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18. Januar 2016

Ein Spiel, das Generationen verbindet

Das neue Spiel Frechmax vereint Jung und Alt – vor dem Bildschirm und in der Natur. Für Abwechslung sorgen Rechen- und Wissensfragen sowie körperliche Aktivitäten.

Frechmax: Das Generationenspiel funktioniert online wie offline.
Frechmax: Das Generationenspiel funktioniert online wie offline.

Kinder und Jugendliche verbringen zu viel Zeit am Handy. Dieser oft gehörte Vorwurf ist so alt wie falsch. Schliesslich vermittelt der altersgerechte Umgang mit Computern, Smartphones und ­Tablets auch wichtige Kompetenzen – je nachdem sind die Kinder den Erwachsenen in Sachen Bedienung sogar einen Schritt voraus und können ihr Wissen an sie weitergeben.

Hier setzt das Spiel Frechmax an. In der Praxis funktioniert das so: Höchstens zwei Erwachsene und drei Kinder setzen sich zusammen vors iPad oder iPhone – andere Plattformen wie Android oder Windows ­unterstützen das Spiel nicht – und starten die App: Frechmax zeigt einen Bauernhof mit sieben tierischen Bewohnern, und immer wenn einer von ihnen angetippt wird, beginnt eine neue Aufgabe. Leider besteht diese oft nur darin, ein Puzzle zu lösen – mehr Abwechslung wäre wünschenswert. Die App an sich ­funktioniert aber einwandfrei und lässt sich intuitiv steuern.

So kommt Bewegung rein

Schon nach kurzer Zeit schickt ­ die App alle Mitspieler raus ins Freie – am Handy oder Tablet geht es erst weiter, wenn die Spieler ein sogenanntes Aktivspiel absolviert haben. Dafür müssen sie die mitgelieferten Matten und Spielsäckchen in einer bestimmten Formation auslegen, um sie, etwa in einer Art Parcours, abzulaufen.

Bei der Vorbereitung der einzelnen Aufgaben hilft die Spielanleitung. Es bedarf zwar eines vergleichsweise hohen Leseaufwands, aber immerhin sind alle notwendigen Schritte verständlich erklärt. Leider gilt das nur für vier Aktivspiele. Wer Alternativen wünscht, muss eigene austüfteln.

Der Fantasie sind aber praktisch keine Grenzen gesetzt. Es fehlt lediglich die Möglichkeit, eigene Ideen mit anderen Spielern zu teilen. Die Option etwa, Spielsituationen abzufotografieren und diese via App zur Verfügung zu stellen, hätte genügt.

Für Variation im Spiel sorgen Aufgabenkarten mit Rechen- und Wissensfragen. Daneben soll das Spiel aber auch anregen, sich im Freien zu bewegen, und es soll die Kommunikation zwischen Alt und Jung fördern. «Spielen ist für Grosseltern und Enkel die beste Art, einander näherzukommen», sagt der Kinderarzt und Buchautor Remo Largo (72).

Frechmax baut also mehrere Brücken: zwischen analoger und digitaler Welt, zwischen den Generationen, zwischen körper­licher und mentaler Aktivität. Schade nur, dass manchmal die überraschenden Elemente fehlen – besonders bei der App.

Autor: Reto Vogt

Illustrationen: Supertotto 2Agenten