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15. Juni 2015

Test: Das neue Apple MacBook 12-Zoll

Das neue MacBook hat zwar eine schnittige Karosserie, der Motor dagegen genügt höchsten Ansprüchen nicht. Doch Apple wäre nicht Apple, wenn das Gerät nicht spannende Neuerungen aufweisen würde.

Kleiner als ein A4-Papier und dünner als ein gedrucktes Migros-Magazin: Das neue MacBook von Apple ist ein echter Blickfang. Mit einem Gewicht von 920 Gramm ist es das leichteste Notebook dieser Grösse.

Wie bei Apple üblich, überzeugt das Gerät durch seine schlichte Hülle und die stabile und sorgfältige Verarbeitung. Ebenso gut gefällt das neue «Force Touch Trackpad», das auf Mechanik verzichtet und Klicks stattdessen «simuliert». Je nachdem, wie stark Anwender drücken, werden unterschiedliche Aktionen ausgeführt.

Nicht ganz zum Chassis à laFerrari passt der Fiat-Motor: DasMacBook gibts in zwei Versionen. Das um 300 Franken teurere Modell kostet 1700 Franken und bietet einen schnelleren Prozessor und doppelt so viel Festplattenspeicher (512 statt 256 GB). Ansonsten gibts keine Unterschiede. Insgesamt setzt Apple jedoch weniger auf das Prinzip Leistung, sondern legt den Fokus mehr auf ressourcenschonende Nutzung und die kompakte Bauform.

Resultat ist eine akzeptable Batterielaufzeit von über 5 Stunden – auch bei hoher Auslastung. Weil Apple darüber hinaus auf eine aktive Kühlung verzichtet, arbeitet das MacBook praktisch lautlos. Trotzdem ist die Wärmeentwicklung des Geräts erfreulich tief.

Weniger positiv: Apple verzichtet auf sämtliche bekannten Anschlüsse. Wie beim iPad gibt es nur einen einzigen. Die verbaute USB-C-Buchse dient allerdings im Gegensatz zum Tablet nicht nur zum Strom tanken. Dort könnte man theoretisch auch USB-Sticks, Drucker, DVD-Laufwerke oder einen weiteren Monitor einstöpseln. Das Problem ist nur, dass es bis jetzt kein kompatibles Gerät gibt.

Deshalb bietet Apple zwei Adapter an, die entweder 21 (nur USB) oder 89 Franken (USB, USB-C und HDMI) kosten und nicht im Verkaufspreis inbegriffen sind.

Für Anwender mit höchsten Ansprüchen ist das neue MacBook deshalb nichts. Die Notwendigkeit eines Adapters ist unschön, und unter der Haube steckt zu wenig, um vollste Power zu liefern.

Dennoch genügt die Kraft für den Alltag locker: Im Test lassen sich moderne Spiele ruckelfrei zocken und Videos mit der hauseigenen Software «iMovie» ohne Einbussen schneiden.

Alltägliche Büroarbeiten sind sowieso kein Problem und der Konsum von Videos oder Fotos schon gar nicht. Sie werden auf dem 12-Zoll-Bildschirm kristallklar dargestellt. MM

Das MacBook 12 ist bei Digitec.ch ab 1350 Franken erhältlich.

Autor: Reto Vogt