Archiv
01. Januar 2016

Verflixtes Fixleintuch: Der Haken am Laken

Bis das verteufelte Ding sitzt
Bis das verteufelte Ding richtig sitzt ... (Bild: Getty Images)
Kolumnistin Bettina Leinenbach
Kolumnistin Bettina Leinenbach

«Fester!», rufe ich Herrn Leinenbach zu, «nur noch einen Zentimeter!». Er beisst die Zähne zusammen, sein Kopf ist ganz rot. Ich will schon die Faust in den Himmel reissen, doch dann lässt er los. Die Matratze schnappt wie ein Katapult zurück und landet donnernd auf dem Lattenrost. Und das Fixleintuch, dieses verdammte Ding, fliegt in hohem Bogen durch die Luft, schnurrt wieder auf Handtuchgrösse zusammen und bleibt auf der Bettmitte liegen. Es grinst uns an, das hinterhältige Etwas, ich schwöre es.

1977 erfand ein Portugiese namens Màrio Marques das Spannbetttuch und wurde sehr reich damit. Warum, ist mir schleierhaft. Grundsätzlich ist die Idee gut, ein Laken mit einem Gummizug auszustatten. Einfach über die Matratze stülpen und das lästige Einschlagen, das unsere Mütter und Grossmütter so perfekt beherrschten, fällt weg. Das klappt bei Kinderbetten und meinetwegen auch noch bei Matratzen im Format 90 mal 200. Sobald aber die Liegefläche grösser wird, fangen die Probleme an.

Ich weiss, dass der Hausmann hier jahrelang geklagt hat, er könne Fixleintücher nicht schön zusammenfalten. Geschenkt, Bänz, geschenkt! Viel problematischer ist, dass die Mistdinger ab 140 mal 200 nicht mehr passen. Kauft man die Überzieher nämlich mit dem Mass der Matratze, bilden sich bereits nach zwei Stunden Schlaf Dünenlandschaften. Daher greife ich schon seit Jahren konsequent zur nächstkleineren Grösse, damit später alles stramm sitzt.

Dieser Strategiewechsel macht das Beziehen nicht einfacher. Seit wir aber diese dickere Matratze angeschafft haben, geht es nur noch zu zweit. Wenn die Matratze endlich eingepackt ist, sind alle Beteiligten fix und fertig. Deswegen heisst es übrigens Fixleintuch. Genau deswegen. 

Bettina Leinenbach ist «Mamma mia»-Kolumnistin des Migros-Magazins:
www.migrosmagazin.ch/mammamia

Autor: Bettina Leinenbach