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19. Januar 2015

Social Neidia

Vordergründig machen die wichtigsten sozialen Netzwerke auf eitel Sonnenschein und Händchenhalten. In Tat und Wahrheit missgönnen Sie sich aber jeden einzelnen User.

Brüder m Geiste Facebook, Twitter und YouTube
Vordergründig machen die wichtigsten sozialen Netzwerke auf eitel Sonnenschein und Händchenhalten. In Tat und Wahrheit missgönnen Sie sich aber jeden einzelnen User.

Das Internet bewegt sich. Und ist laut! Ohne Videos geht gar nichts mehr.

Zu dieser Erkenntnis kommt man spätestens, wenn ein ursprünglich auf Textnachrichten basierender Dienst auch noch das Gefühl hat, einen Upload für Bewegtbilder einführen zu müssen.

Ein kurzer Blick zurück: Twitter wurde im Jahr 2006 gegründet und erlaubte zunächst nur, 140 Buchstaben einzutippen.

Fünf Jahre später ermöglichte der Dienst, Bilder direkt hochzuladen. Schon damals war die Twittergemeinde hin und her gerissen: Ist das wirklich nötig? Das lenkt doch nur vom Wesentlichen ab.

Der Ärger wuchs, als Twitter später eine Vorschau geposteter Fotos anzeigte und sein Layout veränderte. Und jetzt kommt auch noch die Speichermöglichkeit für Videos hinzu …

Muss das wirklich sein, frage ich mich? Warum wollen sich die grossen Plattformen im Netz immer ähnlicher werden, statt sich auf ihre Kernkompetenzen zu fokussieren und ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten?

Die Antwort ist schnell gefunden: wirtschaftliche Gründe. Keine Plattform gönnt der anderen ihre User, sondern will alle bei sich vereinen.

In einer perfekten Welt würde sich YouTube auf Videos konzentrieren, Facebook auf Freunde und Twitter auf Nachrichten. Die Nutzer würden sich die Netzwerke aussuchen, die ihren Zwecken am besten dienen, und die anderen ignorieren.

In dieser Welt ist es aber so, dass alle Social-Media-Kanäle alles bieten – nur leider nichts richtig.

Diskutieren Sie mit: Welches ist Ihr liebstes soziales Netzwerk?

Autor: Reto Vogt