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26. Mai 2014

Tagebuch einer Stammzellenspende

Christoph Finster erhielt im Jahr 2010 Blutstammzellen seiner Mutter transplantiert. Bis zu seinem Tod zwei Jahre später schrieb er seine Gedanken in einem Tagebuch nieder.

Christoph Finster kurz nach seienr Operation im Jahr 2010.
Christoph Finster kurz nach seienr Operation im Jahr 2010.

28.10.2010: Endlich ist es soweit. Nach einer langen und anstrengenden Zeit in der vorallem die letzten Wochen sehr kräftezehrend waren, geht es endlich los. Ich bin auf die Transplatationsstation verlegt worden. Das heisst nicht nur, dass es endlich vorwärts geht sondern auch Abschied nehmen von den Ärzten und vorallem den Pflegenden auf meiner alten Station. Es fällt mir nicht leicht die gewohnte Umgebung zu verlassen, doch ich bin froh, dass nun ein Schritt in die richtige Richtung passiert. Nach den letzten Wochen und vorallem der erneuten OP am Bein sehe ich wieder Licht am Ende des Tunnels.

Auf der Transplantationsstation ist alles sehr steril. Es wird mit viel Aufwand dafür gesorgt, dass alles sauber bleibt. Die Patienten sind alle mindestens in ihrem Zimmer isoliert oder müssen sogar in das sogenannte Zelt. Ich komme zum Glück darum rum und muss nur in meinem Zimmer isoliert werden. Ich war schon für den ganzen ersten Chemozyklus hier und deshalb ist nicht alles ganz neu für mich. Und denoch habe ich gewisse Schwierigkeiten mich einzuleben. Es dauert alles seine Zeit bis man sich wieder daran gewöhnt.

29.10.2010: Die Nacht auf Heute war kein wirkliches Highlight. Trotz Schlafmittel bin ich nicht zur Ruhe gekommen. Immer wiedr wollte ich mich ins Traumland abetzen dch es wollte nicht klappen.

Der Tag an sich war auch nicht spektakulär. Trotzt allem heisst es um 6 Uhr aufstehen, denn die erste Dosis Chemotabletten muss genommen werden. Diese Tabletten nehem ich 4 mal am Tag alle 6 Stunden bis Dienstag. Dazu kommen noch zwei andere Medikamente. Jetzt schlafe ich nochmal bis 10 Uhr. Nach dem Aufwachen wird ersteinmal gefrühstückt. Anschliessend erstmal ans Lavavo - Zähne putzen und Waschen. Das Waschen erfolgt hier natürlich nach bestimmten Regeln und abläufen. ZUm Glück darf ich mich solange ich dazu in der Lage bin selber waschen und auch bestimmen wann ich mich waschen will.

Der restliche Tag war nicht aussergewöhnlich. Es gibt viele Tabletten zum schlucken, ich schätze ca. 20 - 30 Stück am Tag. Bis jetzt bereitet mir das zum Glück noch keine grosse Mühe. Für alle die sich fragen wie ich meine Zeit verbringe: Fernsehen, Vor dem Laptop sitzen, Schlafen usw. Getsern habe ich noch eine Wette gewonnen. Ich habe mir einer Pflegenden gewettet das ich meinen Puls besser erraten könne als sie. Deshalb bekomme ich heute ein hausgemachtes Eis aus der Cafeteria (mmmmmh lecker :=) )

Der Abend und auch die Nacht fingen harmlos an aber sollten dann doch noch anstrengen und kräftezerrend werden. Ich kann wieder einmal nicht einschlafen, plötzlich sehe ich da ein Mann auf dem Balkon, er hat eine gewisse ähnlichkeit mit dem grossen Typen mit Bart aus Harry Potter. Ich denke mir das kann doch nicht sein! Nein, das kann nicht sein. Ich bin zum Glück noch am Telefon. Auch das andere Ende der Leitung versichert mir dass das nicht möglich ist. Doch dann taucht auch noch ein Reh auf. Ich denke mir: Werd ich langsam Wahnsinnig?

Ich entschliesse mich die Pflege zu informieren. Haluzinationen in dieser Form hatte ich noch nie. Jetzt wurde Kontakt mit dem Diensthabenden Arzt aufgenommen. Er weiss spontan nicht was zu dieser Reaktion führte. Warscheindlich sind es meine Medikamente. Denoch kann man sie nicht absetzen da sie sehr wichtig sind. So habe ich dann ein beruhigendes Medikament bekommen und eine Pflegende hat sich zu mir ans Bett gesetzt. Das ganze Theater ging dann noch eine weile weiter bis ich schätzungsweis Morgens um 5 eingeschlafen bin.

30.10.2010: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen. Mein Alltag gestaltet sich im Moment schwierig. Ich reagiere auf das eine Medikament stärker als angenommen. Zudem kommen die zwei schlaflosen Nächte. Ich merke immer mehr wie die ganze Vorbereitung an meinen Kräfen zehrt. Trotz allem versuche ich postiv zu bleiben. Mein Zimmer ist etwa 4 mal 4 Meter gross, wenn überhaupt. Das macht das ganze natürlich nicht einfacher.

Da es mir nicht so gut geht, fasse ich mich kurz. Ich hoffe das es mir bald besser geht und ich wieder mehr zu Berichten vermag.

31.10 & 01.11.2010: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Müdigkeit. Mein Alltag gestaltet sich abgesehen vom vielen schlafen mühsam. Zum Glück ist die Vorbereitung Morgen abgeschlossen und am Mittwoch steht schon die Transplantation an. Ich hoffe das es dann wieder bergauf geht.

Mein Zimmer nimmt langsam Gestalt an. Ein riesen Plakat und eine Fotowand schmücken die kahlen Wände.

Sonst gibt es nicht viel zu sagen, der Alltag gestaltet sich von Tag zu Tag immer gleich.

03.11 - 05.11.2010: Der ominöse Tag 0 ist da. Auf den Tag auf der von vielen Siten lange gewartet wurde. Meine Mutter beginnt schon früh morgens zu spenden, doch dazu von ihr selber später mehr. Für mich selber war die Transplantation unspektakulär. Ich hatte ein Druckgefuhl auf dem Kopf welches sich anschliessend richtung Bauch verlagerte, Schwindel und später Schüttelfrost. Es war jedoch alles gut auszuhalten. Es war schon früh klar das die Spenede am ersten Tag nicht ausreichte. Am Donnerstag soll das ganze wiederholt werden. Die zweite Transplantation war noch unspektakuärer als die erste. Ich merkte gar keine Nebenwirkungen.

