Archiv
11. November 2013

Spielerisch zur Mitarbeit ermuntern

Früh starten, loben, zu viel Routine meiden oder Wettrennen veranstalten: So motivieren Sie Ihr Kind, im Haushalt mitzuhelfen und gewisse Aufgaben zu übernehmen.

Zimmer staubsaugen
Ein mögliches Ämtchen: Sein Zimmer staubsaugen. (Bild Getty Images)

Die Reaktionen von Kindern, die zuerst mit kleinen Aufgaben, ab Schulalter auch mit mehreren Ämtchem wie dem Staubsaugen im eigenen Zimmer (Bild Getty Images) etwas im Haushalt mithelfen sollen, unterscheidet sich wie Tag und Nacht. Die einen machen gerne mit, auch ohne jegliche Belohnung, die andern sträuben sich häufig oder generell. migrosmagazin.ch verrät ein paar (sich zum Teil widersprechende) Ratschläge, wie einige Kinder zur Übernahme von Arbeiten bewegt werden könnten. Wichtig, dass selbst auf spielerischem Niveau nicht alles über Belohnungen läuft. Denn die fallen irgendwann (spätestens im eigenen Haushalt) weg, die Hausarbeit jedoch ... bleibt.

ACHT TIPPS

Früh anfangen: Will ein zwei- bis dreijähriges Kind beim Putzen helfen, gibt man ihm eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche und einen Lappen.

Die Küche ist ein ideales Lernfeld: Die Aufgaben können je nach Alter im Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Klar, dass dabei die Kleinen bis zu einem bestimmten Alter nicht allein gelassen werden können.

Den starren «Ämtliplan» aufheben: Mit den Aufgaben abwechseln, um beliebtere oder unbeliebte Ämtchen würfeln oder Lose ziehen. Das Spielerische motiviert.

Ganz auf Ämterverteilung im Voraus verzichten: Bei einigen Kindern kommt es besser an, einfach dann Mithilfe einzufordern, wenn (wirklich!) Arbeit anfällt. Wer sein Kind spontan bittet, wird oft positiv überrascht. Zudem erkennt der Nachwuchs so das Mühsame ... und das Lebendige im Haushalt früher.

Bei wiederholter Verweigerung: Versuchen, spielerisch zur Mitarbeit zu ermuntern. Zum Beispiel gibts bei jedem Mal einen neuen Stein in ein Glas. Ist das Glas voll, wird das Kind belohnt – mit extra Spielzeit, einer Geschichte oder seinem Lieblingsdessert.

Problemfeld Zimmer aufräumen: Da hilft es häufig, ein Wettrennen zu machen: Wer ist denn nun schneller?

Loben tut dem Kind gut und motiviert: Etwa das Bekenntnis «Du hast mir sehr geholfen. Danke.» Bestenfalls stimmt es auch mindestens teilweise, und der Dank kommt glaubhauft rüber. Kinder durchschauen Theaterspiel oft schneller als vermutet.

Dem Kind etwas zutrauen: Lassen sie es mitmachen und ausprobieren. Väter trauen den Kindern in der Regel mehr zu, die Mütter sind oft vorsichtiger – ganz einfach, weil sie den Mehraufwand scheuen, der hinter mässig erledigten Aufgaben lauert. In den meisten Familien leisten schliesslich noch immer Frauen den Hauptteil oder die ganze Hausarbeit.

Buchtipp: Sarah Zanoni, Silvia Berri: Kreativ erziehen, Kinder gezielt fördern und stärken, 2012.

Autor: Claudia Langenegger