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07. September 2015

Im Test: Disney Infinity 3.0 – «Star Wars Starter Pack»

«Star Wars»-Fans können ihre Lieblingscharaktere Ahsoka Tano, Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi oder Yoda nicht nur am Bildschirm steuern, sondern auch physisch sammeln. Das ist das Spezielle am Videospiel Disney Infinity 3.0.

Disney Infinity 3.0
Disney Infinity 3.0 vereint das Analoge mit dem Digitalen.

«Wo ist dieses grüne Viech jetzt schon wieder?» Händeringend suche ich Yoda. Er versteckt sich zwischen herumliegenden Kartonschachteln und einer leeren Tüte Chips und streckt mir angriffslustig sein grünes Laserschwert entgegen – so als wolle er sofort zum Angriff blasen. Das will der berühmte Star-Wars-Charakter tatsächlich: Wer ihn durch die virtuelle Spielwelt «Twilight of the Republic» lenken will, deren Story sich hauptsächlich an «The Clone Wars» orientiert, braucht das Figürli.

Das ist das Prinzip des Videospiels Disney Infinity 3.0. Im Starter Pack inbegriffen ist eine znünitellergrosse Platte, die per USB-Kabel an die Konsole angeschlossen wird. Spielen kann nur, wer darauf eine durchsichtige Spielwelt und ein bis zwei «Star Wars»-Charaktere platziert. Beides wird vom Spiel tadellos erkannt und sofort am Bildschirm dargestellt.

Dahinter steckt ein gewieftes Geschäftsmodell: Geld verdient der Hersteller nicht mehr nur mit dem Verkauf von CDs, sondern auch mit neuen Spielwelten und -figuren. Das beweist die relativ lange Einführung ins Spiel, welche nicht nur die Steuerung erklärt, sondern auch weitere Spiele des Herstellers vorstellt , die nach demselben Prinzip funktionieren – zum Beispiel «Fluch der Karibik», «Spider-Man» oder «Die Monster Uni».

Disney Infinity Base aka Znüniteller
Disney Infinity Base aka Znüniteller (Bild: zvg).

Damit kann Disney sicher keine Mainstreamgamer ansprechen. Sammler oder Fans einer Serie dürften sich von diesem Spielprinzip jedoch schnell angesprochen fühlen und sich viele ihrer Lieblingscharaktere zulegen. Die Motivation dazu erhalten sie im Spiel: Stirbt eine Spielfigur auf seiner Mission, bleiben drei Möglichkeiten: Von vorn beginnen, sich von einem Mitspieler wieder zum Leben erwecken lassen oder ein «lebendiges» Figürli auf den Znüniteller (Bild) stellen.

Gelungene «Star Wars»-Umsetzung

Wer sich mit der Steuerung vertraut gemacht hat, kann ins Abenteuer «Twilight of the Republic» starten. Der Schwierigkeitsgrad ist erfreulich tief angesetzt, sodass auch ungeübte Spieler gut vorankommen. Die comichafte Grafik weiss zu gefallen, ebenso die detailgetreue Umsetzung der Charaktere. Von denen besitzt übrigens jeder einen eigenen Fähigkeitsbaum, wodurch zum Beispiel bei Kämpfen unterschiedliche Stärken und Schwächen genutzt bzw. ausgenutzt werden können.

Wem die Herausforderungen zu klein sind (oder sie zu schnell meistert) findet in der sogenannten «Toybox» die nötige Abwechslung. Dort warten nicht nur unzählige Abenteuer darauf, entdeckt und gemeistert zu werden. Im Editor lassen sich darüber hinaus eigene Spielwelten erstellen und online mit andere teilen und spielen.

Fazit: Für Sammler und Fans interessant

Mit Disney Infinity 3.0 – «Star Wars Starter Pack» kommen auch Einsteiger schnell zurecht. Für lang anhaltenden Spielspass sorgen erstens neue Charaktere, die allerdings separat dazugekauft werden müssen (im Kaufpreis inbegriffen sind nur Anakin Skywalker und Ahsoka Tano), und zweitens die umfangreiche, aber etwas unübersichtliche Toybox.

Das Prinzip des Spiels, physische Figuren kaufen zu müssen, ist vor allem für Sammler interessant – eine technische Notwendigkeit ist das aber nicht. Ebenfalls keine Notwendigkeit ist es, «Star Wars»-Fan zu sein. «Aber es hilft ungemein.» Das hat mir zumindest das grüne Viech zugerufen, nachdem es sich wieder hinter einem Stapel Zeitungen verkrochen hatte.

Disney Infinity 3.0: Star Wars - Starter Pack ist ab 67,30 Franken für PS3/4, Xbox One, Wii U bei Digitec erhältlich .

Autor: Reto Vogt