Ansonsten geht es mir wieder ein bisschen besser seit der Transplantation geht es bei mir wieder bergauf. Ich habe zwar immernoch zu kämpfen doch ich merke wie es langsam besser geht. Jetzt gilt es abzuwarten bis die neuen Zellen zu wachsen beginnen. Was in zwei bis drei Wochen der Fall sein sollte.

Spendebericht meiner Mutter

Haploidentische Blutstammzell-Spende

Wie bereits in der Geschichte meines Sohnes Christoph geschildert, hat man sich nach intensiver aber leider erfolgloser Suche nach einem Fremdspender und nach Prüfung der Eltern für mich als Spenderin entschieden. Vor einer Woche nun wurden mir die erforderlichen Blutstammzellen entnommen. Aber alles schön der Reihe nach:

Nachdem der Entscheid gefallen war, wurde ich erneut zur Abgabe einiger Blutproben aufgeboten. Wie bei einer normalen Blutspende werden diverse Kontrollen (Hepatitis, HIV etc.) durchgeführt. Gleichzeitig wird aber auch abgeklärt, welche (möglichen) Viren der Spender ‚beherbergt‘ und ob sie dem Empfänger gefährlich werden können bzw. wenn ja, mit welchen Medikamenten man dann beim Empfänger reagieren muss. Ich führte mit dem Arzt ein Gespräch über Vorerkrankungen, Operationen, Allergien etc. und wurde auch körperlich untersucht. Es geht darum weder den Spender noch den Empfänger einem Risiko auszusetzen.

Ich erhielt eine ausführliche Dokumentation, welche sowohl auf medizinische Fragen eingeht (z.B. was sind Blutstammzellen, welche Art von Spende eignet sich für welche Krankheit, wie läuft die Spende ab, Nachkontrollen für den Spender u.v.m.) als auch auf ‚arbeitstechnische‘ (muss ich meinen Arbeitgeber informieren, muss ich Ferien dafür ‚opfern‘, Erwerbsausfall etc.). Ein kurzes Gespräch mit einer Psychiaterin (gesetzlich vorgeschrieben) ist ebenfalls Teil der Vorbereitung. Es geht vor allem bei Spenden unter Verwandten darum, abzuklären ob die Spende freiwillig erfolgt. Ich hatte zudem immer die Möglichkeit jemand zu Fragen, wenn etwas unklar war.

Nun gibt es ja die Möglichkeit Stammzellen über das Knochenmark zu gewinnen oder wie bei einer Blutspende über die Venen. In unserem Fall entschied man sich für die ‚Blutspende‘ oder medizinisch periphere Stammzellspende. – Blutstammzellen befinden sich in kleiner Anzahl auch normalerweise in unserem Blut. Für die Spende braucht es allerdings eine Vielzahl davon im Blutkreislauf. Damit man dies erreicht, musste ich mir 5 Tage vor der Spende bis zum Spendentag selbst zweimal täglich ein Medikament spritzen (kann man auch beim Hausarzt machen lassen), das einerseits die Stammzellproduktion anregt und andererseits die gebildeten Stammzellen auch in den Blutkreislauf ‚ausschüttet‘. Die Spritze morgens habe ich mir jeweils gespritzt, die Dosis abends hat mir Christoph gegeben. Mögliche Nebenwirkungen von Neupogen können Gliederschmerzen, Kopfweh, Oberbauchschmerzen selten Fieber sein. Also eigentlich alles Symptome, die bei einer schweren Grippe vorkommen. Ich wurde vorsorglich mit Schmerzmittel versorgt, die ich dann aber nicht brauchte, weil keines der Symptome auftrat. Einzige gewollte Nebenwirkung war, dass ich ab und zu einen Schmerz verspürte, wie bei einem Elektrostoss. Da ich so gar nichts spürte, hatte ich Angst, dass das Medikament gar nicht wirken würde. Ich wurde aber beruhigt, es würde ganz sicher seine gewünschte Wirkung tun.

Da meine Venen nicht gut genug waren die Stammzellsammlung durchzustehen, wurde bei mir am Tag vor der Spende ein Venenkatheter eingesetzt. Dies bedingt einen stationären Aufenthalt. Unter örtlicher Betäubung wurde er mir am Hals gesteckt. Schmerzen verspürte ich keine weder während des Eingriffs noch danach. Das einzige unangenehme war, dass an meinem Hals herumgedrückt wurde.

Am Tag der Spende wurde ich um 08.30 Uhr, wohl versorgt mit einem Lunchpaket, ins Hämatologie-Ambulatorium gebracht. Ich war gespannt, was mich jetzt erwarten würde. Theoretisch wusste ich ja, was auf mich zukommen würde.

Aufgrund der Grösse und des Gewichts des Spenders wird das Blutvolumen ausgerechnet. Und dann wird entschieden wie oft man das Blut durch die ‚Dialyse-Maschine‘ schleust. Da Christoph eine haploidentische Spende (der Spender passt nicht zu 100 %) erhalten hat, brauchte es mehr Stammzellen als bei einer ‚normalen‘ Spende. Da genügen ca. 4 Mio. Zellen Christoph bekam rund 12 Mio. Stammzellen. Mein Blut wurde 5 x durch den Apparat geschleust, was gut 5 Stunden dauerte. Während der Sammlung liegt man die ganze Zeit im Bett. Hier ist der Katheter im Vorteil gegenüber einer Venenspende, weil man sich im Bett bewegen darf.

Damit die Maschine während des Prozesses nicht verstopft, wird das Blut mit einer Citratlösung ‚verdünnt‘, welche kontinuierlich über die Infusion läuft. Als Reaktion darauf, verspürte ich ein Kräuseln auf den Lippen. Mit einer Calcium-Infusion wurde auch dieses Problem behoben. Während der Spende verspürte ich ausser einem leichten Übelkeitsgefühl keinerlei Beschwerden. Die meiste Zeit döste ich vor mich hin. Ich wurde betreut und überwacht von Frau Richard. Sie hatte immer mal wieder Zeit für einen ‚Schwatz‘ und hatte auf alle meine Zwischenfragen eine Antwort. Zwischenzeitlich besuchte mich auch mein Mann um danach Christoph Bericht zu erstatten. - Die 5 Stunden waren relativ schnell vorbei aber es tat trotz allem gut, nach Beendigung aufstehen und sich bewegen zu dürfen. Und zu meiner völligen Überraschung erhielt ich als Dankeschön für meinen ‚Einsatz‘ einen wunderschönen Blumenstrauss. Den erhält jeder Lebensretter auf Abruf.

Kurze Zeit später konnte ich bereits Christoph besuchen. Ausser einer gewissen Müdigkeit fühlte ich mich wohl.

