Archiv
27. Dezember 2016

Test: Apple AirPods

Mit rund zwei Monaten Verspätung sind Apples neue Drahtloskopfhörer namens «AirPods» doch noch in die Läden gekommen. Das Migros-Magazin hat sie intensiv getestet und verrät, ob sich ein Kauf lohnt.

Apple AirPods
Apple AirPods (Bild: zVg).

Die Soundqualität der meisten Kopfhörer ist kein entscheidendes Kaufkriterium. Klingt komisch, ist aber so: Die Musik auf Smartphones oder iPods ist nämlich oft so stark komprimiert, dass Kopfhörer ihre allfällige Stärke in diesem Bereich gar nicht ausspielen können und darum andere Eigenschaften im Vordergrund stehen.

Apple hat so gesehen bei seinen neuen AirPods die Prioritäten genau richtig gesetzt und sein Hauptaugenmerk nicht auf den Sound, sondern auf Bedienung, Komfort und Design gelegt.

Apple AirPods (Bild: zVg)
Apple AirPods

Simple Bedienung

So ist es überaus simpel, die kabellosen und etwa fingerhutgrossen Kopfhörer mit einem Apple-Gerät (die Ohrstöpsel sind übrigens eingeschränkt auch mit Android-Geräten kompatibel) zu koppeln. Fast noch einfacher ist es, die vor jedem Gebrauch nötige Bluetooth-Verbindung herzustellen: Dazu muss lediglich die mitgelieferte Aufbewahrungsbox – gleichzeitig Ladestation – der Ohrstöpsel geöffnet werden.

Innert Sekunden zeigt der Smartphone-Bildschirm den Akkustand der betriebsbereiten Ohrstöpsel an, die ohne Pause rund vier Stunden durchhalten. Unabhängig davon, wie lange sie tatsächlich genutzt werden, gilt: Sobald man sie in die Ladestation steckt, wird ihre Batterie wieder geladen, wodurch sich ihre Betriebszeit um maximal weitere 20 Stunden verlängert – erst dann braucht die Ladestation selbst wieder Stromnachschub.

Apple AirPods (Bild: zVg)
Apple AirPods

Hoher Komfort

Sobald die bequem zu tragenden Kopfhörer in die Ohrmuschel gesteckt werden, ertönt ein kurzer Signalton, und die Musikwiedergabe kann beginnen. Die Gefahr, dass die Kopfhörer hinausfallen, besteht kaum: Selbst bei wildem Headbangen zu lauten Gitarrenklängen blieben sie an Ort und Stelle sitzen. Sobald ein Ohrstöpsel herausgenommen oder doppelt angetippt wird, stoppt die Musikwiedergabe. Mit letzterem Befehl lassen sich ausserdem eingehende Anrufe entgegennehmen.

Die AirPods dienen dank der integrierten Mikrofone nämlich als Freisprechanlage mit erstaunlich guter Sprachqualität. Wie bei Bluetooth-Verbindungen üblich, muss sich das Smartphone weder beim Musikhören noch beim Telefonieren in unmittelbarer Nähe befinden: Bis auf zehn Meter Entfernung bleiben alle Funktionen gewährleistet.

Design ist Geschmacksache

Optisch sind die in glänzendem Weiss gepinselten AirPods an die bekannten, kabelgebundenen Kopfhörer von Apple angelehnt. Kritiker betonen gerne ihre Ähnlichkeit mit elektrischen Zahnbürsten, doch letztlich bleibt das Design eines Geräts Geschmackssache.

Fazit: gelungen, praktisch, aber nicht einzigartig

Reto Vogt
Reto Vogt mit seinen AirPods.

Apples AirPods sind nicht die einzigen Bluetooth-Kopfhörer im Markt ( das Migros-Magazin testete kürzlich drei andere Modelle ). Der Verkaufspreis von 180 Franken scheint auf den ersten Blick teuer, bei genauem Hinsehen ist er aber durchaus marktüblich. Das Konkurrenzprodukt «The Dash» von Bragi , das den AirPods derzeit am nächsten kommt, ist beispielsweise fast doppelt so teuer.

Ob sich ein Kauf aber lohnt, ist individuell zu entscheiden. Die neuen drahtlosen Apple-Ohrstöpsel sind bequem zu tragen und zu bedienen, sitzen fest in der Ohrmuschel und bieten nebst ordentlicher Soundqualität eine integrierte Freisprechanlage. Die Kombination aus Ladestation und Aufbewahrungsbox ist clever und bietet so eine gute Akkulaufzeit von kumuliert rund 24 Stunden.

Ein Muss ist der Kauf deswegen aber noch lange nicht: Normale kabelgebundene Kopfhörer für 30 Franken erfüllen die meisten Ansprüche genauso – notabene ohne Gefahr zu laufen, sie so schnell zu verlieren wie einen der winzigen AirPods ... Die Antwort auf die Frage, ob ich die AirPods brauche, lautet also «Nein» – allerdings mit dem Nachsatz: «Aber ich will sie».

Die Apple AirPods sind für 179 Franken bei Digitec.ch erhältlich .

Autor: Reto Vogt