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02. April 2012

Velotouren für (mehr als) Muskelkraft

Die Flyer ermöglichen auch nur mässig trainierten Ausflüglern längere Routen, sofern etwas Erfahrung und richtige Ausrüstung hinzukommen. migrosmagazin.ch nennt ein paar längere Frühlingstrips – verraten Sie Ihren!

IN DEN SÜDEN

Viele Outdoorfans erobern im Frühling das Tessin, weil es bereits höhere Temperaturen und bisweilen auch mit stabiler sonnigerem Wetter aufwartet. Hier zwei Rundkurs-Klassiker für Eintagesausflüge mit dem Zug, am Ausgangspunkt von beiden können mässig Ausdauer-erprobte auch Flyer mieten. Nicht minder lohnend sind die Routen für austrainierte Sportler ohne Strom-Unterstützung. Beide Vorschläge verlassen geteerte Strassen in guter Qualität nie, gerade bei nicht 100% sicher trockenem Wetter im Frühling eine gute Wahl.

Die Comer «Riviera»:Der Ausgangspunkt dieser 105 km-Runde, die ein Flyerfahrer mit den zwei obligaten Pausen in vier Stunden durch haben dürfte, bildet Lugano. Von da gehts dem Luganersee entlang über den Damm bei Melide bis Chiasso, erst eingangs Como heisst es östlich in Richtung Cernobbio umzuschwenken. Es folgt eine malerische Strasse den Comersee hinauf bis nach Menaggio. Manches pittoreske Dorf durchfährt man auf kurzzeitig einspurigen Strässchen, alles hat den Charme touristischer Vergangenheit, deren Lack etwas abblättert.
In Menaggio wartet eine Steigung von rund 200 Höhenmeter westlich zurück nach Porlezza und am Seitenarm des Luganersees zurück zum Start der Reise.

Vergessene Tallandschaften: Wer zum Saisonstart ebenfalls gut ausgebaute Strassen, aber dank 50% Flyer-Unterstützung noch längere Strecken mag, dem sei dieser Rundkurs mit Start und Ziel in Locarno (ebenso gute Zugverbindungen in die Deutschschweiz) empfohlen. Vor allem aber bringt dieser in den ersten zwei Dritteln mit ganz unterschiedlichen Tälern viel Abwechslung, mitunter Abschied von touristisch genutzten Gebieten, und vorab zu Beginn etwas mehr Schatten.
Zuerst fährt man über Ponte Brolla und Intragna das sanft ansteigende Centovalli hinauf, geniesst Krichen und lockere Siedlungen wie in Ré oder St. Maria, bevor die (luxuriös ausgebaute) Abfahrt durch noch zerklüfteteres Gelände nach Domodossola wartet. Nach Kaffee und Stärkung in einem der sympathischen Cafés nimmt man den Weg durc h ein jedem Tourismus und Glamour abholdes Tal nach Verbania unter die Räder. Das letzte Drittel der Strecke verläuft auf breiter Strasse direkt am Lago Maggiore wieder in Richtung Locarno.
Etwas Konstant über 20 kmh sollte man während gut fünf Stunden aus eigenem Antrieb fahren können, sonst ziehen sich die rund 130 km speziell bei Gegenwind von Domodossola bis Verbania oder von Verbania dem Langensee entlang zurück nach Locarno auch mit Strom-Unterstützung doch sehr in die Länge.

Rund um die Rigi

Eine dank Hilfe aus der Steckdose einfache, sehr abwechslungsreiche Tour von drei bis dreieinhalb Stunden Dauer (reine Fahrzeit) startet im Zentrum in Zug. Man fährt teils auf Velostreifen, oft noch an der Hauptstrasse am Ostufer des Zugersees nach Arth, weiter geht es über die Anhöhe nach Goldau auf der Rigiseite dem Lauerzersee entlang nach Schwy und Ingenbohl. Nach einer Pause mit Stärkung geniesst man über Gersau, Vitznau und Weggis den Hauptarm des Vierwaldstättersees, um vielleicht nach einem Kaffee an der Bucht von Küsnacht auf lauschigen Velowegen im Westen des Zugersees zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Die entspannte «Metzgete»

Eine ebenfalls hübsche Frühlingstour auf verschieden befahrenen Strassen, ohne Feldwege und Morast, bietet von Raum Zürich aus eine knapp 80 km-Runde, grösstenteils auf der Strecke des (Volks-)Radrennens Züri Metzgete. Über Regensdorf, Dielsdorf und Steinmaur gehts nach der Fisibach-Abzweigung südwestlich in Richtung Sigistorfer Steigung, wo man kurzzeitig wirklich sehr froh ist um die Schub-Unterstützung der eigenen Muskelkraft und gleich danach trotzdem eine Stärkung braucht. Nach Niederwenigen und Schöfflisdorf erklimmt man zum Dessert von Nordosten her den hübschen Regensberger Hügel. Beschwingt am Ende die Abfahrt nach Otelfingen und zurück Richtung Zürich.

Quer durch drei Seen und Kantone

Diese vierstündige Route führt von Neuenburg durch viele kleine Strassen und Dörfchen nach Fribourg. Ab Neuchâtel folgt man dem oberen Becken des Sees über St. Blaise und Gampelen nach Cudrefin. Weiter über Bellerive vorbei am Westende des beschaulichen Murtensees ins altrömische Städtchen Avenches, das bei einem Kaffee besichtigt wird. Chaumont und Dompierre erhaschen wir im Vorbeifahren, bevor nach Corcelles-les-Payerne und Montagny die Steigung auf der Route de Fribourg nach Trois Sapins (keine Angst, dort hats mehr als drei Tannen!) führt. Zum Schluss pedalt man locker auf der Route de la Broye hinab nach Grolley und Belfaux, schliesslich ins Zentrum von Fribourg.

IHRE FRÜHLINGS-RADTOUR
Kennen Sie eine lohnende Radtour, die sich für Flyer-Radler oder etwas ausdauernde Sportler im Frühling lohnt?
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Online-Karte: Unter Leben, Reisen finden Sie die Karte, um die vorgeschlagenen Routen zu studieren.

Autor: Reto Meisser