Nach einer Kontrolle der Spende wurde Christoph die erste Gabe noch am gleichen Tag verabreicht. Da nicht die ganzen 12 Mio. Zellen auf einmal gesammelt werden konnten, hiess es am folgenden Tag nochmals ‚antreten‘. Das Prozedere war dasselbe wie am Vortag lediglich die Dauer verkürzte sich auf knappe 3 Stunden, weil man nicht mehr so viele Zellen benötigte. Beim zweiten Mal verspürte ich nicht mal mehr Übelkeit. - Im Anschluss an die Sammlung wurde mir auch der Katheter gezogen. Man liegt dann noch ca. 30 Minuten mit einem Sandkissen als Druckverband um ein Nachbluten zu verhindern. Dann braucht es für 2 – 3 Tage nur noch ein Pflaster, das war’s.

Jetzt ist etwas mehr als eine Woche vergangen und ausser einer leichten Müdigkeit die ersten Tage nach der Spende verspüre ich keinerlei Nachwehen. – Nach vier Wochen werde ich nochmals kontrolliert (Blut). Gleichzeitig muss ich dann einen Fragebogen ausfüllen. Weitere Kontrollen erfolgen mittels Fragebogen nach 6 bzw. 12 Monaten und danach alle 5 Jahre.

Noch etwas zu den Kosten: Es ist so, dass sämtliche Kosten – auch Lohnausfall – durch die Krankenkasse des Empfängers abgedeckt sind.

Ich für meinen Teil würde jederzeit wieder Spenden. Der Aufwand ist minimal und wenn man jemandem damit das Leben schenken kann, braucht es keine zweite Überlegung.

06.11 - 10.11.2010: Ich erhole mich immer besser von der Transplantation. Ich versuche wieder ein bisschen zu essen, die Beschwerden gehen langsam aber sicher zurück und ich versuche wieder ein bisschen aus dem Bett zu kommen. Die Tage werden immer länger, je mehr Kraft man hat. Denn die Möglichkeiten der Aktivitäten hier im Isolierzimmer sind und bleiben sehr beschränkt. Man versucht die Zeit mit allem möglichen tot zu schlagen.

Am 10. November beginnen plötztlich Schmerzen im Beckenbereich. SIe werden mit der Zeit immer unaushaltbarer und müssen sogar mit Morphin bekämpft werden. Jetzt hoffe ich dass das die neuen Zellen sind. Das haltendie Ärzte doch für unwarscheindlich, was für mich nicht heisst das ich nicht trotzdem dran glaube. Die Alternative ist, dass es eine Nebenwirkung der Vorbereitungschemo ist.

11.11 - 13.11.2010: Die Schmerzen im Becken halten an. Da meine Zellen bis zum 11.11 nicht angestiegen sind beginnt jetzt die Behandlung gegen die sogennante Serumskrankheit. Ich bin immernoch überzeugt das es meine Zellen sind. Ich bin mir so sicher das ich mit einer Pflegenden eine Wette starte. Gewettet wird das ein bestimmer Wert aus meinem Blut bis spätestens Sonntag über eine bestimmte Grenze steigt.

Da ich mich immer auf mein Gefühl verlassen konnte war ich mir sicher die Wette zu gewinnen. Ich habe bereits am nächsten Tag recht bekommen und meine Zellen sind gestiegen. Für den Wettwert hat es noch nicht gereicht aber es sah schon sehr gut aus. Doch am darauffolgenden Tag war es dann erledigt, der Wert ereicht und die Wette gewonnen.

Ansonsten geht es mir eigentlich gut. Mein einziges leiden ist im Moment der Hals. Die Schleimhäute im Mund und Hals lösen sich ab und es gibt offene Stellen (Mucositis). Das ist leider sehr schmerzhaft doch im Moment ist es mir Schmerzmittel gut unter Kontrolle.

Jetzt hoffe ich das es weiter bergauf geht. So das ich bald mein Isolationszimmer verlassen kann und vielleicht wieder mal auf den Gang spazieren gehen kann.

14.11 - 17.11.2010: Mein Alltag ist im Moment von meinen Schmerzen im Mund und Hals dominiert. Trotzt allem versuche ich weiterhin ein bisschen etwas zu essen was allerdings mit viel Schmerz verbunden ist. Ansonsten ist aber alles im grünen Bereich.

Da ich sehr viel Besuch habe, ist mein Alltag nicht allzu langweilig. Ich möchte mich auch bei allen meinen Besuchern bedanken. So vergeht die Zeit viel schneller und es tut gut auch Sachen von ausserhalb der Spitalwelt zu hören.

Zudem möchte ich mich bei allen bedanken die mein Tagebuch hier lesen und insbesondere bei denen die sich dadurch als Spender registrieren liessen. Ich finde es grossartig was diese Seite für eine Resonanz auslöst. Ein Arzt hat uns gesagt das sich schon mindestens 350 Leute aufgrund unseres Aufrufes haben regsitrieren lassen. Das ist Super!

Wenn alles gut geht darf ich wie es aussieht am Samstag ein bisschen auf den Gang zum spazieren. Und was mir viel wichtiger ist, ich darf duschen gehen! Endlich wieder eine schöne warme nach so einer langen Zeit, darauf freue ich mich am meisten.

18.11 - 22.11.2010: Leider sind die Schmerzen übers Wochenende nicht wirklich besser geworden. Deshalb konnte ich dann am Samstag auch nicht meine langersehnte Dusche geniessen. Ich musste mir selber eingestehen das es mit so viel Schmerzen wenig Sinn macht von den Infusionen wegzukommen und zu duschen. Doch am Sonntag klappte es dan endlich mit meiner heiss ersehnten Dusche und ich konnte es wirklich geniessen. es war echt ein super Gefühl.

Jetzt geht es mir wieder ein bisschen besser. Die Schmerzen fangen an weniger zu werden. Ich konnte nochmal duschen gehen und spaziere schon ein bisschen auf dem Gang hin und her. Ich freue mich das mir diese kleinen Fortschritte so gut gelingen. Endlich geht es bergauf!

23.11 - 02.12.2010: Von wegen es geht bergauf... Kaum denkt man jetzt hat man das schlimmste überstaden kommt etwas neues. In diesem Fall hat es mit Fieber angefangen. Ich fühlte mich immer schwächer, ass nichts mehr es war definitiv nicht so wie ich es gerne gehabt hätte. Trotzdem hatte ich am 23.11 noch Besuch von der Migros Zeitung für ein Interview was in nächster Zeit erscheinen wird. Danach ging es von Tag zu Tag mehr bergab. Trotzdem wurde mir das nach Hause gehen in Aussicht gestellt.

