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12. November 2012

Sorgen um den Nachwuchs

Obwohl eine Glatze heute salonfähig ist, leiden viele, wenn ihr Haar schütter wird. Tipps und Tricks, was man dagegen tun kann.

Glatze
Unter Haarausfall leiden viele Menschen. (Bild: Getty Images)

Schönes, volles Haar steht für Gesundheit, Vitalität und Attraktivität. Auch wenn nicht gegen jedes Haarproblem ein Kraut gewachsen ist, gibt es doch Mittel und Wege, zu kurzen, zu dünnen oder gar fehlenden Kopfschmuck zu ergänzen. Die Ursachen für Haarausfall oder Wachstumsstörungen bei Haaren sind vielfältig: Einen Einfluss haben erbliche Faktoren, lang andauernde Stresssituationen, Wechseljahre, Krankheiten wie Krebs oder eine Schilddrüsenunterfunktion, Hormonpräparate. Auch Medikamente wie Antibiotika oder Cortison können bei manchen Patienten Haarprobleme verursachen. Starker und grossflächiger Haarausfall muss durch einen medizinischen Spezialisten abgeklärt werden. Gegen dünner werdendes, mattes oder formloses Haar gibt es jedoch einige Tipps und Tricks.

In der Naturmedizin werden insbesondere diffuser Haarverlust und dünner werdendes Haar aus ganzheitlicher Sicht behandelt. Nebst Methoden zur Stressbewältigung ordnet man dabei je nach Patient Entgiftungsmassnahmen und eine Ernährungsumstellung an, die viel basische Kost und wenig säurehaltige Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Zucker und Backwaren enthält. Denn bei einem übersäuerten Körper entsteht ein Mineralstoffdefizit, und dabei werden auch den Haarwurzeln wichtige Mineralien entzogen. Mit basischen Lebensmitteln lässt sich dieses Defizit neutralisieren. Insbesondere das basische Getreide Hirse versorgt die Haarwurzeln unter anderem mit Eisen und dem Spurenelement Kieselsäure (Silizium).

Eisenmangel ist vor allem bei Frauen eine häufige Ursache für diffusen Haarausfall. Hervorragende Eisenlieferanten sind Sesam, Hafer, Sonnenblumenkerne oder Blattgemüse wie Brennnessel, Petersilie und Spinat. Da Vitamin C die Aufnahme von Eisen begünstigt, sollte man eisenhaltige Nahrungsmittel immer zusammen mit Vitamin-C-haltigem Obst oder Gemüse zu sich nehmen. Weitere wichtige Stoffe für gesundes Haarwachstum sind Zink, Kupfer, Selen, Vitamin A und E.

Zwiebelsaft ‒ oder doch lieber Extensions?

Etwas gewöhnungsbedürftig, aber angeblich sehr wirksam ist es, die Kopfhaut mit dem Saft der Zwiebel einzureiben. Der in der Zwiebel enthaltene Schwefel wirkt positiv auf Haar und Haarboden ein. Wer mit dem etwas beissenden Geruch auf dem Haupt nicht unter die Leute gehen will, dem sei der Saft der Brennnessel oder der Birke empfohlen. Es gibt kaum ein Haarwasser im Handel, das nicht Bestandteile dieser Pflanzen enthält. Sie vitalisieren die Kopfhaut und regen das Haarwachstum an. Eine weitere Medizinalpflanze mit haarwuchsfördernden Eigenschaften ist die Klettenwurzel. Deren Saft oder im Handel erhältliches Klettenwurzelöl soll täglich auf die Kopfhaut einmassiert werden. Wobei ein Teil der Wirkung sicherlich auf die dank der Massage besser durchblutete Kopfhaut zurückzuführen ist.

Wer nichts von Vitaminen, Mineralien, gesundem Essen und regelmässig applizierten Tinkturen hält, kann sich eigene Haare auf die kahlen Stellen verpflanzen lassen. Eine weniger blutige und kostengünstigere Variante ist es, die eigenen Haare mit Fremdhaar verlängern oder verdichten zu lassen. Nebst Haarteilen, die man ins eigene Haar klicken oder stecken kann, sind derzeit die sogenannten Extensions beliebt. Hierbei werden einzelne Haarsträhnen mit dem eigenen Haar verknüpft, verschweisst oder mittels kleiner Metallhülsen befestigt.

Haarkünstler bieten auch Fremdhaar an, das vor dem Einflechten in vielen Einzelsträhnen auf ein dünnes Band genäht wurde. Extensions sind zwar auch nicht billig, doch die eingearbeiteten Haare lassen sich in den mehrfach verwenden. Allerdings eignet sich diese Methode der Haarverdichtung nicht für Leute mit extrem ausgedünntem Haar.

Autor: Isabella Fischer