Archiv
30. November 2011

Sport statt Zigis

Jugendliche Raucherinnen und Raucher, die sportlich aktiv sind, haben eine bessere Chance, ihre Sucht zu besiegen. Das beweist eine neue Studie.

Sport statt Zigis (Bild: Fotolia).
Bewegung nimmt die Lust auf Nikotin (Bild: Fotolia).

Laufen statt qualmen, so könnte kurz gefasst die Raucherentwöhnung bei Jugendlichen in der Zukunft aussehen. Das zeigt eine aktuelle Studie der amerikanischen Universität von West Virginia. 233 Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, die sich die Qualmerei abgewöhnen wollten, nahmen daran teil. Aufgeteilt in drei Gruppen erhielt eine Gruppe lediglich gute Ratschläge, eine weitere ein zehnwöchiges Coaching und die Dritte zusätzlich ein Angebot für Fitnesstraining. Das Resultat: Aus derjenigen Gruppe, die zusätzlich ein Fitnessangebot nutzen konnte, gingen deutlich mehr Nichtraucher hervor als aus den beiden anderen Gruppen.

Vor allem männliche Jugendliche sollten in Raucherentwöhnungsprogrammen zu mehr körperlicher Aktivität angehalten werden, so die Autoren der Studie. Für Sandra Lehmann, Projektleiterin Prävention bei der Lungenliga Schweiz, ist das Resultat nicht überraschend: «Studien zeigten schon mehrfach, dass Bewegung und Sport den Rauchstopp unterstützen.» Daher empfehlen Broschüren und Angebote zum Rauchstopp zukünftigen Nichtrauchern, körperlich aktiv zu sein. «Auch um eine Gewichtszunahme während des Rauchstopps zu verhindern», sagt Sandra Lehmann.

Präventionskampagnen drücken Raucherzahlen nach unten

Ein eigentliches «Rauchfrei mit Sport»-Programm für Jugendliche gibt es aber noch nicht. Dennoch scheinen die Präventionskampagnen der letzten Jahrzehnte zu fruchten: Während vor zehn Jahren noch jeder Dritte rauchte, ist heute nur noch ein Viertel der Bevölkerung abhängig vom blauen Dunst. Bei den Jugendlichen sieht die Entwicklung ähnlich aus.

Autor: Thomas Vogel