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27. Oktober 2014

«Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?»

Der Schlaf ist den meisten Menschen heilig, trotzdem gibt es Gründe, nachts aufzustehen. Das Migros-Magazin hat Menschen auf der Strasse danach gefragt und wollte wissen, wovor sie Angst haben und weshalb sie die ganze Nacht unterwegs waren.

Simone Koller (21), Studentin aus Seon AG: «Für meinen Freund würde ich auch nachts eigentlich alles
machen: Hätte er Hunger, würde ich ihm noch Spaghetti kochen.»

Martin von Wyl (33), Marketing-Fachmann aus Zug: «Für ein wichtiges Fussballspiel. Bei der EM 2012 in der Ukraine war ich in Japan und verfolgte das Final ab halb vier Uhr morgens. Für den Vier-zu-null-Sieg von Spanien über Italien hat es sich auf jeden Fall gelohnt.»

Yvonne Hunziker (51), Hausfrau und kaufmännische Angestellte aus Boniswil AG: «Als die Kinder klein waren, bin ich nachts ständig für sie aufgestanden. Jetzt sind sie Teenager, oft stehe ich rasch auf, wenn sie vom Ausgang heimkommen.»

Bernadette Häfliger (49), Kinderkrankenschwester aus Zug: «Für eine Nachtwanderung. Das macht doch Spass. Früher bin ich oft auf Hochtouren gegangen. Da muss man praktisch in der Nacht aus den Federn.»

Franz Hänggi (80), pensionierter Marine-Chefingenieur aus Aarau: «Als Ingenieur auf grossen Schiffen habe ich die ganze Welt bereist. Ich hatte jeweils vier Stunden tagsüber und vier Stunden nachts Dienst. Heute würde ich nur noch mitten in der Nacht aufstehen, wenn die Hütte brennt.»

«Wovor haben Sie nachts Angst?»

Martha Grütter (87), Pensionierte aus Zug: «Wenn ich nachts seltsame Geräusche höre, macht mir das schon etwas Angst. Aber ich weiss, dass ich jederzeit meine Nachbarn anrufen kann.»

Michèle Felber (25), Studentin und Barkeeperin aus Cham ZG: «Hie und da bin ich erst morgens auf dem Heimweg. Wenn es noch dunkel ist, kann es mal vorkommen, dass ich ein ungutes Gefühl bekomme.»

Christian Derendinger (23), Student und Strassenmusiker aus Freiburg: «Ich habe viele Ängste. Eine schlimme Vorstellung ist, dass sich mein Mitbewohner sturzbetrunken zu mir ins Bett legt und mich mit seiner Freundin verwechseln könnte. Oder dass mich im Bett plötzlich eine kalte Hand am Fuss packt.»

Barbara Gubler (30), Primarlehrerin aus Aarau: «Ich fürchte mich vor unheimlichen Geräuschen. Zu Hause erschrecke ich, wenn der Holzboden knarrt oder eine Tür quietscht. Bin ich draussen spät unterwegs und höre ich Schritte, sehe ich mich nach dunklen Gestalten um, die mich verfolgen könnten.»

Alexandra Manser (25), Studentin und Informatikerin aus Baar ZG: «Mulmig wird mir, wenn ich finsteren Gestalten begegne. Deshalb bin ich oft mit dem Hund unterwegs. Der beschützt mich.»

Autor: Yvette Hettinger, Monica Müller

Fotograf: Paolo Dutto