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23. November 2015

Test: iPad Pro vs. Surface Pro 4

Mit demselben Gerät auf dem Sofa surfen und am Schreibtisch arbeiten: Mit iPad Pro von Apple und Surface Pro 4 von Microsoft geht das. Welches Gerät überzeugt mehr?

Das iPad Pro und Microsofts Surface Pro 4.
Das iPad Pro und Microsofts Surface Pro 4.

Damit ein Tablet sich in ein Notebook verwandelt, ist weder Fachwissen noch Magie gefragt – sondern lediglich ein Bündel Geld: Die zum iPad Pro (Apple) und zum Surface Pro 4 (Microsoft) passenden Tastaturen sind nicht im Kaufpreis inbegriffen, sondern kosten über 150 Franken extra.

Eine Magnetschnittstelle sorgt jeweils für eine stabile Verbindung der beiden Geräteteile. Im Gegensatz zur Tastatur des Surface Pro 4 verfügt die des iPad Pros über einen angenehmen Druckpunkt – das erleichtert das Tippen. Dafür lässt sich beim Microsoft-­Gerät der Neigungswinkel des ­Bildschirms flexibel einstellen.

iPad Pro
+ Display, Leistung, App-Angebot, Tastatur, Sound
– Teures Zubehör
Bei Melectronics.ch

Wer die Tastaturen nicht anschliesst, nutzt die etwa DIN-A4-grossen, rund 700 Gramm leichten Bildschirme als Tablets und steuert sie mit dem Finger. Auch das gelingt beim iPad Pro dank iOS 9 besser – das Betriebssystem ist auf diese Funktion ausgelegt. Microsoft setzt auf Windows 10: Hier hilft bei Bedarf ein Mauszeiger.

Der Hersteller liefert dafür einen Eingabestift mit, der sich für Skizzen oder handschriftliche Notizen eignet; dank der Handschrifterkennung lassen sie sich in digitalen Text umwandeln. Weitaus mehr ist beim iPad Pro möglich, allerdings kostet der «Pencil» zusätzliche 110 Franken. Diese Investition kann man sich sparen: Steuern mit dem Finger klappt ebenso, wenn auch weniger präzise als mit dem Stift.

So oder so ein teurer Spass

Schneemann-Bild
Schneemann-Bild

Genauigkeit ist für kreative Köpfe wichtig, die auf dem Bildschirm zeichnen, modellieren oder malen möchten. Unter zwei Voraussetzungen lassen sich mit dem Stift schöne Porträts, 3-D-Objekte oder Organigramme kreieren: Erstens braucht es eine Begabung dafür, zweitens eine App.

Surface Pro 4
+ PC-Betriebssystem, Handschrifterkennung, frei verstellbarer Standfuss
– Preis, Tastatur
Bei Digitec.ch

Letzteres ist Stärke und zugleich Schwäche des Geräts: Zwar bietet ein schier endloser Fundus das richtige Programm für fast jede Situation, Software lässt sich jedoch nur aus dieser Quelle beziehen. Surface Pro 4 erlaubt es, beliebige Windows-Programme zu installieren.

So betrachtet, wäre das Microsoft-Gerät die bessere Wahl. Und auch weil es ganz im Gegensatz zum Apple-Tablet je eine USB- und DisplayPort-Schnittstelle sowie einen MicroSD-Kartenleser mitbringt, lässt sich damit eher produktiv arbeiten als mit dem iPad Pro*. Allerdings sind gute Computer auch leistungsstark: Apple ermöglicht ruckelfreien Videoschnitt, flüssiges Spielen und professionelle Bildbearbeitung. Wer dieses Niveau beim Surface Pro 4 erreichen will, muss dafür tief in die Tasche greifen, und mindestens 2000 Franken ausgeben. Mit Zubehör ist das iPad Pro zwar rund 700 Franken günstiger, trotzdem kann man es immer noch als teuer bezeichnen. Eine günstigere Alternative ist das MacBook Air oder ein vergleichbares Windows-Modell: Diese Geräte zählen immer noch zu den besten Computern, als Spielzeug bieten sie allerdings weniger Spass.

*Artikel wurde am 26. November 2015 um diesen Satz ergänzt.

Autor: Reto Vogt