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07. September 2015

Sparen lohnt sich noch immer

Das Sparkonto lohnt sich nicht mehr. Diese Aussage hört man derzeit sehr häufig. Doch stimmt das tatsächlich?

Die Schweizer horten Bargeld wie noch nie. Ganz nach dem Motto «Cash … What else?». Gigantische 710 Milliarden Franken halten sie gemäss Nationalbank in Form von Barem sowie auf Sparkonten. Pro Kopf der Bevölkerung ergibt das im Schnitt knapp 90 000 Franken.

Zudem wächst dieser Bestand jedes Jahr um 35 Milliarden Franken (pro Kopf um gut 4000 Franken). Gleichzeitig halten sich Herr und Frau Schweizer mit dem Kauf von Aktien noch immer stark zurück. Doch wie vernünftig handeln die Leute, wenn sie ihre Ersparnisse trotz der rekordtiefen Zinsen einfach auf dem Konto lassen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Entwicklung der Lebenshaltungskosten heranziehen. Denn Sparen bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Konsum von heute auf einen späteren Zeitpunkt aufgeschoben wird. Folglich sollte der Zins mindestens so hoch sein wie die Inflation, damit Sie als Sparer nicht an Kaufkraft verlieren.

Diese Bedingung war in den letzten vier Jahrzehnten praktisch immer erfüllt, wie die Grafik verdeutlicht. Diese zeigt den Zinssatz auf dem Anlagesparkonto der Migros Bank im Vergleich zum Landesindex der Konsumentenpreise. Einzig von 1979 bis 1983 mussten die Sparer einen realen Wertverlust hinnehmen.

Wie Sie der Grafik weiter entnehmen können, war das Sparkonto von 1994 bis 2000 besonders einträglich, als der Zins stets mindestens zwei Prozent über der Inflationsrate lag. Und heute? Aktuell zahlt das Anlagesparkonto 0,25 Prozent Zins, während die Jahresteuerung –1 Prozent beträgt. Vorderhand bleibt die Kaufkraft der Sparer also erhalten.

Allerdings dürfte die Inflation gemäss Prognose der Nationalbank per Ende 2016 wieder über die Nullmarke steigen. Und ob die Notenbank den Leitzins von derzeit –0,75 Prozent bis dahin ebenfalls anhebt, ist zu bezweifeln. Die anhaltende Stärke des Frankens spricht gegen höhere Zinsen.

Für Ihre Ersparnisse heisst das: Das reale Guthaben auf dem Konto wächst zwar immer noch mit über 1 Prozent. Längerfristig aber sollten Sie daneben weitere Anlageformen berücksichtigen, um sich gegen steigende Inflationsraten abzusichern. Hilfreiche Tipps dazu habe ich im Internet unter Blog.migrosbank.ch für Sie zusammengestellt.

Autor: Albert Steck