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25. Januar 2016

Teneriffa für Entdecker

Von lichthupenden Tinerfeños, runzligen Kartoffeln und dem omnipräsenten Teide: Die Tipps von Migros-Magazin-Reporterin Almut Berger zur Teneriffa-Reise «Insel mit zwei Seiten».

Eine Insel, ein Vulkan: Der Teide ist das Wahrzeichen Teneriffas.
Eine Insel, ein Vulkan: Der Teide ist das Wahrzeichen Teneriffas.

Teneriffa ist mit rund 2000 Quadratkilometern die grösste der sieben Kanarischen Inseln. Die etwa 900 000 Einwohner, Tinerfeños genannt, sind in der Mehrzahl Nachkommen der spanischen Kolonisatoren und der Guanchen, den Ureinwohnern der Insel.

Am Teide stauen sich oft die Passatwolken.
Am Teide stauen sich oft die Passatwolken.

Die Insel wird durch die Gebirgsketten im Landesinneren in zwei Hälften getrennt: Im Norden stauen sich oft die Passatwolken, was sich in einer subtropischen Vegetation niederschlägt. Hier liegen die Hauptstadt Santa Cruz, die quirlige Studentenstadt La Laguna, aber auch La Orotava mit einer intakten Altstadt oder die Küstenortschaft Puerto de la Cruz, wo Ende des 19. Jahrhunderts die Tourismus-Karriere Teneriffas startete. Im sonnenverwöhnten und eher kargen Süden dreht sich alles um die Badetouristen, die hier selbst im Winter Tagestemperaturen von 20 bis 24 Grad vorfinden. Zentraler Ballungspunkt ist die Region Playa de las Americanas.

Ausflugsziele

Der 1954 gegründete Nationalpark Parque Nacional de las Cañadas del Teide rangiert unter den Ausflugszielen Teneriffas an erster Stelle. Die 13 571 Hektaren grosse Vulkanlandschaft wird über eine Vielzahl von Wanderwegen erschlossen. Dominiert wird der Nationalpark vom 3718 hohen Pico del Teide, dem 1909 zum letzten Mal ausgebrochenen Vulkan. Geübte Bergsteiger erreichen den Gipfel zu Fuss, ansonsten bietet sich die Seilbahn an – morgens um 9 Uhr ist man mit etwas Glück noch fast allein. Unabdingbar sind wetterfeste und warme Kleidung sowie ausreichender Sonnenschutz – auch im Hochsommer. Achtung: Für die Besteigung des Gipfels werden täglich nur 150 Besucher zugelassen, die entsprechende Sondergenehmigung unbedingt vorab online beantragen.

Mit 1400 m. ü. Meer ist Vilaflor das höchst gelegene Dorf Teneriffas. Verschont vom Massentourismus ist der kleine Ort noch recht ursprünglich; Besucher kommen vor allem zum Wandern hierher. Inselweit bekannt sind die hier hergestellten Guetsli aus Mandeln und Honig. Der für grössere Kinder machbare Aufstieg zum Sombrero de Chasna (reine Wanderzeit 2,5 Stunden) durch die Kieferwälder wird mit einem tollen Blick auf den Teide und die Cañadas, die weite Ebene des Hochlands, belohnt.

In Icod de los Vinos steht mit dem Drago Milenario der älteste Baum Teneriffas. Lange wurde der Drachenbaum auf bis zu 3000 Jahre geschätzt, inzwischen wurde sein Alter auf rund 400 Jahre korrigiert. Die Legende besagt, dass Drachen nach ihrem Tod zu Drachenbäumen werden. Neben dem Drago Milenario ist Icod für seine Weissweine bekannt.

Regenbogen über der Masca-Schlucht
Für den Abstieg durch die Masca-Schlucht zum Meer empfiehlt sich gutes Schuhwerk.

Das Bergdorf Masca gilt als das schönste der Insel. Entsprechend gross ist der Touristenansturm. Für Kinder ab ca. 8 Jahren ist der rund drei Stunden dauernde Abstieg durch die Masca-Schlucht zum Meer eine spannende Sache. Reservieren Sie vorab ein Boot , das Sie anschliessend vom Strand nach Los Gigantes bringt.

Los Gigantes und seine Steilküste
Los Gigantes mit seinen Riesenklippen ist stark touristisch geprägt.

Nomen est omen: Acantilados de los Gigantes heissen die berühmten Riesenklippen, die beim gleichnamigen Ort im Südwesten der Insel aus einer Höhe von 300 bis 600 Metern steil hinab in den Atlantischen Ozean fallen. Etliche lokale Veranstalter bieten Schiffsausflüge zu den Klippen auf Seglern, Motorbooten oder Katamaranen an. Die Touren werden oft mit der Beobachtung von Delfinen und Grindwalen verbunden. Für Kinder ist besonders eine Fahrt mit der «Flipper Uno» , einem auf Piratenschiff getrimmten Segelboot, ein Highlight.

Das ebenfalls im Süden gelegene Dorf San Miguel de Abona punktet mit dem Nachbau einer mittelalterlichen Burg. Diese wurde auf einer Fläche von 6000 m² aus kanarischem Stein erbaut. In der Burg werden Ritterturniere nachgestellt. Beim grossen Bankett darf mit den Händen gegessen und laut geschmatzt und gerülpst werden.

Bananennstaude mit Früchten
Klein, süss, gesund und verpackt: ein praktischer Snack, die kanarische Banane.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden auf den Kanarischen Inseln Bananen angebaut – allein in Teneriffa über 136 000 Tonnen pro Jahr. Auf der Finca Las Margaritas in Las Galletas wird in einer zweistündigen Besichtigungstour gezeigt, wie der Bananenanbau funktioniert.

Das touristische Zentrum der Inselnordküste, Puerto de la Cruz, besitzt nur wenige Strände, die wegen des wilden Atlantiks meist nicht sehr familienfreundlich sind. Der Architekt César Manrique entwarf daher 1977 die Promenade Lido San Telmo mit dem Lago de Martiánez, eine in den Küstenfelsen angelegte grosszügige Meerwasser-Badelandschaft.

Der ebenfalls in Puerto de la Cruz liegende Jardin Botanico gilt als einer der schönsten Botanischen Gärten der Welt. Er wurde 1788 von König Carlos III. als «Akklimatisierungsgarten» für Pflanzen aus Amerika und den Tropen gegründet. Calle Retama, 2, Puerto de la Cruz.

Rund 20 Kilometer westlich von Puerto Cruz liegt die Lavahöhle Cueva del Viento. Sie bietet einen faszinierenden Einblick in die Entstehung der Insel. Aufgrund des empfindlichen Ökosystems finden täglich maximal vier zweistündige Führungen statt; Reservierung zwingend. Nicht geeignet für Kinder unter 5 Jahren, Personen mit Platzangst und Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit.

Das im Nordwesten direkt am Meer gelegene Garachico gilt als eine der schönsten Städte auf Teneriffa. 1496 gegründet, wurde sie 1706 von einem verheerenden Vulkanausbruch teils verschüttet. Nicht zu übersehen ist das direkt am Meer gelegene Castillo de San Miguel, eine von Kanonen gesäumte, typisch kanarische Wehrburg aus schwarzem Lavastein. Ein Meerwasserschwimmbecken lädt zum Baden.

Das Anaga-Gebirge im Nordosten der Insel bietet sich mit seinem Lorbeerwäldern für kleinere und grössere Wanderungen an. Eine aussichtsreiche Höhenstrasse verbindet die Dörfer und Küstenorte über Stichstrassen. Informationen erteilt das «Centro de Visitantes Cruz del Carmen», Ctra. Las Mercedes, Km. 6, San Cristóbal de La Laguna.

Der botanische Garten von Santa Cruz heisst Palmetum.
In den Gärten des Palmetums gedeiht die grösste Palmen-Sammlung Europas.

2014 wurde in Santa Cruz auf einer riesigen, ehemaligen Müllhalde ein Freizeitpark und botanischer Garten eröffnet. Im Palmetum wachsen Palmen aus aller Welt.

Das Auditorio ist die Kongress- und Konzerthalle in Santa Cruz de Tenerife.
Die Aussenhaut des Auditorio ist mit trencadís verkleidet, Millionen Bruchstücke weisser, lichtreflektierender Kacheln.

Im benachbarten Auditorio treffen sich Musik- und Kulturfreunde, die auf Teneriffa Urlaub machen. Für die futuristische Architektur zeichnet der Spanier Santiago Calatrava verantwortlich, der auch den Zürcher Stadtbahnhof Stadelhofen entworfen hat. Ein kleines Caffée lädt Stadtbummler zum Verweilen ein.

Fussgängerpassage in der Universitätsstadt La Laguna
La Lagunas Gassen ohne Studenten? Am frühen Sonntag schon.

Nördlich von Santa Cruz liegt die Universitätsstadt La Laguna mit ihren Palästen, Kathedralen und Klöstern. 1596 im Schachbrettraster angelegt, gilt sie als Urgrossmutter modernen Städtebaus. 1999 wurde die ehemalige Hauptstadt der Insel zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. La Laguna ist von Santa Cruz aus bequem per Strassenbahn erreichbar.

Teneriffas Nachbarinsel La Gomera bietet sich für einen Tagesausflug an. Der Nationalpark Garajonay mit seinen Lorbeerwälder und Riesenfarne wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. El Siblo heisst die heute noch in der Schule gelernte Pfeifsprache, mit denen die Inselbewohner auch über grosse Distanzen kommunizieren. Die Fähren zwischen Los Cristianos und San Sebastian verkehren mehrmals täglich, die Fahrt dauert rund 50 Minuten.

Freizeitparks

Auf Teneriffa buhlen diverse Freizeitparks um Besucher. Legen Sie Ihren Besuch möglichst aufs Wochenende, da die meisten Pauschalurlauber samstags auf der Insel einfliegen.

Ein Freizeitzentrum der Superlative und einer der grössten Arbeitgeber der Insel ist der Papageienpark Loro Parque nahe Puerto de la Cruz, in dem neben der weltweit grössten Anzahl Papageien längst auch andere Tiere gehalten werden. Topattraktion ist die Orca-Gruppe.

Der bei Costa Adeje gelegene Dschungelpark Parque Las Águilas ist die Heimat einer Vielzahl von Raubvögeln. Neben einer grossen Seelöwenshow gibt es weisse Tiger, Löwen, Pinguine, Flusspferde, Krokodile und Affen zu bestaunen.

Der Siam Park an der Costa Adeje ist einer der spektakulärsten Wasserrutschen-Parks der Welt. Highlight ist die 28 Meter hohe Wasserrutsche «Tower of Power». Fast senkrecht, mündet sie in eine Plexiglasröhre, die mitten durch ein riesiges Haifisch-Becken führt.

Eine – gerade mit kleineren Kindern – Alternative ist das ebenfalls an der Costa Adeje gelegene Aqualand. Hier gibt es neben diversen Wasserrutschen eine Delfinshow zu sehen.

In den letzten Jahren haben immer mehr Kletterer Teneriffa entdeckt. Mit Kindern bietet sich der Seilgarten Forestal Park Tenerife im Kiefernwald von La Esperanza an.

Übernachten

Die meisten Urlauber wohnen in den Bettenhochburgen auf der Südhalbinsel. Turismo de Tenerife hat in den letzten Jahren aber einiges unternommen, um vom Ballermann-Image wegzukommen: Das Qualitätslabel Tenerife Select zeichnet Hotels der gehobenen Klasse aus. Gelistet werden auch Top-Restaurants und exklusive Freizeitangebote.

Die Vereinigung des ländlichen Tourismus auf Teneriffa, Attur, vermittelt Ferienhäuser aus dem Land.

Auf Teneriffa stehen aktuell 13 von der Inselregierung verwaltete Camping- und Zeltplätze im öffentlichen Naturraum zur Verfügung. Die Plätze sind sehr einfach eingerichtet, bieten aber in der Regel Trinkwasser, Toiletten und Feuerstellen. Anmeldung obligatorisch.

Die Finca Salamanca ist ein Landgut aus dem 19. Jahrhundert mit grosszügigem Park bei Güimar. Mittlere Preisklasse.

Das Vier-Sterne-Hotel Tigaiga in Puerto de la Cruz wurde 2015 totalrenoviert. Führungen durch den hoteleigenen, über 7000 m2 grossen subtropischen Garten auf Wunsch.

Der Parador de Canadas del Teide ist ein guter Ausgangsort für Wanderungen im Parque Nacional de las Canadas del Teide, zwei Sterne.

Ein typisches Stadthotel ist das Barceló Santa Cruz Contemporáneo in der Inselhauptstadt Santa Cruz. Drei Sterne, in Gehdistanz vom Zentrum, Gratisparkplätze fürs Mietauto.

Essen und Trinken

Papas arrugadas, runzlige Kartoffeln, in Salzwasser gekocht.
Ohne Kartoffeln geht wenig in Teneriffas Küchen.

Die kanarische Küche ist eher rustikal. Grundlage ist die Kartoffel, papa genannt. Man isst sie zu fast allen Gerichten und auch als eigenständiges Gericht, der Delikatesse papas arrugadas (runzlige Kartoffeln). In Salzwasser gekocht, werden sie mit Sauce (mojo) serviert. Im Gegensatz zum grünen mojo verde, das aus Knoblauch und Koriander besteht, ist das rote mojo rojo meist scharf. Kein Wunder, wird für die Herstellung neben Knoblauch auch Paprika und Chili verwendet.

Kaninchen sind die einzigen jagdbaren Tiere auf der Insel und dürfen an zwei Tagen die Woche geschossen werden. Sie werden gern als Eintopf serviert. Schmackhaft ist auch der gebratene Ziegenkäse. Pimiento de padrón heissen die kleinen grünen Peperoni, die angebraten mit Salz serviert werden. Der Volksmund sagt, dass jede 10. «sehr scharf» sei.

Gofio, das Mehl der Guanchen, der kanarischen Ureinwohnern, besteht aus geröstetem und gemahlenem Getreide. Es wird zum Frühstück mit Milch, der kleinen, kanarischen Banane, Honig oder Zucker vermischt gegessen. Oft wird es auch zu Eintöpfen gereicht.

Fisch auf Eis
Der Tagesfang bestimmt das Menü.

Für Fischliebhaber ist Teneriffa ein Paradies. Auf den Speisekarten stehen Hummer, Krebse, Doraden, Muscheln, Austern und vieles mehr. Zu den typischen Fischrezepten gehören die Gerichte caldereta de pescado (Fischeintopf) oder sancocho canario (kanarischer Eintopf), bei dem gesalzener Fisch in scharfer Sauce gekocht wird.

Bienmesabe heisst ein Dessert aus Honig, Mandelcreme, Eiern und Rum. Die ebenfalls sehr süssen uevos moles – weiche Eier – bestehen vor allem aus mit Zucker geschlagenem Eigelb. Barajito nennt sich ein ebenfalls sehr süsser Kaffee, der mit Zitronensaft, Likör und Kondensmilch getunt wird.

Tasca Tierras del Sur, Granadilla de Abona: Gemütliches, unaufgeregtes Restaurant mit landestypischem Essen, grosse Auswahl an Tapas. Vorab reservieren

Mero Pancho», Tajao: Familiengeführtes, einfaches Restaurant mit Schwerpunkt Meeresfrüchte. Fangfrisches wird in der Vitrine am Eingang präsentiert, man sucht aus, zahlt nach Gewicht, günstige Preise. Calle Cabildo Insular‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬

The Fisherman's Inn, Puerto de Santiago: Familiengeführtes, schlichtes Restaurant mit authentischer Küche. Die Terrasse bietet einen tollen Blick übers Meer. Keine Kreditkarten. C/Augustin 31

Eingang des Restaurants Tasca La Carpinteria
Beliebt bei La Lagunas Studenten: die Taverne La Carpinteria

Tasca La Carpinteria, La Laguna: An den farbenfroh lackierten Tischen der Taverne treffen sich mittags und abends Studenten, Touristen, Einheimische zur typisch spanischen Küche. Calle Núñez de la Peña 14

Teneriffa hat zahlreiche Weinanbaugebiete, beispielsweise in Tacaronte-Acentejo und Valle de la Orotava. Weinliebhaber besuchen die Casa del Vino Teneriffe , das in El Sauzal gelegene Weinmuseum. In einem Degustationssaal kann man nahezu alle Insel-Weine probieren und günstig erwerben.

Felipe Monje gilt als einer der erfolgreichsten Winzer Teneriffas. Sein ebenfalls in El Sauzal gelegenes Weingut Bodegas Monje, zu dem auch ein Restaurant gehört, bietet einen schönen Blick über die Weinberge und das Meer.

Souvenirs

Marktstand am Mercado de Nuestra Senora de Africa in Santa Cruz
Der Mercado de Nuestra Senora de Africa bietet eine grosser Auswahl an kulinarischen Mitbringseln.

Inseltypische Souvenirs sind Keramik- und Korbwaren, Flecht- und Holzarbeiten sowie Tücher und Decken mit Loch- und Saumstickereien. Offiziell verbrieftes Kunsthandwerk gibt es in den Geschäften der staatlichen Artenerife-Kette in Santa Cruz, Puerto de la Cruz, La Orotava, Playa de la Américas und Los Cristianos. Gerne mit nach Hause genommen werden kulinarische Souvenirs wie Bananen- oder Palmenlikör, Ziegenkäse, Gofio (das Mehl der Guanchen), Feigenkonfi, traditionelles Gebäck wie Rosquetes, Truchas und Merengues, aber auch ein, zwei Flaschen Insel-Wein. Im Duty-Free am Flughafen gibt es die süssen Piedras del Teide, mit Schokolade ummantelte Mandeln, die optisch an Vulkangestein erinnern, zu kaufen.

Ein besonderer Tipp für Geniesser ist der Bauernmarkt in Tacoronte , samstags und sonntags 8 bis 14 Uhr.

Marktstand am Rastro, Santa Cruz grossem Flohmarkt
Der Rastro, Santa Cruz' grosser Flohmarkt, lässt Sammlerherzen höher schlagen.

Interessant ist auch der Besuch des Mercado de Nuestra Senora de Africa, des täglich (7 bis 15 Uhr) abgehaltenen Stadtmarkts in Santa Cruz. Das Angebot wird am Sonntag durch einen Flohmarkt, den Rastro, erweitert.

Gut zu wissen

Die öffentlichen Busse sind bequem und günstig und verkehren zwischen allen wichtigen Orten, teils via Autobahn. Mit der Bono-Bus-Sparkarte, erhältlich an den Busbahnhöfen, fährt man rund 30 Prozent günstiger. Fahrpläne von der ganzen Insel zum Downloaden gibt es unter www.titsa.com (englisch). Achtung: Die Busfahrer halten nur auf Handzeichen hin. Für Kurzstrecken sind die relativ günstigen Taxis eine gute Alternative.

Mietauto am Strassenrand
Der grosse Vorteil eines Mietautos: Halten, schauen und fotografieren ist (fast) immer möglich.

Auf der Insel gibt es rund 100 Leihwagenvermieter, ein Preisvergleich lohnt sich. Wer ein Auto mieten will, muss je nach Verleih mindestens 23 Jahre alt sein sowie fünf Jahre Fahrpraxis (Datum der Fahrprüfung) vorweisen können. Auch wenn die Insel klein und überschaubar scheint, ist die Fahrt über die kurvenreichen und teils sehr steilen Bergstrassen oft eine langwierige Sache. Planen Sie daher genügen Zeit für Ihre Tagesausflüge mit dem Mietauto ein. Und: Wählen Sie einen hochmotorisierten Wagentyp.

