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25. Juli 2016

Traumwanderung entlang der Bisse de Tsittoret

Der Kanton Wallis ist bekannt für seine Suonen-Wanderungen: Routen entlang Jahrhunderte alter Wasserwege. Wir haben die Bisse de Tsittoret entdeckt. Dazu in der Sommerserie: Die Tipps zu Crans-Montana von Postchefin Susanne Ruoff.

Bisse de Tsittoret
Der erste Teil der Bisse de Tsittoret ist flach und ideal für Familien mit Kindern.

Sie gelten als sprudelnde Quellen des Lebens: die Suonen, die im Mittel- und Unterwallis auch Bisse genannt werden. Die Suonen fassen das Wasser der Gletscher und führen es in die regenarmen Täler. Auf dem Höhepunkt ihrer Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts versorgte dieses über 1800 Kilometer lange Bauwerk das Wallis mit dem kostbaren Nass und ermöglichte so eine üppige Landwirtschaft.

Zur Auswahl stehen gegen 30 Suonen-Wanderungen – vom leichten Spaziergang bis zum Weg, wo man trittsicher und schwindelfrei sein muss, mit tiefen Abgründen, wie es Postchefin Susanne Ruoff in der Sommerserie des Migros-Magazins formuliert. Crans-Montana ist ihr Wohnort und eignet sich als Ausgangspunkt für besonders viele Suonen-Wanderungen. Das Gebiet, das sich vom Rhonetal bis hinauf zum Plaine-Morte-Gletscher auf eine Höhe von 3000 Metern zieht, ist bekannt für viel Sonnenschein und die Aussicht auf die höchsten Gipfel der Alpen, die vom Matterhorn bis zum Mont Blanc reichen.

Bisse de Tsittoret
Kuh mit Bergblick: Vor den Mutterkühen wird gewarnt.

Sehr abwechslungsreich und familienfreundlich zeigt sich die Bisse oder Suone von Tsittoret, die sich grob gesagt oberhalb des Ortskerns von Crans-Montana und Plaine Morte befindet. Im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt, leitet diese Suone das Wasser der Tièche auf Wiesen und Rebberge bis nach Miège und Sierre. Der erste Teil der Strecke ist flach – bis zum tosenden Wasserfall, der sich eine Felswand hinunter stürzt. Der Aufstieg danach schaffen auch solche, die nicht Spitzensportler sind.

Colombire
Im Weiler Colombire befindet sich ein Museum, das den harten Alltag der Bauern vor gut 200 Jahren zeigt.

Zur Einkehr am Schluss der Wanderung empfiehlt sich das Le Relais de Colombire im gleichnamigen Weiler, dessen Betonbau auf 1850 Meter über Meer auf den ersten Blick abweisend wirkt. Doch die Schweizer Spezialitäten wie Walliser Platte und der Ausblick auf die Schweizer 4000er entschädigen.

Zum Übernachten empfiehlt sich das Aparthotel Helvetia Intergolf , das gut gelegen ist, schöne Zimmer hat und ebenfalls mit einem super Ausblick begeistert. Gönnen Sie sich ein Fondue Chinoise und einen Wein aus der Cave du Rhodan, Salgesch.

Marschzeit: rund 2,5 Stunden
Strecke: 10,5 Kilometer
Länge der Suonen: 6 Kilometer
Aufstieg: 370 Meter (ab L’Aminona)
Abstieg: 510 Meter (bis Vermala)

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild