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02. März 2015

Narzisst oder Selbstvermarkterin?

Sind Sie im Auftreten und Kommunizieren zurückhaltend oder forsch? Ist Ihr erstes Gesprächsziel Austausch oder eher Eigenwerbung? Ein paar Testfragen mit einer ersten Auswertung.

Narzisstin oder ein kurzes Innehalten
Eine Narzisstin oder bloss ein kurzes Innehalten beim Aufstehen? (Bild: Getty Images)

Autor und Psychoanalytiker Peter Schneider spricht im Interview vom 2. März 2015 im Migros-Magazin mit Blick auf Selfies oder Social-Media-Trends über zunehmenden Narzissmus – jedoch ohne jegliche Aktivität der jüngeren bis mittleren Generation gleich damit zu erklären.

Der Kurztest von Migrosmagazin.ch setzt genau hier an: Was ist die Motivation hinter Ihren geteilten Facebook- oder Twitter-Beiträgen, was gibts auf Ihren selbst geschossenen und geteilten Bildern zu sehen? Und wie stellen Sie sich Unbekannten an Firmenapéros oder Privatanlässen vor?

Sechs Testfragen geben erste Hinweise. Zählen Sie die Punkte nach ihrer zutreffenden Antwort zusammen, der Auflösung rechts entnehmen Sie, zu welcher Gruppe sie am ehesten gehören.
1. Was sieht man auf den meisten Bildern Ihres Facebook-Accounts?

Mich – in unzähligen Posen und Outfits, bei verschiedensten Aktivitäten, an unterschiedlichsten Orten. [ 5 ]

Gar nichts, ich gucke bloss als Zuschauer bei Facebook auf öffentliche Einstellungen von Freunden. [ 1 ]

Fast alles Aufnahmen von mir wichtigen oder getroffenen Leuten, Musik, Artikel oder Erkenntnisse. Nur ab und zu bin ich mit drauf. Wichtig: Es geht immer um etwas oder jemanden. [ 3 ]2. Sie stellen sich bei einem Geschäftsapéro einer neuen Kollegin (einem neuen Kollegen) vor. Was erzählen Sie zuerst?

Einfach, was ich in der Firma mache, meine Erfolge, ohne grosse Bluffs – aber im rechten Licht. [ 3 ]

Ich liefere erste zwei bis drei zurückhaltende Infos, wer ich bin, was ich mag usw. [ 1 ]

Ich schildere ausführlich, was ich so mache, finde auch mal Kontaktpunkte und versuche, aus meiner Warte gemeinsame Interessen herauszuarbeiten. Muss nicht geschäftlich sein. [ 5 ]3. Gesetzt der Fall, Sie such(t)en eine(n) Partner(in) – wo beginnen Sie?

Ich werde auf seriösen, geschützten (und Bezahl-)Plattformen aktiv, dann Mails, ein Telefon und später (erst) ein reales Treffen. [ 1 ]

Ich nutze verschiedenste Kanäle, spreche am liebsten Leute direkt im Ausgang oder bei der Arbeit an, spiele aber auch mit niederschwelligen, auf Äusseres ausgerichteten Apps wie Tinder rum. [ 5 ]

Ich verfolge gern interessante Leute aus der Ferne. Wenn ich mir meiner Sympathie sicher bin, setze ich mich gezielt in Szene. Meist hilft das, um angesprochen zu werden und nicht mal den riskanten ersten Schritt machen zu müssen. [ 3 ]4. Wovon handelt ein Grossteil ihrer Twitter-Nachrichten?

Es gibt nur sehr wenige – ich twittere nur, wenn mir etwas wirklich wichtig ist und ich etwas (Neues!) zu sagen habe. [ 3 ]

Von meinem Leben, ja von mir, was ich gerade tue oder mir zu tun wünsche! [ 5 ]

Ich glaube nicht, dass ich so viel Interessantes beizutragen habe, deshalb verhalte ich mich fast immer ruhig … [ 1 ]5. Wie würden Sie sich als Redner(in) beschreiben, wie schätzen Freunde Sie diesbezüglich ein?

Ideenreich, gewandt – ehrlich gesagt: hört sich gerne reden ;-) [ 5 ]

Keine Ahnung. Hab kaum Auftritte vor mehr als zwei Leuten … [ 1 ]

Ganz passabel. Jedenfalls erreiche ich in Firma und Privatleben oft, was ich will. [ 3 ]6. Was sagt Ihnen Instagram?

Eine Austauschplattform für Bildwelten, vor allem für Hobbys wie Kochen, Reisen, Sport. [ 3 ]

Äh, ein technisches Gerät, Fotoapparat? Oder etwas Sprachliches, eine spezielle Grammatik? [ 1 ]

Eine super Webpräsenz, um sich mit Aufnahmen von den eigenen Erlebniswelten zu präsentieren. [ 5 ]

Autor: Reto Meisser, Andrea Freiermuth