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15. September 2014

Trouvaillen der Schweizer Hotellerie

Die kleinen und mittleren Hotels bilden auch heute noch das Rückgrat der Schweizer Hotellerie. Das «Gastro Journal» präsentiert in der neuesten Ausgabe die Top Ten dieser Vertreter.

Das Lofthotel in Murg
Das Lofthotel in Murg am Walensee. (Bild zVg)

Sie ist so ziemlich einzigartig, befindet sich meist seit Generationen im Familienbesitz und wird deshalb, wie das «Gastro Journal» schreibt, «mit viel Herzblut geführt». Die Rede ist von der kleinen und mittelgrossen Schweizer Hotellerie. Immer wieder ist von dieser zu hören, bei Häusern unter 50 Zimmern werde es schwierig bis unmöglich zu wirtschaften. Die Fachzeitung «Gastro Journal» führt nun aber mit einem aktuellen Ranking und entsprechenden Beispielen auf, dass es sehr wohl möglich ist, kleine Hotels mit wenigen Betten erfolgreich zu lenken.

Hotel Tobler in Ascona
Hotel Tobler in Ascona

1. Hotel Tobler, Ascona TI:
Gastgeber Walter Tobler empfängt seine Gäste am schönsten Fleck oberhalb Asconas. In dritter Generation führt er seit 1996 mit seiner Frau Marianne das Hotel Tobler. «Mit ihr hat er in den letzten Jahren aus dem kleinen unscheinbaren Hotelbetrieb ein solides Vier-Sterne-Haus aufgebaut», schreibt das «Gastro Journal». Das Hotel Tobler rangiere auf dem ersten Platz für viel investiertes Herzblut und stellvertretend für die vielen kleinen und mittelgrossen Hotels im Tessin, die sich von den wirtschaftlichen Faktoren nicht unterkriegen lassen.

2.Lofthotel, Murg SG: Das Lofthotel in der Alten Spinnerei ist der letzte verbliebene Hotelleriebetrieb in der kleinen Gemeinde am Walensee. Das Hotel zeichnet sich durch das Umnutzungskonzept von der Fabrik zum Betrieb mit 19 Zimmern aus.

3.Le Petit Manoir, Morges VD: Der kleine Vier-Sterne-Betrieb befindet sich inmitten wunderschöner Gärten. 2013 entstand in unmittelbarer Nähe ein zusätzliches Gebäude mit 14 Zimmern, womit die Bettenkapazität verdoppelt wurde. Um auf die Wünsche der Gäste einzugehen, wurden ausserdem ein Spa und ein Hallenbad eingerichtet. Zum Betrieb gehört auch ein GaultMillau-Lokal mit 15 Punkten.

4.Hirschen, Grindelwald BE: Das Hotel-Restaurant ist seit Generationen ein Familienbetrieb. Gastgeber ist Patrick Bleuer, ein gelernter Koch. «Er hat zuletzt gegen viele Widerstände den Kostenfaktor Küche aufs Maximale reduziert und das Hotel ausgebaut – der Erfolg gibt ihm recht», argumentiert das «Gastro Journal».

5.Lej da Staz, St. Moritz GR: Unter der Führung von Gastgeber Jürg Mettler hat sich das Hotel-Restaurant am Stazersee ausserhalb von St. Moritz zum Bijou entwickelt. Es ist seit Jahren der persönliche Tipp von Migros-Magazin-Redaktor Reto Wild. Der Betrieb punktet mit Ruhegarantie, gutbürgerlicher Küche sowie einer betriebswirtschaftlich kosteneffizienten und soliden Führung. Der fünfte Platz zeigt, dass Erfolg auch mit zehn Zimmern möglich ist.

6. Schloss Ueberstorf, Ueberstorf FR: Das Hotel-Restaurant, dessen Grundmauern aus dem 15. Jahrhundert stammen, ist nicht klassifiziert. «Ein Herzblutprojekt, das Platz für Kultur, Kunst und Freigeister lässt. In seinen 15 Zimmern und 30 Betten kann der Gast im schlichten Ambiente seinen Gedanken freien Lauf lassen.» Das «Gastro Journal» bewertet den Betrieb als «ungewöhnlich und einzigartig».

7. The River House Boutique Hotel, Andermatt UR: «Das Hotel des Gastgeberpaars Sarah Keller und Kevin Obschlager ist einer der schönsten Betriebe in Adermatt, der sich durch Liebe zum Detail erfrischend von den lokalen Mitbewerbern abzuheben vermag.» Man könne auch ohne grosse Namen wie The Chedi Erfolg haben.

8.Maya Boutique Hôtel, Nax VS: Dank Crowdfunding haben Lisa und Louis Papadopoulos eine skandinavische Sauna sowie die Installation einer Fotovoltaikanlage gebaut.

9. Bellevue, Interlaken BE: Das Hotel war einst ein heruntergekommener Kasten an bester Lage. «Seit Regula und Thomas Dübendorfer eingestiegen sind, hat das Gastgeberpaar das Potenzial des Standorts gezielt, engagiert und professionell ausgeschöpft, namentlich mit parallel geführten Schienen von origineller Lodge, originellem Mittelklassehotel und kleiner Bar statt grosser Küche.»

10.La Cour des Augustins, Genf GE: Das Designhotel im Herzen von Genf besticht durch eine Mischung aus moderner Dekoration und einer Architektur aus den 1850er-Jahren. «Das Ganze wird zudem ausgeschmückt mit extravagantem Designmobiliar und neuester Technologie», urteilt das «Gastro-Journal» über diesen zehnten Platz.

Autor: Reto Wild