Ich freute mich natürlich riesieg. Doch wie immer war das ganze natürlich an Bedigungen geknöpft. Ich musste wieder anfangen zu essen, ich musste weg vom Morphin und ich muss alle meine Tabletten Schlucken können. So begann ich mich zu quälen und die Tabletten zu nehmen was mir grösstenteils relativ gut gelang. Dann noch weg vom Schmerzmittel und da wollte ich wohl etwas zu schnell zu viel. Das Resultat war/ist Entzugserscheinungen in Form von frieren, Bauchweh und Durchfall. Doch auch das pendelt sich mit der Zeit wieder ein. Und jetzt ist es tatsächlich soweit Morgen darf ich nach Hause. Ich freue mich riesieg. den vorallem in den leztten Tagen hat auch meine Psyche nicht mehr richtig mitgespielt. Ich wusste ich muss hier raus, ich halte es nicht mehr aus! Nach 13 Wochen Spital am Stück und all den Komplikationen ist es mein wohl grösster Wunsch einfach wieder einmal ein paar ruhige Tage zu Hause zu verbringen.

03.12 - 07.12.2010: Endlich geschafft. Am Freitag Mittag ging es endlich nach Hause!

Mit der Kraft fehlt es noch ziemlich stark doch auch das wird schon von Tag zu Tag besser. Ich esse regelmässig und erhole mich ziemlich gut. Ich geniesse die Zeit richtig. Endlich kein Spital, keine Infusiomaten oder sonstige Ablenkungen mehr. Als erstes habe ich zu Hause ein schönes, warmes Schaumbad genommen. Ich hatte auch schon viel Besuch von Kollegen, was mir auch sehr gut tut. Auch meine Moral hat wieder einen Sprung in die richtige Richtung gemacht. Zu Hause fällt doch alles ein bisschen leichter. Sogar das Tabletten schlucken geht schon wieder ziemlich gut.

Am Montag stand dann auch schon wieder die erste Kontrolle an. Soweit sieht alles gut aus. Ich sollte zwar noch mehr trinken aber das kommt in den nächsten Tagen bestimmt auch noch. Das einzige was mich im Moment ziemlich stört ist mein steifes Bein, da es teilweise doch sehr Mühsam ist. Vorallem das Schlafen ist nervig wenn man sich nicht richtig auf die Seite drehen kann.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei allen Leuten bedanken die mich in den letzten 13 Woche unterstützt und begleitet haben. Alle Pflegenden, die Ärzte, meine Kollegen aber vorallem meine Eltern die immer für mich da waren und mich unterstütz und umsorgt haben wo es nur ging.

VIELEN DANK!

08.12 - 12.12.2010: Die erste Woche zu Hause überstanden! Im Moment ist nicht wirklich viel los. Die Tage sind lange und es ist oft langweilig. Aber ich geniesse es trotzdem zu Hause zu sein, die Umgebung, das bekannte und das leckere Essen . Ich muss zwar noch mehr essen und trinken aber das kommt auch von Tag zu Tag besser.

Die Tabletten lassen sich auch immer besser nehmen. Einzig das Schlafen bereitet mir im Moment noch so seine Schwierigkeiten. Ich bin nicht richtig Müde am Abend und liege deshalb oft wach und bin auch am Morgen schon früh auf.

Der Freitag war nicht so mein Tag. Ich hatte den ganzen Tag mit Übelkeit zu kämpfen. Wir haben jetzt aber die richtige Medikamentenkombination gefunden um es gut im Griff zu haben. Jetzt lebe ich einfach so in den Tag hinein und versuche die Zeit rumzubringen.

Am Sonntag bin ich beim spazieren auf dem Balkon ausgerutscht. Ich habe mich aber ausser einer kleinen Schürfung nicht verletzt, nochmals Glück gehabt! Soweit das neuste von mir!

Abschliessen möchte ich mit einem riesen Dankeschön an alle Leute die sich als Spender haben registrieren lassen. Ihr leistet so einen wertvollen Beitrag der vielleicht jemandem das Leben rettet. Darum die Seite auch gerne weiterzeigen ;)

13.12 - 20.12.2010: Ich wieder mal. Inzwischen habe ich mich zu Hause gut eingelebt. Die kleinen Baustellen verschwinden auch immer mehr. Ich esse inzwischen sehr gut und auch das trinken ist mit mehr als 2 Litern am Tag inzwischen ok.

Auch meine Tage sind nicht mehr so langweilig. Am Ablauf hat sich zwar nicht viel geändert doch ich bringe die Zeit doch besser rum. Am Morgen stehe ich zwischen 7 und 9 Uhr auf und dann wird erstmal gefrühstückt. Um 10 Uhr folgen dann die ersten Medikamente. Dann wird TV geschaut oder ein bisschen im Internet gesurft. Manchmal helfe ich auch meiner Mutter ein bisschen im Haushalt. Irgendwann wird dan angefangen zu diskutieren was es zum Mittagesen gibt. Meistens ist das eine lange Entscheidungsfindung :) Wenn ich mich dann endlich für etwas entschieden habe geht meine Mutter kochen und ich gehe dann auch runter an den Tisch zum essen. Dann sitzen wir meistens noch ein bisschen am Tisch und sprechen über Gott und die Welt.

Nach dem essen gehe ich wieder in mein Zimmer und verbringe die Nachmittage meistens am PC. Irgendwann kommen dann mein Vater und mein Bruder nach Hause und ich kann mit ihnen über den Tag sprechen und so noch ein bisschen Zeit rumbringen. Die Abende verbringe ich entweder vor dem Fernseher oder ich habe Besuch. Ich freue mich immer wenn ich Kollegen da habe, so erfahre ich doch noch was so ausserhalb meiner Welt abgeht.

Geschlafen wird meist erst gegen 0 Uhr oder halb eins. Ich lege mich zwar früher hin doch kann dann meistens nicht einschlafen. Doch es ist schon viel besser als am Anfang als ich zu Hause war.

Ausserdem müssen wir immer Montag und Donnerstagmorgen in die Kontrolle nach Zürich. Es bringt eine gute Abwechslung in die Tage. So komme ich wenigstens noch ein bisschen raus. Den im Moment ist ja auch nicht das Wetter um mal mit den Stöcken draussen spazieren zu gehen. Die Kontrollen sind bis jetzt immer gut verlaufen. Im Prinzip wird mir einfach Blut abgenommen und ich werde kurz körperlich durchgecheckt. Das dauert dann immer so ca. eine Stunde und dann dürfen wir wieder nach Hause.

So sieht ein normaler Tag bei mir aus. Ich dachte ich gebe euch mal so einen kleinen Einblick.

