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18. März 2013

Topmotiviert dank Sportstars

Profisportler vermitteln Kindern Freude am Sport: Was an Berlins Grundschulen Trend ist, braucht in der Schweiz noch Förderung.

«Schule bewegt» mit Eiskunstläuferin Sarah Meier
Eiskunstläuferin Sarah Meier ist einer der Sportstars, 
die im Rahmen von «Schule bewegt» Kinder für Sport motivieren. (Bild: BASPO, Schapowalow/Huber)

Berliner Schulen gehen neue Wege, um Kinder für den Sportunterricht zu begeistern: Ex-Basketballstar Henning Harnisch vermittelt Schülern Spass am Sport, indem er Profitrainer verschiedener Sportarten als Turnlehrer an die Grundschulen schickt.

Gibt es so etwas auch in der Schweiz? Christoph Conz (43), Verantwortlicher Bildung des Bundesamtes für Sport (Baspo), sagt: «Das wäre bei uns so nicht möglich, selbst Spitzentrainer bräuchten eine spezifische Lehrerausbildung, um angestellt zu werden.»

Verpasst die Schweiz da vor lauter Reglementierung nicht eine Chance? «Nein», ist Conz überzeugt. «Es ist nicht erwiesen, dass Turnunterricht mit Profis für die Kinder wirklich besser ist als herkömmlicher Unterricht.» Die Promis gäben den Schülern vielleicht einen ersten Kick, doch letztlich seien die Primarlehrer die eigentlichen Vorbilder. «Wir wünschen uns darum eine Generation von Primarlehrerinnen und Primarlehrern, die Sport treibt und sich viel und gern bewegt. Das hat nachhaltigen Einfluss», sagt Conz.

Sportpromis, die Kids motivieren, gibt es jedoch auch in der Schweiz. «Das sind aber einzelne Unterrichtseinheiten oder Thementage und ist kein regelmässiger Sportunterricht», sagt Conz.

Das Baspo selbst bietet im Rahmen von «Schule bewegt» Schulbesuche von Profisportlern an: Schulklassen, die am Bewegungsförderungsprogramm des Bundes teilnehmen, können für einen solchen Schulbesuch ausgelost werden.

Es braucht aber mehr solche Angebote, findet Conz. «Wir ermutigen Vereine, verstärkt in und um Schulen herum Kurse und Trainings anzubieten, an denen die Kinder in der Mittagspause oder nach Schulschluss teilnehmen können», sagt Conz. Wenn die Kinder nicht zum Sport kommen, muss der Sport eben zu ihnen kommen.

Autor: Andrea Fischer