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13. Juli 2015

Sommerferientipp: Saas-Fee

Wer vor der Hitze des Schweizer Mittellands flüchten möchte, findet jetzt in der «freien Ferienrepublik» Saas-Fee VS Abkühlung und viele kostenlose Bergbahnen.

Saas-Fee
Saas-Fee am Fuss des Allalinhorns und des Doms ist noch immer ein Geheimtipp.

Die Zahlen erstaunen: Laut Damian Constantin , Direktor von Valais/Wallis Promotion, waren acht Prozent der Schweizer noch nie im Wallis, 41 Prozent besuchten den Kanton in den letzten drei Jahren nur einmal. Und wenn das Wallis Ziel ist, biegen viele Gäste in Stalden oberhalb von Visp rechts nach Zermatt ab.

Wählt man die Abzweigung links, fährt man ins Saasertal. 13 Viertausender umrahmen das autofreie Walliser Gletscherdorf Saas-Fee, das gemütlich und weniger mondän als Zermatt ist. Die Höhenlage auf gut 1800 Meter über Meer am Fuss des 4545 Meter hohen Doms sorgt dafür, dass das Thermometer selbst in diesem sonnigen Hochsommer tagsüber nie mehr als 25 Grad anzeigt. Und die Nächte kühlen auf gegen 10 Grad ab - ideal zum Wandern oder Biken.

Im einstigen Bergbauerndorf, auch «Perle der Alpen» genannt, wird Mitte Juli auf dem Feegletscher die Skisaison eröffnet. Die unterirdische Standseilbahn Metro Alpin führt bis auf das 3500 Meter hohe Mittelallalin mit seinem Ganzjahres-Gletscherskigebiet und 20 Kilometern Pisten, wo viele Skinationalmannschaften trainieren.

Die Aussicht von Hohsaas oberhalb von Saas-Grund ist beeindruckend.

Wer in der «freien Ferienrepublik» übernachtet – so vermarktet sich Saas-Fee – erhält den Bürgerpass. Dank ihm sind zahlreiche Bergbahnen kostenlos. Zu den Höhepunkten gehören etwa die Luftseilbahn bis zur 3000 Meter hohen Station Felskinn, wo man auf die Metro Alpin umsteigt und nach Mittelallalin hochfährt. Diese ist die einzige Bahn, die für die Besitzer des Bürgerpasses nicht gratis ist: Mit dem Halbpreis-Abo kostet sie 36 Franken. Auch Nicht-Skifahrer sind begeistert vom Ausblick auf mehrere 4000er mit dem dominanten Allalinhorn. Und auf Mittelallalin befindet sich die mit 5000 Kubikmetern grösste Eisgrotte der Welt.

Ein weiterer Tipp: Mit dem Postauto in rund zehn Minuten von Saas-Fee nach Saas-Grund reisen (kostenlos für Bürgerpassbesitzer) und von dort mit Gondeln zum Kreuzboden hochfahren. Wagemutige rollen mit einem Riesen-Trottinett herunter, Naturliebhaber geniessen die Alpenblumenpromenade. Und von Kreuzboden führt eine Gondelbahn weiter nach Hohsaas, 3200 Meter über Meer. Auch von dort öffnet sich ein beeindruckendes Bergpanorama am Fuss des 4027 Meter hohen Weissmies. Das dortige Bergrestaurant Hohsaas ist sehr zu empfehlen.

Am 10. Mai 2015 wurde zudem ein hochalpiner Pilgerweg zwischen Italien und der Schweiz eröffnet. Zwischen Domodossola und Saas-Fee lassen sich 60 Kilometer in fünf Etappen mit einem Höhenunterschied von 3300 Meter erwandern. Der kürzeste Abschnitt führt von Saas-Almagell über den Kappellenweg nach Saas-Fee und dauert rund 90 Minuten.

Ferienart Resort & Spa in Saas-Fee.
71 Zimmer und fünf Sterne: Das Ferienart Resort & Spa in Saas-Fee.

Zum Übernachten in Saas-Fee bietet sich das Ferienart Resort & Spa an, das der Urner Josef Planzer zusammen mit seiner Stuttgarter Frau Stefanie Gärtner führt. Es liegt im Herzen des Dorfs und eignet sich als Ausgangspunkt. Unter der Woche gibt es im Fünf-Sterne-Hotel Zimmer ab 100 Franken pro Person inklusive Frühstücksbuffet (Zuschlag Halbpension 65 Franken) und einem gut 1200 Quadratmeter grossen Spa mit Saunen, Dampfbad, Whirlpool und Fitnesscenter. «Über 50 Prozent unserer Gäste stammen aus der Schweiz», sagt Planzer über sein Haus mit seinen 71 Zimmern.
Diesen Sommer können seine Gäste zwischen der Pizzeria Del Ponte (mit einem Pizzabäcker aus dem Centovalli) und dem Ferienart-Gourmetrestaurant «Cäsar Ritz» auswählen, wo die Halbpensionsgäste einen Fünfgänger geniessen. A la carte ist auch möglich. Auf der umfangreichen Weinkarte gibt es diverse Spezialitäten aus dem Wallis. Empfehlung: die Cuvée Madame Rosmarie Mathier blanc zum Apéro oder zur Vorspeise, danach den Cornalin, ebenfalls von Adrian Mathier aus Salgesch. «Einmal pro Woche gibt es ein Dessertbuffet, einen Walliser Abend und im Winter in unserem Art Stübli ein Raclette oder ein Fondue Chinoise», informiert der Hoteldirektor weiter.

Und er hat einen speziellen Ratschlag bereit: Am Sonntag, 6. September, findet in Saas-Fee die «nostalgische Genussmeile» statt. Über 30 Menüs und Weine locken, die man mit dem Genusspass (5 Bons à 10 Franken) kauft. Das passt zu einer freien Ferienrepublik!

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild