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08. Juni 2015

Tschau, Sepp

Was steht im Hause Friedli an? Die Frauen-WM
Was steht im Hause Friedli an? Die Frauen-WM!

Hier rasch dreiundzwanzigmal die Silbe «-in» zuhanden des Schweizerischen Fussballverbands: -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in, -in und noch mal -in. Reicht fürs gesamte Kader samt zweiter Ersatztorfrau, bitte auf der Website einsetzen! Merci.

Kolumnist Bänz Friedli
Kolumnist Bänz Friedli (50)

Bringen die vom Verband es doch tatsächlich zustande, die Spielerinnen des Frauennationalteams, das diese Woche ins erstmalige Abenteuer Weltmeisterschaft startet, auf der offiziellen Website jeweils als «Torhüter», «Verteidiger», «Angreifer» zu bezeichnen statt als Torhüterin und so weiter. Ärgerlich für mich als Frauenfussballversteher. Was heisst -versteher? Fan bin ich, nicht erst seit gestern. In den nächsten Wochen werd ich einen Grund anführen können für die Ringe unter meinen Augen: Werde nächtens mitfiebern, hoffentlich bis zu meinem Wunschfinal USA - Schweiz. Verstehen Sie mich richtig: Ich bin kein Freund verkrampfter politischer Korrektheit, vor allem nicht von doofen Bemühungen – mit Betonung auf Müh’ – um geschlechtsneutrale Ausdrücke à la «Lehrkörper», «Elternteil» oder, schlimmer noch, «das Elter». So was ist schlicht ähm … dämlich.

Aber eine Verteidigerin «Verteidiger» zu nennen, ist einfach nur doof. Und bitte nie mehr den Begriff «Mannschaft» für Frauen! Denn das ist genauso blöd, wie wenn das Team der Männer als «Frauschaft» bezeichnet würde. «Mannschaft» für Frauen will ich nie mehr hören, nun, da der Leichtathletikreporter des Fernsehens, der immer wieder das Wortungetüm «Landsmännin» gebrauchte, endlich seinen Dienst quittiert hat. (Er hat ins Departement Maurer Ueli gewechselt, Vau-Bee-Ess, da hat er es ja wohl mit echten Kerlen zu tun, und es kommen ihm keine «Männinnen» in die Quere.)

Es lebe die Frauen-WM! Denn da haben die korrupten alten Herren vom Geheimbund Fifa wenig zu husten. Deren abtretender Präsident, Blatter Joseph, schlug ja mal vor, die Frauen sollten in kürzeren Trikots spielen, bauchfrei und so, und in heissen Höschen wie im Beachvolley, das würde dann schon für Aufmerksamkeit sorgen! Und es war einfach nur das Gelaber und Gesabber eines alten Mannes, sexistisch und diskriminierend – weil er die Spielerinnen zu Sexobjekten degradierte, statt sie als Leistungssportlerinnen wahrzunehmen. Übrigens reist der – noch – oberste Fussballer nicht an die WM. Die Gefahr sei zu gross, dass er bei der Landung in Kanada verhaftet und an die USA ausgeliefert würde, die gegen ihn wegen übler Machenschaften ermitteln. Kein Besuch von Blatter Sepp? Die Spielerinnen werden es verkraften.

Buchvernissage mit Bänz Friedli und Marco Fritsche: 9. 6. Zürich, «Kaufleuten».

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Autor: Bänz Friedli