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07. April 2014

SRK: Roland Schreiber.

Das medizinische Können des Zürcher Arztes ist weltweit gefragt. Er ist fürs Schweizerische Rote Kreuz unterwegs.

Roland Schreiber untersucht eine Familie auf den Philippinen
Das medizinische Können des Zürcher Arztes ist weltweit gefragt. Er ist fürs Schweizerische Rote Kreuz unterwegs. (Bild: zVg.)

Roland Schreiber (55) behandelt in Krisenregionen Infektionen wie Tuberkulose oder Cholera. Fehlende Medikamente sind das Hauptproblem nach Umweltkatastrophen wie einem Erdbeben oder einem Taifun. Ein Zelt und ein Koffer, viel mehr standen Roland Schreiber und seinem Team vom Roten Kreuz bei ihrem Philippinen-Einsatz Anfang des Jahres nicht zur Verfügung. Doch mit wenigen Mitteln kann in einem Drittweltland viel erreicht werden, genau das motiviert den dreifachen Vater für solche Einsätze. «Wir in der Schweiz betreiben Luxusmedizin, vieles ist überflüssig.» Mit seiner Frau, einer Gynäkologin, leitete der Chirurg bereits ein Spital im afrikanischen Lesotho. «Wenn es einen gepackt hat, lässt es einen nicht mehr los.» Der Familie zuliebe legte Roland Schreiber seine Einsätze im Ausland einige Jahre auf Eis. Vor drei Jahren traf er bei einem Nachtessen einen Rotkreuz-Mitarbeiter und wusste: Die Zeit ist wieder reif. Bei seinem letzten Einsatz auf den Philippinen schätzte Roland Schreiber besonders den Optimismus der Einheimischen. Selten habe er so fröhliche Leute getroffen, die anpacken wollen. «Umso mehr war ich bei meiner Rückkehr schockiert über die Unzufriedenheit der Schweizer.»

Autor: Andrea Freiermuth, Silja Kornacher