Nun möchte ich noch DANKE sagen. Es gab eine riesen Resonanz auf den Artikel in der Migros Zeitung! Wir waren wirklich überwältigt was dieser Artikel für ein Echo ausgelöst hat. Ich möchte mich bei allen bedanken die sich als Spender registriert haben oder dies noch vor haben. Und danke für all die Lieben Worte sowohl im Gästebuch als auch per Mail :)

21.12.2010 - 02.01.2011: Ich hoffe ihr hattet alle ein paar ruhige und erholsame Festtage. Ich konnte es zu Hause im kleinen Kreis der Familie geniessen. Ansonsten gibt es nicht viel neues. Auch Silvester wurde im kleinen Rahmen aber mit Kollegen gefeiert. Die Tage vergehen im Moment sehr gut. Heute ist schon mein Tag 60.

Auch die Ärzte sind weiter zufrieden wie es läuft. Nun hoffen wir das alles weiter so läuft und wir Tag für Tag geniessen können.

03.01 - 12.01.2011: Nachdem ich mich langsam von Silvester erholt habe tratt schon die nächste Baustelle auf. Ich bekabm Probleme mit den Augen, besser gesagt nur mit einem. Es begann zu brennen und tränen. Das offenhalten viel mir schwer und ich reagierte empfindlich auf Licht. Die Ärzte wussten nicht was es genau war, den gerötet war es nicht. Nach zwei Tagen wechselten die Beschwerden vom rechten aufs linke Auge. Mit Augentropfen konnte ich mir Linderung verschaffen und das Problem löste sich dann von selber.

Sonst bin ich eigentlich gut ins neue Jahr gestartet. Ich merke einfach langsam das es eine sehr lange Zeit ist. Denn soviel gibt es doch noch nicht zu tun. Jetzt versuche ich mir ein kleines Tagesprogramm zusammenzustellen das ich wenigstens ein paar kleine Fixpunkte am Tag habe. Doch bald kann ich meine Tage bis zum 100. schon zurückzählen :)

Die Kontrollen zweimal die Woche verlaufen auch gut. Die ersten Medikamente werden auch schon reduziert was ein gutes Zeichen ist. Auch die Reaktionen auf der Haut werden weniger. Insgesamt darf man also sagen alles stabil mit einer positiven Tendenz!

Und noch eine positive Nachricht. Im Spital haben wir gehört das sich nach dem Artikel in der Migros Zeitung über 2000 Leute haben als Stamzellspender registrieren lassen. Das ist mehr als sonst in einem ganzen Jahr. Dafür nochmals vielen Dank! Sich registrieren zu lassen ist der Anfang von einem geretteten Leben.

13.01 - 03.02.2011: Nach langer Zeit melde ich mich auch wieder einmal. Diesemal gibt es sogar einiges zu Berichten. Bis Ende Januar verlief alles weiterhin gut und ich war auf dem richtigen Weg. Doch dann hatte ich plötzlich keinen Appetit mehr, also ass ich fast nichts mehr. Schliesslich begann ich auch noch weniger zu trinken und zu allem Überfluss war ich auch noch verstopft. Dies hatte zur Folge das die Medikamente viel besser wirkten als sie eigentlich sollten. Den schliesslich kamen sie ja nicht mehr raus. Ich wurde zudem schwächer, konnte mich zu nichts mehr aufraffen, lag den ganzen Tag im Bett. Es kam schliesslich auch noch Übelkeit und Erbrechen dazu was dem ganzen nicht unbedingt förderlich war. Am Wochenende vom 28. Januar merkten wir das es so nicht weitergehen konnte. Zudem bekam ich noch ein Schüttelfrostartiges schütteln das mich nicht schlafen liess. Da keine Besserung in Sicht war riefen wir im Spital an. Das Ergebniss des ganzen war das wir am Samstag Morgen in den Spital mussten um abzuklären ob ich eine Vergiftungen von einem meiner Medikamente habe. Dies hat sich dann aber nicht bestätigt. Zusätzlich bekam ich noch ein Liter Flüssigkeit.

Am Sonntag war immernoch keine Besserung in Sicht. Dort dachten wir zum ersten mal über einen Stationären Aufenthalt im Spital nach um mich ein bisschen auf die Beine zu bringen. Da wir am Montag sowieso einen Kontrolltermin hatten beschlossen wir bis dahin abzuwarten. Am Montag sprachen wir das mit dem Stationären Aufenthalt an. Die Ärzte liessen schlussendlich mich entscheiden ob ich bleiben wolle. Ich entschloss mich schweren Herzens Stationär zu bleiben. Ich kam zwar auf die Station wo ich auch schon meine Chemotherapien hatte. Doch schon als ich in mein Zimmer kam bereute ich meine Entscheidung. Ich hielt es fast nicht aus. Es war für mich richtig schlimm wieder im Spital zu sein. Denoch kam ich dann an die Infusion um meinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Zudem wollten die Ärzte mein Zittern neurologisch abklären. Das hiess warten auf den Neurologen. Als dieser um halb Sechs immernoch nicht gekommen war, kam ich auf die Idee zu fragen ob ich zum Schlafen nach Hause gehen darf. Zum Glück willigten die Ärzte ein. Ich hätte wohl kein Auge zugetan wenn ich hätte im Spital bleiben müssen.

Am Dienstag Morgen musste ich um 8 Uhr wieder auf der Station sein. Und es hiess wieder warten auf den Neurologen. Je länger das Warten dauerte desto unruhiger wurde ich. Ich hielt es einfach nicht aus im Spital zu sein. Als der Neurologe nach einer gefühlten Ewigkeit um halb Sechs endlich kam war ich sehr froh. Nach einem 5 minütigen Gespräch sagte er dass das Zittern von den Medikamenten kommt, er verschrieb mit ein Medikament und entschied das ich nach Hause entlassen werden konnte - Zum Glück!

Der Spitalenaufenthalt war zwar schön weil ich alle Pflegenden wieder einmal sah und auch für meinen Körper war es eine gute Sache. Doch für meine Psyche war es der blanke Horror. Ich habe gemerkt das ich es im Spital nicht mehr aushalten würde. Um keinen Preis!

Doch zum Glück bin ich ja jetzt zu Hause. Ich gebe mir Mühe genug zu trinken. Der Appetit fehlt zwar immernoch aber ich gebe mir auch hier Mühe trotzdem zu essen. Jetzt hoffe ich das es wieder ein bisschen bergauf geht!

Was sonst noch wichtig ist? Am Montag dem 7. Februar habe ich meine erste Knochenmarkspunktion nach der Transplantation. Danach kann man erste Aussagen treffen wie die neuen Zellen arbeiten und man sieht ob ich noch Leukämiezellen im Blut habe .

Das wäre so das Wichtigste was in der letzen Zeit passiert ist. Jetzt geniesse ich es nach den zwei Tagen Spital zu Hause zu sein und hoffe das ich ein paar ruhige Tage verbringen kann.

04.02 - 18.02.2011: Beginnen wir mit den Baustellen vom letzen mal. Trinken ist inzwischen kein Problem mehr und auch der Appetit kommt langsam aber sicher zurück. Zudem bekomme ich Nahrungszusätze die man unters Essen oder ins Getränk mischen kann. So werden mir Kohlenhydrate und Fett zugeführt. Ausserdem bekomme ich zwei neue Medikamente die den Appetit zusätzlisch steigern sollte. Bis jetzt klappt das nicht schlecht und wir hoffen das jetzt wieder das eine oder andere Kilo dazu kommt.

Und seit dem 11. Februar, meinem Tag 100, kann ich mich auch wieder mehr betätigen. Mein erster Ausflug führte mich ins Casino. Und seither fahren wir jeden Tag irgendwohin und ich kann die Welt im grossen Ausmass wieder geniessen.

Bekanntlich kommt das Beste immer zum Schluss und darum nun noch die besten Nachrichten:

Die Knochenmarkspunktion war bei allen Untersuchungen ohne Befund. Das heisst keine Leukämiezellen mehr! In meinem Blut befinden sich bereits 100% der Spenderzellen und im Knochenmark 99,5%. Damit kann man mehr als zufrieden sein. Mit diesen Positiven Nachrichten verabschiede ich mich vorerst und melde mich sobald es etwas neues gibt.

19.02. - 26.03.2011: Was für ein Monat! Nach langer Abstinenz melde ich mich auch mal wieder. Es ist viel passiert. Viele schöne Dinge, auch weniger schöne Dinge. Auf einiges werde ich eingehen und einiges bleibt einfach bei mir. Schliesslich müsst ihr nicht alles wissen ;)

Also. Dann legen wir mal los.

Ich gehe viel raus. Treffe mich mit Freunden, unternehme mit der Familie etwas. Ich taste mich langsam zurück ins Leben. Gesundheitlich geht es mir sehr gut. Die Werte sind alle gut. Ich werde immer fiter. Seit 3 Wochen gehe ich einaml die Woche ins Balgrist zur Physio. Und damit komme ich auch gleich zum Nächsten. Der letzten noch vorhandenen Baustelle. Mein Bein.

Diese Woche am Mittwoch waren wir bei Prof. Dr. Fuchs. Um mal zu schauen wie es mit meinem Bein weitergeht. Im Moment sieht es so aus das meine neue Prothese eine Spetialanfertigung sein muss. Jetzt sucht Herr Fuchs nach verschiedenen Möglichkeiten. Und sobald er etwas passendes gefunden hat meldet er sich wieder bei uns. Dann schauen wir wies weitergeht. Im groben Zeitraum wird die Operation mal für die nächsten zwei bis drei Monate geplant.

Ich belass es an dieser Stelle mal bei diesen Sachen. Vielleicht folgt in den nächsten Tagen noch mehr. Doch im Moment ist das so das wichtigste. Ich halte euch aber sicher auf dem laufenden.

20.07.2011: Viel ist passiert. Ich hatte viele gute Tage. Ich war auf meinem Weg zurück ins Leben. Und jetzt hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Ich beschränke mich bei diesem Eintrag auf die Fakten. Doch eines vorne weg. Ab jetzt gibt es wieder regelmässige Einträge von mir.

Vor etwas mehr als einem Monat war ich am Sonntag Abend noch weg. Ich wollte eigentlich früh nach Hause. Doch dann ist es passiert. Ich bin über ein Kabel gestolpert und habe den rechten Oberschenkel gebrochen. Doch jetzt im Nachhinein kann man von Glück im Unglück reden. Durch diesen Unfall konnte meine Operation vorgezogen werden. Durch das habe ich nun schon wieder eine Prothese im Bein. Doch darauf möchte ich eigentlich nicht weiter eingehen. Den eigentlich geht es in diesem Eintrag um etwas ganz anderes.

Im Frühling hatte ich eine Knochenmarkspunktion. Bei dieser wurde festgestellt das sich noch 3% Leukämiezellen in meinem Körper befinden. Diese Nachricht war wie ein kleiner Schock. Doch laut den Ärzten konnte man das vergleichsweise einfach behandeln. Ich bekam nochmals eine bestimmte Gruppe von Zellen aus dem Blut meiner Mutter in einer kleinen Dosis. Diese sollte mein Immunsystem nochmals Ankurbeln und die übrigen Leukämieverzellen vernichten.
Und diesen Montag waren wir wieder, wie immer, einmal die Woche im Spital für die regelmässigen Kontrollen. Und uns wurde wohl die fast schlimmst mögliche Nachricht mitgeteilt. Meine Leukämiezellen sind wieder mehr geworden.

Ein Moment...Einer, der alles verändert. Der Kopf ist leer.

Man würde mich gerne wieder stationär aufnehmen. Man muss die Krankheit wieder mit Chemo bekämpfen. Ein riesen Schock! Von da an geht alles sehr schnell. Ab morgen bin ich wieder im Unispital um meine nächste Chemo auf mich zu nehmen. Vorerst ist nur eine Chemo geplant und danach wird weiter entschieden.

Das soweit zu den neusten Ereignisen. Ich werde nun wieder regelmässig aus dem Spitalalltaf berichten. Wie es mir geht, was ich tue. Bis dann.

Sometimes all this feels like a never ending story...

22.07.2011: Und seit gestern bin ich nun wieder hier. Im Spital. Passiert ist eigentlich noch nichts. Heute Morgen habe ich meinen ZVK (einen Zentralen Katheter) bekommen über den ich ab morgen meine Chemo bekommen werde. Nach langem hin und her haben sich die Ärzte auf eine Therapie festgelegt. Es wird eine Kombination aus drei Medikamenten. Das Problem ist das ich gewisse Medikamente die zur standart Therapie gegen Leukämie gehören nicht mehr bekommen darf. Ich habe die maximale Dosis bereits erhalten die ein Körper in einem Leben verkraftet.

Jetzt wird zwar immernoch nach einem Protokoll behandelt doch die Ärzte sagen bei mir sei alles auf eine gewisse Weise experimentel den mein Krankheitsbild mit der ganzen Geschichte hat es noch nie gegeben. Eines der Medikamente die ich bekommen werde kann mein Herz angreiffen. Bis jetzt habe ich das nicht bekommen um mein Herz zu schonen. Doch nun scheint diese Therapie meine einzige Chance zu sein. Es ist immer ein abwägen was man noch geben kann und was noch etwas nützt. In diesem Fall hat wohl der Nutzen überwiegt. Hoffentlich.

Soweit zu den ersten zwei Tagen.

24.08.2011: habe lange nichts von mir hören lassen. das hat verschiedene gründe. darum jetzt mal ein kurzes update für alle die auf ein sms, tel, email, whatsapp, ne pn oder sonst eine antwort vonr mir warten.

meine chemo habe ich sehr gut hinter mich gebaracht und konnete dann auch schon bald wieder nach hause. leider sollte das nich von langer daauer sein. am samstag vor einer woche am 13. august war ich zu hause doch es ging von anfang an nicht gut. bis ich am montag nich mal mehr von meinem bett au die toilette und wieder zurück kam ohne kreislaufprobleme. so rückte ich am montag abend notfallmässig mit de krankenauto wieder ins spital ein. mein zustan wurde nicht besser. es ist jetzt genau das eingetroffen was die ärzte sich erhofft hatten. eine umgekehrte abstossung. betroffen ist bei mir momentan vorallel die lebeR! ein wert ist erhöht und legt mich praktisch komplett lahm. ich schlafe praktisch den ganzen tag und das augen offen halten ist auch eine riesen anstrengung. so hoffe ich das dieser text lesbaer mit nicht allzuvielen schreibfehlern daherkommt.

wenigstens bekamen wir heute noch eine super nachricht¨bei der letzten punktion hat man keine leukämiezellen mehr gefunden! das ist besser als erwarte! das wäre es ersteinaml von mir. sobald ich wieder besser z wäg bin melde ich mich bei jedem der mir geschrieben hat...

17.09.2011: Nach einer anstrengenden, langen und schwierigen Zeit melde ich mich nun auch wieder. Nachdem mich die Abstossungsreaktion so heftig erwisch hat bin ich nun seit Montag wieder zu Hause. Die Zeit im Spital war noch nie so hart wie diesesmal. Die Abstossung ist sehr heftig ausgefallen was sich vorallem durch die Leber geäussert hat. Ein gewisser Wert war um ein vielfaches erhöht was mich sehr schwach machte. Gegen die Abstossung setzt man nun wieder diverse Medikamente ein die mein Immunsystem unterdrücken, unter anderem auch Cortison. Das greift meine Muskeln an. Deshalb habe ich im Moment so gut wie keine Kraft mehr. Ich brauchte lange Zeit Hilfe für alltägliche Dinge wie aus dem Bett aufstehen oder aufs WC zu gehen.

Inzwischen geht es aber jeden Tag wieder ein bisschen bergauf. Ich bin schon wieder viel selbstständiger und kann mich im Haus alleine und ohne Hilfe bewegen.

Da mein Immunsystem wieder so stark unterdrückt wird sitze ich wieder mal im goldenen Käfig. Ich darf nicht unter Menschenansammlungen usw. Doch auch das ist nur ein Zustand der sich hoffentlich bald ändert. Und im Moment geniesse ich einfach das zu Hause sein, essen was ich will und wann ich will. Was ich übrigens im Moment im Übermassen tue ;) Doch ich glaube mir schadet das nicht.

Insgesamt kann ich sagen bin ich froh das alles so glimpflich abgelaufen ist und alle Werte sich im wieder auf den Weg im Normalberreich finden. Es hätte auch anders laufen können, doch daran will ich gar nicht denken. Ich hoffe das der Aufbau jetzt möglichst schnell geht und dann auch irgendwann wieder das Ziel Ausbildung ins Auge fassen kann.

Soviel für den Moment. Ich melde mich auf jedenfall wieder :)

12.10.2011: Jetzt bin ich schon seit über einem Monat zu Hause. Wie schon letztes Mal geschrieben, geht es immer wieder ein kleines Stückchen vorwärts. Ich gewinne langsam meine Sicherheit an den Stöcken zurück und bin dadurch auch auf noch weniger Hilfe angewiesen. Die Tage an sich gehen gut rum. Wir finden immer etwas das wir noch tun können. Vorallem jetzt wo wir als Familie langsam wieder zu Hause angekommen sind.

Letzte Woche habe ich mein Zimmer mal so richtig ausgemistet und aufgeräumt. Und diese Woche haben wir es dann noch umgestellt. Die Zeit zu Hause tut mir sehr gut. Ich konnte mich auch Gewichtsmässig wieder auf einen annehmbaren Level bringen. So habe ich in den ersten zwei Wochen als ich zu Hause war 10kg zugenommen. Ich habe wirklich fast 24 Stunden gegessen. Dieser extreme Appetit hat sich inzwischen wieder ein bisschen verflüchtigt. Jetzt esse ich eher wieder normal.

Zur Kontrolle muss ich nach wie vor zweimal die Woche. DIe Ärzte sind soweit zufrieden. So hat man schon langsam begonnen die Immunsupression zu reduzieren. Körperlich fühle ich mich auch gut. Einzig rötet sich meine Haut zwischendurch. Das kommt von der Abstossungsreaktion. Um den körperlichen Aufbau voranzutreiben, vorallem mit dem rechten Bein, kommt zweimal die Woche ein Physiotherapeut zu uns nach Hause. Die Physiotherapie ist anstrengend und schmerzhaft, da alle Muskeln, Sehnen etc. jetzt lange nicht gebraucht wurden. Doch es lohnt sich. Es sind eindeutige Fortschritte erkennbar. So kann ich z.B. mein Bein schon wieder etwas über 50 Grad biegen.

Soweit das neuste bei mir :)

11.12.2011: Seit meinem Eintrag ist viel Zeit vergangen. Irgendwie war immer ein bisschen was los und doch hat sich irgendwie nicht viel getan. Wie dem auch sei, jetzt gibt es wieder mal einen kurzen Überblick was bei mir so passiert ist.

Anfang November war ich für eine Woche hospitalisiert. Man hatte Verdacht auf Lungenentzündung, was sich Gott sei dank nicht bewahrheitet hat. Dadurch das es dann keine Lungenentzündung war und es mir verhältnissmässig relativ gut ging war es irre langweilig eine Woche im Spital zu sein um nur 3 mal täglich meine Antibiotika zu bekommen.

