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30. September 2013

Unverhoffter Landgewinn

Der «Bohne, Bluescht und Berger»-Autorin erwachsen ganz neue Möglichkeiten: Die Thuja-Hecke ist endlich weg!

Die Thuja-Hecke hat ausgeheckt.

Tabula rasa bei Bohneblueschts: Mein Herzensmann hat endlich die Kettensäge gezückt und unsere über 30 Jahre alte Thuja-Hecke umgelegt! Drei Meter hoch, rund zwei Meter dick und das über eine Länge von 14 Metern – nun liegt ein grosser Asthaufen vorne bei der Garage und wartet auf den Häckseldienst unserer Gemeinde, während die dickeren Äste peu à peu in den Kachelofen wandern.

In der Folge konnte ich mich erstmals mit eigenen Augen davon überzeugen, dass der Nachbar hinter der Hecke seinen Pool tatsächlich zugeschüttet und durch einen Springbrunnen ersetzt hat. Ich weiss seither auch, dass er auf weisse Plastikgartenstühle steht und an seinem Stubenfenster Rüschchengardinen hängen. So viel zu seiner Seite der einstigen Hecke.

Auf unserer Seite hingegen stellt sich jetzt die Frage, wie weiter. Die Thuja-Hecke war nämlich nicht nur ein jahrelanges Ärgernis (ich finde, es gibt nichts Töteligeres als Thuja, obwohl es ja «Lebensbaum» heisst), sondern Sicht- und Windschutz. Ein Holzzaun soll her, soviel ist klar, selbstgebaut und mit skandinavischem Flair. Ob aber mit oder ohne Spitzen oder vielleicht doch gerundet, quer oder längs, mit Spalten oder ohne, ist zurzeit noch Objekt familieninterner Verhandlungen und auch nicht wirklich matchentscheidend.

Matchentscheidend hingegen ist die Antwort auf die Frage, was wir mit dem unverhofften Landgewinn anfangen wollen. Zwei mal 14 Meter – das sind 28 Quadratmeter ungeahnter Möglichkeiten! Was man da nur schon alles pflanzen könnte! Beispielsweise am künftigen Zaun entlang ein Birnenspalier oder vielleicht doch eher Trauben? Und davor eine weitere Reihe Himbis oder doch eher Brombis? Oder vielleicht lieber zwei, drei königliche Kletterrosen, mit Lavendel und Hortensien als Hofstatt?

Hübsch wäre auch ein kleines Bänkli mit Blick über den ganzen Garten. Und möglicherweise fallen ja auch noch ein paar Quadratmeter ab für das Gewächshaus, das ich mir schon so lange wünsche. Daneben könnten wir dann einen Plastiktank verlochen – Regenwasser kann man nie genug haben, wie dieser heisse Sommer wieder gezeigt hat.

Während mein Herzensmann und ich noch die diversen Vor- und Nachteile der diversen Möglichkeiten erörtern, fällt uns unser Sohnemann abrupt ins Wort: «Hühner!», sagt er, nur dieses eine Wort: «Hühner!». Hühner? Ich bin perplex. Doch dann fällt es mir siedend heiss ein: Im Sommer durfte unser Sechsjähriger bei seiner Tante Eier aus den Nestern holen. Sein daraus umgehend resultierender Wunsch nach einem eigenem Huhn blockte ich damals mit einem «wenn wir dann mal Platz haben!» ab. Nun haben wir Platz. Und damit den Salat – ähhh – das Huhn!

Was würdet Ihr mit solch einem unverhofften Landgewinn anfangen? Endlich den langersehnten Swimmingpool realisieren oder aber Euch ein Pärchen Minipigs zulegen? Teilt Eure Fantasien hier auf dem Gartenblog mit Mohn Blume, Sonnen Blume, Wühlmaus und Co.!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger