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30. Juli 2012

Unterwegs mit der Hybridfamilie

Der Citroën DS5 Hybrid4 ist einer der ersten Dieselhybride und hat obendrein 4x4-Antrieb. Der ideale Familienfreund also? Leserfamilie Sommer aus Domdidier hat ihn getestet.

Martine (40) 
und Marc Sommer (40) beladen den Citroën DS5 Hybrid4
Ferienstimmung: Martine (40) 
und Marc Sommer (40) beladen den Citroën DS5 Hybrid4, um 
die neunjährige Melinda ins Schulcamp zu fahren.

Neues interessiert uns», begründet Marc Sommer, weshalb seine Familie sich für den Familienautotest bewirbt: «Der Citroën DS5 Hybrid4 reizt uns, da wir im Grenzgebiet zwischen Deutsch- und Westschweiz wohnen – also quasi eine hybride Familie sind. Aber im Ernst: Wir suchen die ökologischste Lösung, ob mit Fotovoltaik im Haus oder mit Erdgasantrieb bei einem unserer Autos.» Ob die fünftürige Oberklasselimousine als einer der ersten Dieselhybride der Welt die Familie aus Domdidier FR begeistern kann?

Familie Sommer: Martine und Marc mit der neunjährigen Melinda und der vierjährigen Mylene (auf der Kühlerhaube).
Familie Sommer: Martine und Marc mit der neunjährigen Melinda und der vierjährigen Mylene (auf der Kühlerhaube).

«Wow!», meint die 40-jährige Martine Sommer: «Genial sieht er aus. Man wird sehr oft darauf angesprochen.» Nur hat das elegante Design leider Schattenseiten: Die Sommers bemängeln schlechte Übersicht vor allem nach hinten, was die Rückfahrkamera unverzichtbar macht. «Und für ein viereinhalb Meter langes Auto ist der Fond eher knapp und der Laderaum klein», kritisiert Martine Sommer.

Bewunderung erntet das Cockpit. «Beim ersten Einsteigen ist man wie erschlagen. Es gibt etliche Schalter, angenehme Sitze, geniale Instrumente, und alles ist hier sehr hochwertig», freut sich Marc Sommer. Die drei Panoramaglasdächer gefallen der neunjährigen Melinda und der vierjährigen Mylene prima. Zwischen den vorderen Glasdächern sitzt mittig eine Schalterkonsole. «Wie im Flugzeugcockpit. Cool – auch wenn man etwas Zeit braucht, um sich zurechtzufinden», sagt der Informatiker.

Marc gefallen die Sportfelgen.
Marc gefallen die Sportfelgen.
Martine ist begeistert von den Panoramaglasdächern.
Martine ist begeistert von den Panoramaglasdächern.

«Die Technik finde ich zwar innovativ, ich habe aber auch Zweifel», meint Marc Sommer zum Diesel-Elektro-Hybridantrieb mit 200 PS. «In der Stadt oder im Stau ist es genial, etwa zwei Kilometer elektrisch zu fahren. Im Quartier ist er fast schon beängstigend leise: Für spielende Kinder nicht ungefährlich; dafür entgeht man der Kontrolle der Nachbarn», scherzt er und bekräftigt: «Der Hybrid sorgt für souveränen Durchzug. Doch auf der Autobahn bringt er nichts. Man schleppt das Gewicht der Technik quasi mit, und manchmal stören Schaltpausen des automatisierten Getriebes.» Und: Leider komme man trotz sparsamer Fahrt nicht an versprochene 3,8 l/100 km heran. «Bei uns sind es 5,4 l/100 km.»

Positiv findet die Familie den Allradantrieb, verblüfft ist sie über das sportliche Fahrwerk. «Er lenkt sich schön direkt, aber ich dachte, Citroëns seien komfortabel. Uns ist er eher zu hart», wundert sich Martine Sommer. «Der DS5 ist faszinierend und gelungen – aber als Familienwagen fällt er bei uns mangels Nutzwert durch», urteilt Marc Sommer. Martine fügt schmunzelnd an: «Und Mylene gefällt der weisse Lack nicht – im Moment muss bei ihr alles rosa sein.»

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2011: 155 g/km) aus, bedeutet das für 2012 einen Richtwert von 149 g/km. Der Citroën DS5 Hybrid4 liegt mit 99 g/km bereits weit darunter.
Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2011: 155 g/km) aus, bedeutet das für 2012 einen Richtwert von 149 g/km. Der Citroën DS5 Hybrid4 liegt mit 99 g/km bereits weit darunter.

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2011: 155 g/km) aus, bedeutet das für 2012 einen Richtwert von 149 g/km. Der Testwagen liegt mit 99 g/km bereits weit darunter.

CO2-Infos

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Per 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die ab dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert werden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer für Benziner entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 müssen ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 dann 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 155 Gramm pro Kilometer im Jahr 2011. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 150 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa 149 Gramm pro Kilometer für 2012. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen

Fotograf: Oliver Lang