Im Sommer hatte man schonmal festgestelt das sich um mein Herz Wasser gebildet hat. Zur selben Zeit als ich wegen Verdacht auf Lungenentzündung im Spital war, hat man das nochmal nach gecheckt und gemerkt das es wohl mehr geworden ist. Letzte Woche wollten sie dieses Wasser von meinem Herzen absaugen aber das klappte nicht. Der Arzt meinte zwar es sei vergleichsweise einfach, da ich gross und schlank bin doch 1 1/2 Stunden und 5 Stiche später haben sie das ganze abgebrochen. Es war einfach zu schmerzhaft. Da die Menge nicht sehr gross ist, wird es jetzt wohl der Körper selber richten müssen. Einzig etwas positives konnte man aus dem ganzen schliessen. Mein Herzdruck ist normal was bedeutet das mein Herz in seiner Funktion nicht beeinträchtigt ist.

Da mein 'Hausarrest' noch sicher bis Ende Januar andauern wird, werde ich Euch auch nicht sehr viel berichten können. Ich bin immer noch 2 x die Woche in der Kontrolle in Zürich. Ebenfalls zweimal wöchentlich habe ich Besuch von meinen Physiotherapeuten. Er trainiert und quält mich mit einigem Erfolg. Ich habe in der kurzen Zeit, die ich zu Hause bin schon schöne Erfolge erzielt und darf inzwischen schon einige wenige Schritte ohne Krücken gehen. Um ehrlich zu sein ein ganz schön komisches Gefühl :)

Ich wünsche Euch allen frohe Festtage, geniesst die Zeit mit euren Lieben und natürlich Gesundheit und viel Erfolg im neuen Jahr.

23.05.2012: Es ist jetzt ganz schön viel Zeit vergangen seit ich das letzte Mal geschrieben habe. - Allerdings gab es auch nichts zu berichten. Bis Ende März bestand mein Leben nur aus zu Hause bleiben und 1 – 2 mal wöchentlich zur Kontrolle nach Zürich.

Im Moment aber überschlagen sich die Ereignisse wieder: Die letzten Untersuchungsergebnisse waren leider nicht so erfreulich wie die bisherigen. Man hat wieder Leukämiezellen gefunden im Knochenmark und Blut. Im Moment versucht man, die Krankheit mit einer ambulanten Chemo-Therapie in Schach zu halten.

Inzwischen habe ich auch wieder die Erlaubnis 'unter die Leute' zu gehen, d.h. ich kann – mit kleinen Einschränkungen alles unternehmen, was mir Spass macht und mir gut tut (Ausgehen, Kino, Ausflüge). - So war ich endlich wieder mal ein paar Tagen in Holland in den Ferien. Leider wurde ich dort von Fieber begleitet. Doch Hauptsache war wieder mal weg von dem Ganzen.

Inzwischen bin ich schon an meinem zweiten Chemozyklus (5 Tage lang 1 – 2 Chemo-Spritzen ambulant). Gott sei Dank macht das Medikament (noch) keine allzu grosse Nebenwirkungen. Diesmal werde ich auch meine Haare nicht verlieren und auch die Übelkeit kann kontrolliert werden.

Jetzt warten wir mal ab, was passiert und ich werde Euch wieder berichten.

04.09.2012: Schon wieder sind 3 Monate vergangen seit meinem letzten Eintrag.

Seither haben die Probleme nicht wirklich aufgehört. Ich plage mich seit drei Monaten mit Durchfall, Erbrechen und Magenkrämpfen herum. Zwischendurch konnte man mal einen Darmkeim identifizieren und antibiotisch behandeln aber weg gingen die Probleme nicht. Seit ca. 6 Wochen hat das Erbrechen aufgehört. Den Durchfall haben wir noch nicht ganz im Griff seit ein paar Tagen gibt es eine leichte Entspannung. Um den Flüssigkeitshaushalt einigermassen im normalen Bereich zu halten, kann ich mir zu Hause Flüssigkeits-Infusionen verabreichen. Essen war natürlich in dieser Zeit extrem schwierig. Der Appetit war die ganze Zeit über da aber wenn man weiss, dass man davon wieder Krämpfe und Durchfall bekommt, überlegt man es sich zweimal ob man etwas essen soll oder nicht. Die Hitze der vergangenen Wochen hat mir auch nochmal zugesetzt. Gewichtsmässig wie auch bezüglich Kraft und Muskelmasse sieht es düster aus. Seit Mai bin ich fast nur noch bettlägerig. Kurz Strecken schaff ich noch auf meinen Beinen alles andere (meist nur der 'Besuch' im Spital) geht nur noch mit Rollstuhl.- Nichtsdestotrotz habe ich mir einige 'Auszeiten erkämpft': Ich konnte zweimal einige Tage am Bodensee geniessen, ich war im Kino und ein paar mal auswärts essen.

Inzwischen habe ich schon 5 Vidaza-Zyklen hinter mir. Es ist nicht ausgeschlossen, dass meine Probleme von der Vidaza-Therpaie herrühren. Das Positive ist, dass ich gut auf das Medikament anzusprechen scheine, wie die entsprechenden Untersuchungen zeigen.

Ich hoffe jetzt ganz fest, dass sich mein Magen/Darm weiterhin beruhigt und ich in den nächsten Tagen und Wochen wieder ruhiger Zeiten erleben darf. Dann heisst es, essen um Gewicht zuzulegen und (wieder einmal) trainieren, trainieren, trainieren.

Soweit das Neuste von meiner Seite.

27.09.2012: Meine Hoffnungen bezüglich Magen-Darmproblemen haben sich erfüllt. Endlich, endlich scheint sich mein 'Bauch' wieder daran zu erinnern, was er zu tun hat. Die Magenkrämpfe sind weniger geworden und auch der Durchfall hört langsam auf.

Leider ist eine zusätzliche, unerwartete 'Baustelle' dazugekommen: Vor 2 1/2 Wochen bin ich am morgen früh in meinem Zimmer gestürzt und habe mir den Oberschenkelhals am rechten Bein gebrochen. Der Bruch wurde mit 3 Schrauben fixiert. Jetzt bin noch mehr handicapiert. Die nächsten vier Wochen darf ich das Bein lediglich mit 15 Kilo max. belasten. - Seit Freitag bin ich wieder zu Hause und versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Wir haben eine höhenverstellbare Gehhilfe (Eulenburg) organisiert, damit kurve ich jetzt durchs Haus. - Die Kontrollen sind bis jetzt positiv verlaufen. Jetzt heisst es abwarten ob und wie der Bruch heilt.

Was die Leukämie anbelangt, ist die Situation weiterhin stabil.

Und ich kann auch wieder mehr essen ohne dass es gleich zu Problemen kommt.

Alles in allem ein ereignisreicher Monat. Trotz Pech hatte ich noch Glück im Unglück. Der Sturz hätte auch viel schlimmer enden können.

Mal sehen, was ich demnächst berichten kann.

11.10.2012: Ein starkes Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen.