Archiv
03. Februar 2014

Übergewichtige Kinder

Bevor es zu spät ist: Dank verbesserter Leistungen der Krankenkassen sind Therapien früher und einfacher möglich.

Übergewichtiger Junge im Hallenbad beim Crawlen; Unterwasser-Ansicht
Der Einsatz lohnt sich: Je früher man den Kampf gegen die Kilos aufnimmt, desto besser sind die Erfolgschancen.

Je früher eine Therapie gegen Fettleibigkeit beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Dieser so wichtige Zeitgewinn lässt sich nun besser umsetzen, weil das Bundesamt für Gesundheit die Hürden für Beiträge an Therapien per Anfang Jahr gesenkt hat. «Neu übernimmt die Grundversicherung bereits Leistungen des Haus- oder Kinderarztes inklusive Ernährungsberatung», sagt Josef Laimbacher (58), Chefarzt für Jugendmedizin am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen.

Auch die Höhe der Leistungen soll aufgestockt werden: Neu werden Therapiekosten bis 8500 Franken pro Kind und Familie vergütet, mehr als doppelt so viel wie die jährliche Pauschale von 4200 Franken, die bisher an Programme wie den Club Minu des Migros-Kulturprozents ausgerichtet wurde.

Vom Ausbau der Kassenleistungen profitieren sogenannte multiprofessionelle ambulante Gruppen- und Individualtherapien, bei denen Fachleute aus Medizin, Ernährung, Bewegung und Psychologie mitwirken. Dem Leistungsausbau der Grundversicherung ging ein schweizweites Pilotprojekt voraus, bei dem seit 2009 über 700 stark übergewichtige Kinder und Jugendliche in Gruppenprogrammen behandelt wurden. «Es hat sich gezeigt, dass diese multiprofessionellen Programme sehr wirksam sind», sagt Josef Laimbacher, der zusammen mit anderen Ärzten seit Jahren für die Aufnahme der Therapiekosten für übergewichtige Kinder in den Leistungskatalog kämpft. Damit ist ein wichtiges Zwischenziel im Kampf gegen das Übergewicht in der Gesellschaft erreicht.

Nun werden die Therapieprogramme gemeinsam mit den Krankenkassen verhandelt und umgesetzt. «Ab 2015 sollen sie zur Verfügung stehen», sagt Josef Laimbacher.

Autor: Daniel Schifferle