Warnschild der Polizei: keine Wertsachen im Auto lassen.
Ohne Worte!

Teneriffa gehört zur EU, womit das Autofahren mit Licht am Tag eigentlich Gesetz wäre. Nichtsdestotrotz foutieren sich viele Inselbewohner darum, selbst bei trübem Wetter. Und: Wer korrekterweise mit Licht fährt, wird gerne per Lichthupe auf seinen – vermeintlichen – Fehler aufmerksam gemacht. Trotzdem: Verstösse gegen die Verkehrsregeln können schnell ins Geld gehen. Ein gelb markierter Bordstein bedeutet «Parken verboten» (Abschleppgefahr!), blau heisst «kostenpflichtiger Parkplatz». Im Fall einer Panne oder eines Unfalls ist das Tragen einer reflektierenden Weste Pflicht. Teneriffa ist eine sichere Reisedestination, die Kriminalitätsrate tief. Es empfiehlt sich trotzdem, keine Wertsachen im Auto zu lassen.

Das Leitungswasser ist inzwischen fast überall problemlos geniessbar, hat aber oft einen unangenehmen Chlorgeschmack. Mineralwasser gibt es überall und sehr günstig.

Die typischen kanarischen Öffnungszeiten lauten (Mo – Sa) 9 bis 14 Uhr und 16.30 bis 21 Uhr. Einkaufszentren sind meist durchgehend und bis um 22 Uhr offen. Viele Restaurants haben zwischen 15 und 19 Uhr geschlossen – Siesta!

Ob im Restaurant oder im Geschäft: Wer mit Kreditkarte zahlt, muss sich mit einem Ausweis legitimieren. Schliessen Sie Ihre ID, Ihren Pass also für einmal nicht im Hotelsafe ein.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie an der Kasse mit «mi niña» («mein Mädchen»), «mi niño» («mein Bub») angesprochen werden, selbst wenn die Kassiererin Ihre Tochter sein könnte – es handelt sich um eine gebräuchliche Koseform.

Badekleidung, auch oben ohne, geht am Strand, auf der Strandpromenade und erst recht im Restaurant ist etwas mehr Stoff gefragt. Nacktbader treffen sich an der Playa La Blanca bei Caleta oder der Playa de los Patos bei La Orotava.

Im Februar herrscht (nicht nur) in der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife der Ausnahmezustand: Am zweitgrössten Karneval der Welt tanzen jeweils rund 50 000 aktive Fasnächler bis weit nach Mitternacht durch die Strassen der Stadt – und das rund zwei Wochen lag. Am Aschermittwoch wird traditionell eine Pappmaché-Sardine verbrannt.

Hilfreiche Links

Deutschsprachige Homepage der Inselregierung: www.todotenerife.es

Offizielle Website in Deutsch von Teneriffas Fremdenverkehrsamt: www.webtenerife.com

Ausführliche Website zu den Touristenorten im Süden Teneriffas mit diversen Unterkünften, Restaurants und Ausflugstipps: www.arona.travel

Sehenswürdigkeiten, Ausstellungen, Konzerte in der Inselhauptstadt Santa Cruz: www.santacruzmas.com

Deutschsprachiges Newsportal zu Teneriffa: www.teneriffa-news.com

Eine Übersicht über die Museen der Insel mit leider schwacher Google-Übersetzung ins Deutsch: www.museosdetenerife.org

Übersicht über die angeblich besten Restaurants Teneriffas: http://de.tenerifedining.com

Golfen, Wandern, Tauchen, Gleitschirm fliegen – Tipps für Sportbegeisterte: www.webtenerife.de/tenerifenolimits

«Teneriffa – eine faszinierende Natur»: Hilfreiche Gratis-Broschüre für Naturbegeisterte, Routentipps für Wanderer, ländliche Unterbringungsmöglichkeiten: www.webtenerife.de/de/multimedia-galerie/folletos/lists/galeriafolletos/teneriffa-faszinierende-natur.pdf?iframe=true

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger