Im Herbst 1999 bin ich an Brustkrebs erkrankt. Da ich immer wieder Rückschläge im Krankheitsverlauf habe, habe ich bei der IV beantragt, dass ich eine 50%-IV-Rente erhalte. 50% wollte ich noch für ein Jahr weiterarbeiten, um mich dann ab Juni auf eigene Kosten frühpensionieren zu lassen. Es war einfach mal ein Versuchsballon, den ich ohne grosse Erwartungen gestartet hatte. Nach gut einem Jahr habe ich den Bescheid erhalten, dass ich eine 100%-IV-Rente erhalte. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich wusste ja, dass die IV-Stellen in letzter Zeit ziemlich zurückhaltend sind mit der Zusage von IV-Renten. Darauf hat mir mein Arbeitgeber, die Post, mitgeteilt, dass ich ab April 2013 medizinisch pensioniert werde. Nun habe ich eine Sorge weniger und kann mich voll und ganz meiner Gesundheit widmen.

Emma-Snezana Opacic (Uznach): DER LIEBESROMAN WIRD FERTIG
Als erstes ein Kompliment: Ich lese gern das Migros-Magazin, ich mache bei den Wettbewerben mit und das Beste finde ich Interviews mit Schriftstellern, letztes Jahr mit Catalin Dorian Florescu. Ich habe ihm eine E-mail geschickt und von ihm eine Antwort bekommen. Es war super.
Also ich denke und wünsche mir, dass mein Höhepunkt im 2013 mein fertig geschriebener Liebesroman werden wird..
Im April 2010 habe ich überraschend angefangen, ein Buch zu schreiben, und jetzt hoffe ich, dass es im 2013 fertig wird und zum Verkauf bereit.

Maria Verena Stöckli: WOHNEN IM ALTER
Ich verrate Ihnen gerne, was mein Höhepunkt 2013 sein wird: Ich bin dieses Jahr 80 Jahre alt geworden und es wird höchste Zeit, mich mit meiner zukünftigen Wohnsituation auseinanderzusetzen.
Das heisst im Klartext: Angebote studieren und Möglichkeiten prüfen. Alterswohnung? Alterssiedlung? Altersheim? Oder begleitetes Wohnen?
2013 werde ich die Wahl treffen. Das wird mein Höhepunkt 2013.

Doris Buchli: SCHULWECHSEL, OPERATION UND UMZUG
Meine Tochter, die leichte körperliche Behinderungen hat, wird vorraussichtlich im Jahr 2013 das Schulheim Chur besuchen. Das wird ein grosser Einschnitt in unserem Leben.
Ich hoffe, dass sie dort, unter Gleichgesinnten, an Stärke, Selbstvertrauen und und Mut für Neues gewinnt.
Ich, die Mutter und alleinerziehend, werde Anfang 2013 eine Rückenoperation durchführen lassen. Eine nicht ganz einfache Zeit steht mir bevor. Und zu guter Letzt hoffen wir, dass wir im nächsten Jahr eine grössere Wohnung finden, die dazu noch kinderfreundlich ist.
Es wird ein Jahr mit grossen Herausforderungen und neuen wie auch unbekannten Situationen.

Karin Pfranger: S
Eigentlich bin ich nicht so der Typ für solche Sachen. Ich bin spontan, das muss man auch sein mit zwei kleineren Kindern, aber ich habe diesen Aufruf echt gut gefunden.
Mein mann und ich, beide 38/39 Jahre alt, haben nächstes Jahr unser 22-jähriges Jubiläum. Dieses Jahr wäre ein kleineres Fest geplant gewesen. Leider hat uns das Schicksal einen Strich durch unser Vorhaben gemacht. Wir hatten wie auch schon im letzten Jahr sehr viel Pech, was die Gesundheit anbelangt. Die ganze familie, also auch unsere beiden Buben. Dieses jahr genau dasselbe, es war und ist auch jetzt aktuell nicht einfach, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen. Umso dankbarer sind wir, dass wir uns vier haben. Denn Gesundheit ist das wichtigste Gut, gefolgt von der Familie. Im Jahr 2013 haben wir etwas geplant, das uns allen wieder etwas Freude bereiten soll. Gemeinsam wollen wir per Auto und Fähre nach Norwegen. Es ist ein sehr schönes Land. Wir planen schon lange nichts mehr, aber diesmal haben wir gesagt, das wir das machen. Und dann wollen wir auch unser Jubiläum gebührlich feiern, halt zu viert,aber so ist es doch am schönsten. Es wird ein spannender Trip, denn solche Sachen haben wir früher immer spontan gemacht, uns angeschaut und gesagt: 'Chum, das mache mer!'
Das ist unser Moment im 2013! Und was auch noch super daran ist, dass wir einen lieben Freund, den wir schon länger nicht mehr gesehen haben und der in Norwegen lebt, wiedersehen können. Ich danke meinem Mann von ganzem Herzen für alles. Denn jede Sekunde ist für mich wichtig.