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25. November 2013

Wenn die Augen brennen

Trockene Augen sind keine gefährliche Erkrankung, aber für die Betroffenen sehr unangenehm. Kleine Blinzelpausen tagsüber schaffen Abhilfe.

Eine Frau benutzt Augentropfen
Augentropfen helfen, doch wegtherapieren lässt sich die Krankheit nicht. (Bild: Getty Images)

Es ist ein Gefühl, als ob man Sand oder sonst einen Fremdkörper im Auge hätte. Jucken und Brennen oder Rötungen sowie vermehrte Tränenbildung und verschwommenes Sehen können dazukommen — vor allem bei Wind oder in klimatisierten Räumen mit trockener Luft.

Augenärztin Helga Reinshagen von der Pallas-Klinik in Olten hört häufig Patientinnen und Patienten über derartige Symptome klagen. «Besonders wenn jemand noch erklärt, viel am Bildschirm zu arbeiten, liegt für mich der Verdacht nahe, dass es sich beim Beschwerdebild um trockene Augen handelt», sagt sie. Frauen über 40 Jahre sind von diesem Problem am häufigsten betroffen. Zum einen haben sie oft ein ausgeprägteres Körpergefühl als Männer. Vor allem aber beeinflusst mit der Menopause der veränderte Hormonspiegel im Körper auch die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit.

Wenn man lange am Bildschirm sitzt, trocknen die Augen aus

«Trockene Augen haben ihre Ursache in einem unausgewogenen Tränenfilm und einer ungleichmässigen Befeuchtung», erklärt die Expertin. Wird die Hornhaut nicht gleichmässig mit dem Tränenfilm bedeckt, verschlechtert sich die Sicht. «Bei der Untersuchung mit der Spaltlampe, die wie ein Mikroskop vergrössert, kann der Arzt erkennen, ob der Tränenfilm die Hornhaut ausreichend benetzt oder nicht — dann ist nämlich eine Art Stippung, das sind kleine Pünktchen, auf der Hornhaut zu sehen», sagt sie.

Die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit aus Wasser, Schleim und Fett hängt von verschiedenen inneren Faktoren wie etwa dem Alter ab. Mit den Jahren wird die Drüsentätigkeit schlechter, weswegen sich die Tränenflüssigkeit verändert. Die hormonelle Situation beeinflusst die Drüsentätigkeit ebenfalls. Das ist mit ein Grund, weshalb bei Frauen ab 40 Jahren die Wahrscheinlichkeit zunimmt, an einer Benetzungsstörung und damit an trockenen Augen zu leiden. Gewisse Medikamente wie Antidepressiva und einige Krankheiten wie Rheuma oder Schilddrüsenfehlfunktionen sind ebenfalls begünstigende Faktoren für die Entwicklung trockener Augen.

Wie Helga Reinshagen betont, kann der Lebensstil das Problem zusätzlich verschlimmern. Lange Sitzungen am Bildschirm trocknen die Augen stark aus. Das Tragen von Kontaktlinsen sowie Aufenthalte in sehr trockener Umgebung oder bei hoher Luftverschmutzung fördern die übermässige Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Die Augenärztin empfiehlt deshalb, ab und zu Pausen einzulegen und die Augen kurz zu schliessen, damit die Hornhaut wieder besser befeuchtet wird. Frei verkäufliche Tropfen für trockene und gereizte Augen, die keine weiteren medikamentösen Komponenten enthalten, sind ebenfalls eine wirksame Hilfe gegen das Übel, das sich übrigens nicht wegtherapieren lässt — wer davon betroffen ist, muss damit leben.

Zum erfolgreichen Umgang mit dem Problem, das mehrheitlich Fauen betrifft, gehört laut Helga Reinshagen auch der Verzicht auf starkes Schminken der Augen — vor allem kein Kajal am Lidrand — und tägliches Reinigen der unteren Lidränder mit einem angefeuchteten Wattestäbchen. Die kleinen Partikel, die sich dort absetzen, sind zwar von Auge nicht sichtbar, doch sie können das Gleichgewicht der feinen Talgdrüsen am Lidrand ebenfalls durcheinanderbringen.

Autor: Martina Novak