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21. Mai 2012

Touristen-Highlights in Polen

Neben der Hauptstadt Warschau oder den Seen und Wäldern der Masuren bietet Polen noch viele weitere lohnende Reiseziele. migrosmagazin.ch verrät die Top 10, Pärke oder Landschaften einer- und attraktive Städte oder historische Zeugen andererseits.

PÄRKE, BERGREGIONEN & LANDSCHAFTEN
1. Die hohe Tatra
Der höchste Berg Polens ist mit dem Rysy gar ein Meter kleiner als 2500 Meter ü.M., dennoch gilt die polnische Tatry als kleinstes Hochgebirge der Welt. Der Nationalpark umfasst einige malerische Wanderwege vorbei an Gipfeln, Bergseen und Wasserfällen (die Spezialität dieser Bergregion). Am bekanntesten und touristisch erschlossen ist die Strecke von der Stadt Zakopane bis hinauf zum Bergsee Meeresauge (Morskie Oko). Auch spezielle Mountainbike-Strecken stehen zur Verfügung.

2. Die Moore von Biebrza
Den gleichnamigen Nationalpark gibts erst seit 1993, er ist aber der grösste des Landes. Der Biebrza-Flusslauf in seinem (re)naturierten Zustand prägt die Landschaft mit zahlreichen Moorgebieten. Neben über 400 Kilometern Wanderwegen, aber nur rund 20 Kilometern Radweg (dafür eignet sich der Park weniger) kann die Region auf dem grössten Fluss gut 135 Kilometer im Kajak zurückgelegt werden. Weiterer Trumpf: Von Warschau ist man schnell einmal da.

3. Der Beskiden-Karpatenbogen
Ausser den Wintersportzentren (Sadecki-Beskiden) in mittlerer Höhe (Berge um oder etwas über 1000 M.ü.M.) sind die Beskiden auch als Erholungs- und Wandergebiet in der warmen Jahreszeit bekannt und beliebt. Für ausländische Touristen handelt es sich im Vergleich zur Tatra beinahe schon um einen Geheimtipp. Die Grossregion beinhaltet gleich drei Nationalparks, den Babia Gora allein in Polen, den Pieniny an der Grenze zur Slowakei (und darüber hinaus) und einen im grenzüberschreitenden Dreiländereckchen Polen-Slowakei-Ukraine.

4. Der Bialowieza-Urwald
Der gleichnamige Nationalpark (seit 1921, der klar älteste des Landes) gehört seit geraumer Zeit zu den Unesco-Weltnaturerben. Ein Urwald über eine Gesamtfläche von 1250 Quadratkilometern bis hinein nach Weissrussland ist weitgehend sich selbst überlassen und wartet auf (am besten geführte) Entdeckungstouren mit seinen 5000 Pflanzen- und gar 15'000 Tierarten, als grösste die riesigen Wisente (Büffel). Einige so alte Sakralbauten wie die älteren Bäume (ca. 500 Jahre) und ein grosszügiges Museum sorgen nebst ein paar Touristenunterkünften für etwas Zivilisation.

5. Die Wieliczka-Salzbergwerke
Lust auf etwas Überschaubareres, menschlicher Geprägtes? Dann sind die wirtschaftlich lange extrem bedeutsamen Salzbergwerke von Wieliczka, gut erreichbar von Krakau, genau das Richtige. Mit über einer Million Besucher pro Jahr eines der berühmtestens Touristenziele des Landes, Weltkulturerbe seit dem Ende der 70er-Jahre. Hier gibt es beeindruckende Kristallgrotten, Heilanlagen für Asthma- und Bronchialkranke in 135 Metern Tiefe und vieles mehr.

STÄDTE & GESCHICHTSZEUGEN
1. Die Altstadt von Krakau
Locker mithalten mit der boomenden Metropole Warschau kann in Sachen lang zurückreichende Geschichte das historische Zentrum von Krakau. DIe Stadtteile Kazimierz udn Wawel tragen auch schon seit 1978 den Rang eines Weltkulturerbes. Mittelalter-Dom oder Renaissance-Schlösser darf man hier nicht verpassen. Gerade im Sommer ist hier aber auch in der Restaurant- und Klubszene für den Ausgang fast so viel los wie in der Hauptstadt.

2. Die Werft von Danzig
Viele in der Geschichte des (späten) 20. Jahrhunderts bewanderte kennen Danzig als die Stadt für den Aufbruch der Gewerkschaftsbewegung und Heimat respektive Arbeitsort von Friedensnobelpreisträger Lech Walesa & Co. Die Arbeiterbewegung brachte letzlich mit viel Energie und Geduld (!) das Regime (Jaruzelzkis) von sowjetischen Gnaden mit ins Trudeln. Schöne Strände und ein mildes Klima an der Ostseeküste sorgen für Abwechslung nach der ausgiebigen Besichtigung der Zeitzeugen beim Hafen und im Stadtzentrum. Der bekannte Kurort Soppot liegt unweit entfernt und lohnt sicher einen kleinen Umweg.

3. Niederschlesiens Hauptstadt Breslau
Die riesige Altstadt, durch mehr als 100 ganz unterschiedlich grosse und hohe Brücken verbunden, ist ein weiteres Reiseziel vieler Städte-Entdecker. Die Bauten mit Höhepunkten in der Gothik, dem Barock und dem Jugendstil zeugen von einer komplexen, verworrenen Geschichte mit zuerst einmal deutschen, dann auch vielen böhmischen, österreichischen und zentral-polnischen Einflüssen.

4. Der Wallfahrtsort Tschenstochau
Die vergleichsweise kleine Stadt liegt im Mittelpunkt der Hochebene von Krakowsko-Czestochowska. Hier hat es ein paar Touristen, vor allem aber ist der Ort dank dem Jasna Gora Kloster, einem Marien-Wallfahrtsort, eines der beliebtesten Reiseziele der gläubigen Polen selbst. Im Kloster befindet sich die Ikone der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, die Figur wurde Mitte des 17. Jahrhunderts als Polens Königin gekrönt. Ihr wurden als Landesmutter udn Beschützerin zahlreiche Wunder zugeschrieben.

5. Auschwitz - Zeuge der Judenvernichtung
Natürlich hätte man als 10. mögliches Reiseziel neben Warschau und den Masuren MArienburg nennen können, die älteste Backsteinfestung Europas und ab Ende des 12. Jahrhunderts Heimat des (Deutschen) Ritterordens. Als weitaus schrecklichere Stätte, die von weniger lange zurückliegendem deutschen Einfluss Zeugnis ablegt, kommt man jedoch auch heute noch nicht um den Ort des grössten Vernichtungslagers Hitlerdeutschlands herum: Oswiecim oder zu deutsch Auschwitz. Hier sollen im 2. Weltkrieg rund 1,5 Millionen Menschen umgebracht worden sein. Eine Ausstellung verbindet das Gedenken an das grösste Verbrechen mit den Grundideen der Menschenwürde.


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Bernstein-Andenken? Gut und Recht - aber zuerst gilts etwas vom Land zu sehen.  (Bild Tanja Demarmels)
Bernstein-Andenken? Gut und Recht – aber zuerst gilts etwas vom Land zu sehen. (Bild Tanja Demarmels)

Autor: Reto Meisser