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04. Mai 2015

Tempo raus am Tisch

Gut gekaut ist halb verdaut – sagt der Volksmund. Und hat recht. Warum wir uns fürs Essen Zeit nehmen sollten.

Stäbchen zwingen zum langsamen Speisen
Nichts für Schnellesser: Stäbchen zwingen zum langsamen Speisen. Den Körper freuts. (Bild: Getty Images)

Unsere Welt dreht sich immer schneller. Die Arbeit muss stets rascher und effizienter erledigt sein, unsere Agenden sind proppenvoll. Kein Wunder, fehlt vielen Menschen die Zeit und die Musse, um eine Mahlzeit zu geniessen. Manche essen so schnell, als wollten sie ein Rennen gewinnen. Dabei ist langsam zu essen wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Wer sich fürs Essen Zeit nimmt, bewahrt seine Verdauung eher vor Beschwerden und wird mit weniger Kalorien früher satt.

Langsame Esser naschen auch weniger zwischen den Mahlzeiten. Damit senken sie nachweislich ihr Risiko, übergewichtig zu werden. Umgekehrt können übergewichtige Schnellesser abnehmen, wenn sie am Tisch ein paar Gänge runterschalten.
Wie verhindern es kulinarische Temposünder, geblitzt zu werden?

ENTSCHLEUNIGUNGSTIPPS

•Es braucht Zeit, bis die Hormone, die satt machen, wirken und die, die Hunger und Appetit fördern, abnehmen. Schaufeln Sie sich Zeitfenster frei. Eine Mahlzeit sollte mindestens 20 Minuten dauern.

•Essen Sie mit langsamen Essern zusammen und eifern Sie diesen nach. Die Podestplätze am Tisch gebühren jenen, deren Besteck zuletzt auf dem Teller liegt.

•Lassen Sie sich von Handy, Fernseher, Computer, Zeitschriften und Büchern nicht ablenken. Die Musik spielt auf dem Teller.

•Geniessen Sie Ihre Mahlzeit am Esstisch mit Besteck und nicht stehend, gehend, auf der Couch oder am Schreibtisch.

•Gabeln sind grundsätzlich besser als Löffel. Bevorzugen Sie kleines Besteck, wie Dessertgabeln oder Kinderlöffel. Auch Essstäbchen sind prima Tempobremser. Legen Sie das Besteck beim Essen immer wieder mal ab.

•Salzen Sie bei der Zubereitung nicht zu stark und essen Sie nicht zu oft Fast Food und Fertiggerichte. Salz fördert den Appetit und verleitet zu hastigem Essen.

•Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kaumuskeln etwas zu tun haben. Ein knackiger Salat, kurz blanchiertes Gemüse, ungeschälte Linsen, Quinoa oder Vollreis geben ordentlich was zu beissen. Kaufen Sie auch mal Walliser Brot statt weiche Weggli.

•Kauen Sie mindestens 15 Mal vor dem Schlucken und warten Sie mit dem nächsten Happen, bis der Mund leer ist. Langes Kauen verändert auch den Geschmack mancher Speisen. So wird Brot mit der Zeit süsser: spannend!

Autor: David Fäh