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04. Juni 2012

«Sprücheklopfer beim Fussball mag ich nicht»

Kulttrainer Gilbert Gress hat mit dem Startschuss zur Euro 2012 wieder seine grossen Auftritte im Fernsehen. Trotzdem gibt er sich bescheiden und betätigt sich karitativ: Dieses Jahr findet erstmals ein Behindertenfussballturnier unter seinem Namen statt.

MEINE SUCHT «Wenn Spanien oder der FC Barcelona spielt, kann ich nicht anders, als deren Partien am Fernsehen zu verfolgen. Barcelona spielt den besten, intelligentesten Fussball, den ich je gesehen habe – technisch auf höchstem Niveau. Trotzdem tritt das Team in der Öffentlichkeit bescheiden auf.»
Gilbert Gress
Gilbert Gress

Name: Gilbert Gress (70)

Wohnort: Saint-Blaise NE und Strassburg (F)

Wieso leben Sie in Saint-Blaise?

Als ich 1975 zu Neuenburg Xamax kam, befand sich die erste Wohnung in Saint-Blaise. Anfangs wohnten und trainierten auch die Spieler dort. Der Ort bietet einen schönen Blick auf den See.

Beruf und Lebenslauf:

Ich wurde 500 Meter vom Fussballstadion in Strassburg geboren. 17 Jahre lang war ich Stürmer und Mittelfeldspieler. In Neuenburg lancierte ich 1975 meine Karriere als Fussballlehrer. Ich coachte Mannschaften in Frankreich, Belgien, Österreich und in der Schweiz, wo ich mit Xamax 1987 und 1988 zweimal Meister wurde. Seit der Fussball-WM 2006 analysiere ich im Schweizer Fernsehen Fussballspiele.

Mein Ziel:

Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben. Für alles andere findet sich eine Lösung. Ich bin glücklich, wie ich lebe.

Mein Motto:

Wer als Spieler nicht alles gegeben hat, hat nichts gegeben.

MEIN VORBILD «Mich fasziniert die Persönlichkeit von General de Gaulle. Er hat alles getan für Frankreich und nicht nur für sich. Als Soldat war ich 1962 zweimal viereinhalb Monate in Algerien.» (Bild: Keystone/Roger Viollet)
MEIN VORBILD «Mich fasziniert die Persönlichkeit von General de Gaulle. Er hat alles getan für Frankreich und nicht nur für sich. Als Soldat war ich 1962 zweimal viereinhalb Monate in Algerien.» (Bild: Keystone/Roger Viollet)

Mein Vorbild:

Mich fasziniert die Persönlichkeit von General de Gaulle. Er hat alles getan für Frankreich und nicht nur für sich. Als Soldat war ich 1962 zweimal viereinhalb Monate in Algerien.

Was ich mag:

Familie, Fussball, Fernsehen und das Fernsehstudio. Seit 1998 coache ich eine Fussballmannschaft mit Behinderten in Strengelbach AG. Das erfüllt mich. Am 8. September findet dort das erste Turnier unter meinem Namen statt.

Was ich nicht mag:

Viele Dinge, etwa Inkompetenz und Sprücheklopfer im Fussball.

Was ich an mir nicht mag:

Meine Ungeduld.

MEIN LIEBLINGSRESTAURANT «Michel Di Trapani, den Patron des Café des Amis in Neuenburg, kenne ich seit 1983. Dank dem Menü 29 musste er nicht Konkurs anmelden … (lacht). Es ist die Pizza Gilbert Gress mit Schinken, Tomaten, Champignon und Mozzarella. Wenn man in ein Restaurant geht, will man auch den Chef sehen. Das ist hier der Fall.»
MEIN LIEBLINGSRESTAURANT «Michel Di Trapani, den Patron des Café des Amis in Neuenburg, kenne ich seit 1983. Dank dem Menü 29 musste er nicht Konkurs anmelden … (lacht). Es ist die Pizza Gilbert Gress mit Schinken, Tomaten, Champignon und Mozzarella. Wenn man in ein Restaurant geht, will man auch den Chef sehen. Das ist hier der Fall.»

Mein Lieblingsrestaurant:

Michel Di Trapani, den Patron des Café des Amis in Neuenburg, kenne ich seit 1983. Dank dem Menü 29 musste er nicht Konkurs anmelden … (lacht). Es ist die Pizza Gilbert Gress mit Schinken, Tomaten, Champignon und Mozzarella. Wenn man in ein Restaurant geht, will man auch den Chef sehen. Das ist hier der Fall.

Meine Lieblingsmusik:

Französische Chansons und besonders der Titel «Mon vieux» von Daniel Guichard, der seinen Vater besingt.

Mein bester Entscheid:

Meine Frau zu heiraten.

Mein peinlichster Moment:

Als Spieler und Trainer habe ich viele erlebt. Ich habe auch falsche Entscheide getroffen.

MEIN PRODUKT «Morgens esse ich eine Kiwi, Äpfel zwischendurch, und Grapefruits gab es immer vor dem Spiel mit meinen Mannschaften.»
MEIN LIEBLINGSPRODUKT «Morgens esse ich eine Kiwi, Äpfel zwischendurch, und Grapefruits gab es immer vor dem Spiel mit meinen Mannschaften.»

Mein Lieblingsprodukt

Morgens esse ich eine Kiwi, Äpfel zwischendurch, und Grapefruits gab es immer vor dem Spiel mit meinen Mannschaften.

Abwechselnd mit Alain Sutter ist Gilbert Gress als Experte auf SF zwei zu sehen. www.euro2012.sf.tv

Autor: Reto Wild

Fotograf: Severin Novacki