Archiv
15. Juni 2015

Tomaten: Je reifer, desto besser

Sie sind des Schweizers liebstes Gemüse. Gut so. Denn sie strotzen nur so vor Vitamin C und sind gut für den Herzkreislauf.

Viele Tomatensorten
Ob gelb oder rot: Die Farbstoffe in den Tomaten beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Schweizerinnen und Schweizer essen pro Jahr und pro Kopf mehr als 10 Kilo Tomaten. Kalorienmässig gesehen ist das Fruchtgemüse ein ausgesprochenes Leichtgewicht: Zwei grosse Tomaten enthalten nur 50 Kalorien (kcal), decken jedoch, roh genossen, die Hälfte unseres täglichen Vitamin-C-Bedarfs ab.
Neben den klassischen roten gibt es auch gelbe, blaue oder orange Tomaten. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in ihren Nährwerten. Deshalb gilt: Am besten abwechseln und vom breiten Angebot an Tomatensorten profitieren.

Bioaktive Substanzen
Die natürlich vorkommenden Farbstoffe in den Tomaten sind gut erforscht und sehr gesund. Sie gehören zu den bioaktiven Substanzen und schützen die Pflanze vor schädlichen Angriffen durch das UV-Licht und andere Umweltfaktoren. Während des Reifevorgangs bilden sich vorwiegend (rote) Lykopine und Carotinverbindungen. Dies wiederum führt zu folgendem Schluss: Sind Tomaten nicht richtig reif, fehlen bioaktive Substanzen.

Die Wirkung der Lykopine
«Wir wissen, dass eine hohe Aufnahme von Gemüse, das reich an Carotinverbindungen ist, das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt», sagt Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. Steven J. Schwarz von der Universität North Carolina konnte nachweisen, dass Lykopine die Herzfunktion und den Herzkreislauf verbessern sowie der frühzeitigen Entstehung von Ablagerungen in den Blutgefässen vorbeugen. Klinische Langzeitstudien, etwa diejenige von Edward Giovannucci von der Harvard Medical School, zeigen zudem, dass Lykopine vor Prostatakrebs schützen können. 

Autor: Marianne Botta