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18. Mai 2015

Suppe-Löffeln ist gesund

Heiss begehrt: Suppen sind die neuen Stars im Fast Food. Zu Recht, denn sie tun Körper und Seele gut.

Alles drin: Suppen
Alles drin: Suppen liefern Vitamine und Mineralstoffe – sowie Proteine, wenn mit Fleisch oder Fisch zubereitet. (Bild StockFood)

Mein Schwiegervater, ein Bauer, besteht auf seiner Suppe vor dem Hauptgericht. Ohne sie, sagt er, habe er nicht richtig gegessen und werde nicht satt. Verstanden hat ihn wohl niemand so richtig – bis jetzt. Denn heute erlebt die einstige Arme-Leute-Speise ein Revival. Spitzenköche beschäftigen sich mit ihr, und auch die Trendgastronomie hat sie neu entdeckt. In Amerika, England, aber auch in Europa schiessen Suppenbars wie Pilze aus dem Boden. Vom Alltagsstress müde Leute strömen in die «Soup bars» und treten frisch gestärkt zurück auf die Strasse.

Die flüssigen Glücklichmacher sind mit frischem oder tiefgekühltem Gemüse auch zu Hause rasch zubereitet. Die Suppen von Anna's Best im Becherformat lassen sich in Sekundenschnelle in der Mikrowelle aufwärmen und eignen sich optimal als Büromahlzeit. Auch die Beutelsuppen werden von den Schweizern heiss geliebt: Letztes Jahr wurden über 940'000 Liter Convenience-Suppe konsumiert.

Der Erfolg der Suppe hat verschiedene Gründe. Mit den richtigen Zutaten zubereitete Suppen versorgen den Körper mit allen nötigen Nährstoffen. Sie enthalten Gemüse und sind vitamin- und mineralstoffreich. Beim Kochen werden die Gemüsestücke zwar ausgelaugt, und die Mineralstoffe gehen ins Wasser über, aber dieses wird ja mitgegessen. Der Nahrungsfasergehalt ist ebenfalls hoch, trotzdem sind Suppen leicht verdaulich und meist fettarm. Mit Fleisch, Hülsenfrüchten oder Fisch zubereitet, liefern sie wertvolle Proteine.

Suppen helfen beim Abnehmen
Doch das Hauptargument für den Siegeszug der Suppe: Sie ist die Nummer 1, wenns ums Abnehmen und Schlankbleiben geht. Eine französische Studie zeigte bereits 2001, dass eine Suppe mit Gemüsestücken länger sättigt als die gleiche Menge des gekochten Gemüses mit einem Glas Wasser. Der Grund: Die gröberen Gemüsestücke dehnen den Magen mehr aus, und die mineralstoffreiche Gemüsebouillon verzögert seine Entleerung. Ist noch etwas Fleisch oder Fisch in der Suppe, hält die Sättigung noch länger an.

Eine Studie der Pennsylvania State University aus dem Jahr 2007 konnte nachweisen, dass die Studienteilnehmer nach einer Suppe als Vorspeise in der gesamten Mahlzeit rund 20 Prozent weniger Kalorien aufnahmen als ohne Suppe.
Diese macht, vorweg genossen, erst mal schnell satt. Und der Appetit hält sich beim Hauptgang im Rahmen. Mein Schwiegervater hat mal wieder recht. 

Autor: Marianne Botta