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27. Juni 2016

Zehn Punkte für eine artgerechte Haltung von Aquarienfischen

Zierfischexpertin Claudia Kistler sagt, worauf Aquarienhalter achten müssen. Im Interview (rechts: «Sie weiss alles über Zierfische») erklärt sie, weshalb viele wenig Ahnung von artgerechter Haltung haben.

Aquarium

1. Sich gründlich Informieren: Kenntnisse über die verschiedenen Arten, Aquarientechnik und Pflegeaufwand sind wichtig, bevor man sich ein Aquarium anschafft.

2. Auch kleine Fische brauchen Platz: Möglichst grosses Aquarium wählen (ab 100 Liter). Vorteil: Mehr Platz für die Fische, und die Erhaltung der Wasserqualität gelingt besser.

3. Aufbau des biologischen Milieus benötigt Zeit: Aquarium nach Einrichtung vier Wochen lang ohne Fische betreiben, damit sich ein gutes biologisches Milieu entwickeln kann (Mikroorganismen).

4. Für gute Wasserqualität sorgen: Regelmässige Wasserwechsel, Kontrolle von pH-Wert (Säure/Base) und Nitratwerten vornehmen. Wasserpflanzen können helfen, die Wasserqualität zu erhalten.

5.Weniger ist mehr: Mit wenig Fischen, eventuell nur einer Art (Artaquarium), beginnen und generell Anzahl Fischindividuen und -arten gering halten. Hände weg von Qualzuchten (z.B. Goldfische mit verkümmerter Wirbelsäule)!

6.Passend vergesellschaften: Nur Arten zusammenhalten, die die gleichen Ansprüche an die Wasserqualität haben und verträglich sind.

7.Bedürfnisgerecht einrichten: Je nach Art braucht es Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, Sichtbarrieren und/oder genügend Schwimmraum. Die Rückseite des Aquariums muss abgeschirmt sein.

8.Angepasst füttern: Zurückhaltend Futter geben (Wasserqualität!). Futtermenge an die Grösse der Individuen und Anzahl Fische anpassen. Mehrere Male pro Tag kleine Portionen füttern, verschiedene Futterarten anbieten, das Futteraufnahme-Verhalten der Arten berücksichtigen.

9. Regelmässig beobachten: Wichtig für das Kennenlernen der Fische, für das Erkennen von Krankheiten, von übermässigem Aggressionsverhalten, Stress oder Verhaltensstörungen. Nur so können Probleme frühzeitig erkannt und Massnahmen ergriffen werden.

10.Rechtzeitig reagieren: Kranke Fische müssen schnell behandelt werden. Der Zoofachhandel kann beraten. Das Aussetzen von Fischen in Gewässern oder das Entsorgen via Toilette ist verboten.

Autor: Reto E. Wild