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04. Juli 2016

Trojaner auf dem Handy

Ein angeblich von der Post stammendes SMS informiert über eine baldige Zustellung –geliefert wird aber ein Trojaner: Onlinebetrüger agieren immer dreister. So schützen Sie sich.

Trojaner richten auf Smartphones Schaden an
Trojaner richten auch auf ungeschützten Smartphones Schaden an.

Betrüger verschicken derzeit gefälschte SMS-Nachrichten mit dem Absender «SwissPost». Wer den angehängten Link anklickt, fängt sich einen Trojaner ein, der vor allem auf Android-Smartphones grossen Schaden anrichtet.
Doch ganz egal, welche Firma sich die Gauner aussuchen und als Absender missbrauchen – ihre Masche ist immer dieselbe: Sie fälschen eine E-Mail- oder SMS-Nachricht und lassen diese möglichst seriös aussehen. Darin ist meist ein Link platziert, der zur Eingabe von Kunden- oder Kreditkartendaten auffordert.

Dabei sind die Empfänger dieser Nachrichten nicht mal zwingend Kunden dieser Unternehmen – und wenn doch, dann ist das purer Zufall. Die Mail-Adressen und Telefonnummern sind in solchen Fällen nämlich gestohlen oder auf einer illegalen Handelsplattform erstanden worden. Ziel der Onlinebetrüger ist es, an Kunden- und vor allem Kreditkartendaten zu kommen.

Diese Masche wird «Phishing» genannt. Sie ist nicht neu. Vielen Smartphonenutzern ist aber nicht bekannt, dass die von Computern bekannte Gefahr gleichermassen bei der Smartphonenutzung droht. Einen wirksamen Schutz dagegen gibt es jedoch auf keinem System. Nützlich ist einzig eine aufmerksame Nutzung des Smartphones.

Keine privaten Daten preisgeben
Wie auf dem Computer sollten auch auf tragbaren keine E-Mails, SMS- und WhatsApp-Nachrichten von unbekannten Absendern geöffnet werden. Stammen diese auf den ersten Blick von einer seriösen Firma, zu der Sie jedoch keine Kundenbeziehung pflegen, gilt dasselbe. Haben Sie dort schon eingekauft oder sind Kunde, prüfen Sie das E-Mail auf seine Echtheit: offensichtliche Rechtschreibfehler, keine Kontaktmöglichkeiten oder fehlende Infos über die Geschäftsbeziehung deuten darauf hin, dass die Nachricht gefälscht ist. Und: Klicken Sie grundsätzlich keine Links an, die zur Eingabe von persönlichen Daten auffordern.

Doch Phishing ist nicht die einzige Gefahr bei der Smartphonenutzung. Besonders Besitzer von Android-Geräten – bei Apple iPhones ist die Gefahr einer Infektion geringer – ist ein vorsichtiger Umgang empfohlen. Dort kann bereits der Besuch einer verseuchten Website oder der Download einer gefälschten App ausreichen, um sich einen Trojaner einzufangen.

Um sich zu schützen, empfiehlt sich die Installation eines Virenschutzes. Das unabhängige Testlabor Av-test.org vergibt unter anderem an «G Data Internet Security» gute Noten. Darüber hinaus ist jedes Gerät mit einem Passwort abzusichern.

Autor: Reto Vogt

Illustrationen: Supertotto 2Agenten