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12. Dezember 2011

To salt or not to salt

Sollen wir nun tatsächlich alle weniger Salz essen, wie vom Bundesamt für Gesundheit empfohlen? Eine neue Studie bringt das Salzdogma ins Wanken.

Salz oder kein Salz?
Schneller Griff zum Salzfass: Über die richtige Menge streiten sich die Experten. (Bild: Fotolia)

Jahrelang warnten Ärzte und offizielle Stellen, dass zu viel Salz schlecht für die Gesundheit sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt konkret, maximal fünf Gramm Kochsalz pro Tag zu sich zu nehmen. Mehr als doppelt so viel — im Schnitt 10,6 Gramm — verzehrt ein Schweizer. Eine Schweizerin isst acht Gramm täglich.

Als Hauptquelle für diesen laut BAG zu hohen Salzkonsum ortete das Amt verarbeitete Lebensmittel wie Wurstwaren, Konserven, Brot und Käse. Hier wollen die Behörden den Hebel ansetzen, denn zu viel Salz führt zu hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hirnschlag und vielem mehr.

Doch es zeigt sich immer mehr: Dieses Salzdogma ist so nicht haltbar. Eine neue Studie der Universität Irland in Galway mit immerhin 28'880 Teilnehmern kommt nämlich zum Ergebnis, dass ein mittlerer Salzkonsum von zehn bis 15 Gramm pro Tag am wenigsten zu Herz-Kreislauf-Problemen führt. Eine Menge also, die laut allen offiziellen Richtlinien deutlich zu hoch wäre. Studienleiter und Schlaganfallspezialist Martin O’Donnell von der Uni in Galway: «Eine Salzminderung ist sicher angebracht für Menschen mit einem zu hohen Blutdruck.» Denn immerhin zeige die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen deutlich zu viel Salz und dem Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Bei hohem Blutdruck zurückhaltend salzen

O’Donnell stellt in Frage, dass die ganze Bevölkerung salzarm leben soll. Denn die Studie zeigt auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen zu wenig Salz und Herzproblemen. Sinkt demnach der Salzkonsum auf das von der WHO verordnete Mass, steige das Herzinfarktrisiko sogar deutlich an.

Autor: Thomas Vogel