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14. April 2014

Spassbremse

Reto Vogt schreibt wöchentlich über die digitale Welt.
Gestresste Autofahrer sind gefährlich. Ein intelligentes Bordsystem hilft beim Entspannen (Bild: Getty Images).

Gestresst, müde, hässig oder gar alkoholisiert: Es gibt viele Zustände, in denen das Auto besser stehen bleibt. Trotzdem gibt es Momente, in denen der Zündschlüssel plötzlich doch im Schloss steckt und sich wie von selbst dreht. Damit das nicht mehr passiert, arbeiten Forscher der Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) im Auftrag des französischen Autobauers «PSA Peugeot Citroën» an einer Technologie, die Gesichtszüge des Fahrers erkennt, diese analysiert und daraus ihre Schlüsse zieht. Sieben verschiedene Emotionen unterscheidet das System laut der EPFL: Angst, Wut, Trauer, Ekel, Überraschung und Argwohn. Je nachdem urteilt das Auto «Nicht fahrtüchtig!» und verweigert die Fahrt.

Die hinter dem Steuer platzierte Infrarotkamera liest nicht nur Gesichtsausdrücke, sondern auch wie abgelenkt und müde die Fahrerin oder der Fahrer ist. Das funktionert, indem das Gerät misst, zu wieviel Prozent die Augenlider geschlossen sind. Zudem testen die Forscher, ob die Kamera Lippen lesen kann, um beispielsweise Sprachsteuerung anzubieten. Erkennt das System bei Tempo 120 auf der Autobahn Stress oder Müdigkeit, kann es in entspannenden Farben leuchten oder aufmüpfige Musik spielen.

Noch ist das Zukunftsmusik und in jedem fünften Fall funktioniert es höchst unzuverlässig. Sobald das Erkennungssystem jedoch die Marktreife erreicht, sorgt es für sicherere Strassen.

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Autor: Reto Vogt