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01. Juli 2013

Verschwindibus im Gartenbeet

Im Garten von «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin Almut Berger wird nicht nur fleissig gegärtnert, es wird auch fleissig gesucht: Gartenscheren, Häckerlis und Schüfelis.

Ein Sammelsurium an Gartengeräten.

Ich bin eine wohlüberlegte, wohlstrukturierte, wohlorganisierte Gärtnerin. Es sei denn, es geht um mein Gartenwerkzeug, das kleinwüchsige, um genau zu sein. Gartenscheren, Schüfeli, die Brause der Giesskanne oder eben erst wieder und zum x-ten Mal das Häckerli machen sich bei mir regelmässig vom Acker.

Da häckerle ich beispielsweise unbedarft zwischen meinen Salatköpfen, als im Haus das Telefon klingelt. Fünf Minuten später bin ich wieder auf Platz, aber was verschwindibus ist und bleibt, ist mein Häckerli. Da nützt es auch nichts, dass ich den Weg bis zum Telefon punktgenau nochmals ablaufe und selbst unter dem Sofa nachschaue: Das Häckerli ist und bleibt verschwindibus. Zum Glück habe ich im Schopf noch ein zweites. Glaube ich zumindest. Doch falsch geglaubt: Der entsprechende Haken im Schopf gähnt leer.

Das Gleiche passiert mir gern auch mit der Gartenschere. Da schnipsle ich beispielsweise frohgemut an meinem verblühten Flieder herum, als Sohnemann und Gschpänli lauthalt nach einer Runde Glace verlangen. Ein Pralinato später – ja, ich gebs zu, ich konnte nicht widerstehen – stehe ich wieder bei besagtem Flieder. Und was ist und bleibt verschwindibus? Meine Gartenschere. Daran ändert auch nichts, dass ich seit Jahren zwecks besserer Ortung im Gartengrün nur noch solche mit quietschrotem Griff kaufe. In der letzten Gartensaison warens sechs, heuer und mit Stand jetzt immerhin schon zwei!

Es ist ja nicht so, dass alles Verschwundene auf immer und ewig verschollen bliebe. Ab und zu taucht auch wieder etwas auf, beispielsweise ein Zwiebelpflanzer bei einer Schneeballschlacht im letzten November oder kürzlich, als Herzensmann, Sohnemann und ich gemeinsam bäuchlings durchs Gebüsch auf der Suche nach einem Frisbee robbten. Unsere Ausbeute: zwei Federbälle, ein Plastikautöli aus dem Sandkasten, drei Pouletknochen, ein Nagelbürstli und ein linker Gartenhandschuh Grösse M, grün. Aber leider kein Frisbee und leider auch kein Häckerli, denn sonst hätte ich jetzt drei – äh, eins.

Wie auch immer: Ich unterstütze die Hersteller von Gartengeräten gern, irgendwer muss ja die Wirtschaft ankurbeln. Das Blöde ist halt, dass ich jedes Mal, wenn der Verschwindibus wieder zuschlägt, ich mich ebenfalls vom Acker machen muss, um mich wieder aufzurüsten.

PS: Den Brausekopf der Giesskanne habe ich gestern beim Abdecken unseres Piratenschiffsandkastens entdeckt. Zumindest in dem Fall bin ich mir ziemlich sicher, dass da ein paar kleine Piraten «Verschwindibus» gespielt haben!

Suchen Sie noch oder finden Sie schon? Stehen Sie ähnlich wie die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin auch alle paar Tage im Gartencenter und kaufen eine neue Gartenschere? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen mit anderen Gartenfreunden in einem Kommentar mit, oder erstellen Sie mit Anleitungen, Tricks und Fotos aus Ihrem Garten einen eigenen Artikel (Infos zu beidem siehe rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger