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14. März 2016

Twitter-ABC

Was ist und kann Twitter? Unser ABC klärt auf.

Twittern kann grundsätzlich jede und jeder. Die einzige Voraussetzung ist eine kostenlose Registrierung auf der Website des Diensts . Nach der Anmeldung schlägt Twitter zwar vor, wem Sie folgen könnten, aber das können Sie getrost ignorieren. Interessant wirds nämlich erst nachher.

0–9: Wer twittert, muss sich kurzfassen – noch zumindest. Es gibt Gerüchte, dass die Obergrenze von 140 Zeichen demnächst aufgehoben werden soll. Aber das ist bis heute noch nicht passiert.

A: Was, wie, wo, warum? Für jeden Twitter-Account gibts gratis ein Analyse-Tool, das verrät, wie oft jeder Tweet gesehen und angeklickt worden ist. Reingucken und lernen.

B: Auf Twitter sehr gern gesehen sind Bilder. Wer einen Tweet mit einem passenden Föteli garniert, erhält die grössere Aufmerksamkeit. Das optimale Format ist übrigens 440 x 220 Pixel.

C: Fleissige Twitterer nutzen nicht die klassische Handyapp oder den Browser, sondern einen Client. Die meistgenutzten heissen TweetBot , HootSuite und TweetDeck .

D: «Schreib mir schnell eine DM» ist auf Twitter oft zu lesen. Damit ist eine Direct Message bzw. eine Direktnachricht gemeint. Standardmässig ist das nur möglich, wenn sich zwei Accounts gegenseitig folgen. In den Einstellungen unter Sicherheit und Datenschutz lässt sich jedoch festlegen, von allen Nachrichten erhalten zu können.

E: Apropos Einstellungen: Diese finden Sie beim Browser mit einem Klick aufs Profilbild oben rechts. In der Handyapp gehen Sie zu Account und tippen aufs Zahnradsymbol.

F: Die Freundschaftsanfrage bei Facebook ist der Follow bei Twitter. Folgen Sie interessanten Kontakten, um seine oder ihre Tweets angezeigt zu erhalten. Umgekehrt erhalten Ihre Follower Ihre Nachrichten. Dennoch gilt: Wer seine Tweets nicht schützt (unter Einstellungen möglich), macht alle Einträge grundsätzlich für jeden zugänglich.

G: Tweets löschen ist zwar möglich, doch grundsätzlich gilt: Gesagt ist gesagt. Theoretisch genügt es, dass eine Person den Tweet sieht, einen Screenshot davon macht und diesen weiterverbreitet. Ausserdem ist es möglich, gelöschte Tweets wieder anzeigen zu lassen. Speziell Politiker sollten aufpassen .

H: Ein Hashtag sorgt für Übersicht. Wer einem Wort ein # voranstellt, verschlagwortet damit seinen Tweet und sorgt dafür, dass er besser gefunden wird – denn ein Klick darauf zeigt alle Tweets zu diesem Thema an. Die Suche hilft Ihnen, den richtigen Hashtag für Ihren Tweet zu finden.

I: Twitter ist nicht für einseitige Kommunikation gedacht. Die Interaktion mit anderen Nutzern steht im Zentrum, und um keine Reaktion auf Ihre Tweets zu verpassen, öffnen Sie den Reiter Mitteilungen. Dort finden sich sämtliche Reaktionen auf Ihre Tweets.

J: Twitter ist auf den ersten Blick kompliziert. Dafür verantwortlich ist auch der Jargon, den Alteingesessene pflegen. Aber lassen Sie sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen. Mit etwas Geduld und vor allem Routine ist schnell verinnerlicht, wie Twitter funktioniert. Und wenns doch nicht so schnell vorwärtsgeht, treffen Sie fleissige Twitterer im echten Leben – zum Beispiel an einem sogenannten TweetUp.

K: Wie gut kommen meine Tweets an? Nebst der integrierten Analysefunktion bewertet der Dienst Klout den Einfluss von Social-Media-Nutzern. Weil grundsätzlich jeder Tweet öffentlich ist, ist keine Anmeldung oder Ähnliches nötig. Je öfter jemand mit Ihren Tweets interagiert, desto höher steigen Sie im Ranking. Die maximale Punktzahl beträgt 100 – der Durchschnitt 40.

L: Im Unterschied zu Facebook ist ein Like bei Twitter nicht ein Like. Ein Klick auf das Herzsymbol kann durchaus zustimmend wie ein «Gefällt mir» verstanden werden. Viel häufiger werden diese jedoch als Bookmark verwendet – zum Beispiel für später zu lesende Artikel. Schliesslich lassen sich alle Likes mit einem Klick chronologisch sortiert abrufen.

M: Möchten Sie jemanden auf einen Tweet aufmerksam machen, erwähnen Sie seinen oder ihren Account. Eine sogenannte Mention generieren Sie durch ein @ und den Nicknamen der Person, zum Beispiel @revogt. Platzieren Sie eine Mention ganz am Anfang des Tweets, wird dieser nur von den gemeinsamen Followern gesehen – um das zu vermeiden hat sich eingebürgert, einen Punkt voranzustellen.

N: Jeder Twitterer braucht einen eigenen, einzigartigen Nicknamen. Je kürzer der sogenannte Handle ist, desto besser.

O: Auf Twitter gehört zu werden, ist schwierig. Ein grosses Publikum zu finden noch schwieriger. Wer originell, authentisch, persönlich und humorvoll auftritt, hat aber beste Chancen.

P: Kein Twitterer ist verpflichtet, mit seinem richtigen Namen aufzutreten. Dementsprechend muss im Profilbild auch nicht zwingend Ihr Gesicht zu sehen sein, es ist aber für einen glaubwürdigen Auftritt von Vorteil.

Q: «Traue keinem Tweet, den du nicht selbst verfasst hast.» Dubiose Quellen und Fake-Accounts sind leider keine Seltenheit. Zu Ihrem eigenen Schutz empfiehlt es sich deshalb, die Quelle einer Nachricht vor dem Retweet zu überprüfen.

R: Die Bedeutung von Retweets macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn viele User zum gleichen Thema twittern. Wenn Sie einen Tweet retweeten, wird dieser nur von Usern gesehen, die den Ursprungstweet noch nicht gesehen haben. Deshalb gilt: Bevor Sie zu einem vieldiskutierten Thema etwas Eigenes twittern, lieber einen anderen User retweeten.

S: Viel besser als die Standard-Suche ist die erweiterte Suche . Darüber lässt sich fast jeder Tweet wiederfinden – insbesondere weil der Zeitpunkt eingeschränkt und Wörter ausgeschlossen werden können.

T: Wenn Sie eingeloggt sind und Twitter.com öffnen, sehen Sie Ihre Timeline. Dort erscheinen Tweets und Retweets von Accounts, denen Sie folgen – gewürzt mit gesponserten Beiträgen. Um einen Tweet anzuzeigen oder eine Diskussion mitzuverfolgen, klicken Sie auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

U: Wenn Sie jemandes Tweets langweilig finden, hilft ein Unfollow. Dazu öffnen Sie sein oder ihr Profil, fahren mit der Maus über den Knopf Folge ich und klicken auf Entfolgen. Dasselbe kann Ihnen auch passieren – nehmen Sie es nicht persönlich und verwenden Sie auch keine Tools wie Sumall oder WhoUnfollowedMe – das wird nicht gern gesehen.

V: Auf Social Media haben es lange Videos schwer. Das beweist unter anderem der Kurzvideodienst Vine, der eine maximale Abspieldauer von sechs Sekunden zulässt. Wers ausprobieren möchte, braucht ein kostenloses Benutzerkonto und eine separate App .

W: Themen, die derzeit auf Twitter diskutiert werden, sind den Trends abzulesen. Diese sehen Sie links von Ihrer Timeline eingeblendet – standardmässig die der Schweiz. Um zum Beispiel auf die weltweite Trends zu wechseln, klicken Sie auf Ändern.

X: Positionieren Sie sich als eXperte, um sich auf Twitter eine treue Gefolgschaft aufzubauen. Je nischiger, desto besser – denn für die publikumswirksamen Themen haben sich heute schon zahlreiche Nutzer positioniert.

Y: Wie bei jedem anderen Onlinedienst spielen Privatsphäre und Datenschutz auch bei Twitter eine Rolle. Firmensitz ist nicht in Europa, sondern bei den Yankees in Amerika. Veröffentlichen Sie nichts, was Sie nicht auch im privaten Umfeld erzählen oder zeigen würden.

Z: Statt einen Tweet zu retweeten, können Sie diesen auch zitieren. Das passiert automatisch, wenn Sie den Retweet-Knopf drücken und einen Kommentar hinzufügen.

Autor: Reto Vogt