Archiv
12. August 2013

Heiss auf Facebook

Facebook wird mehr genutzt denn je: Auch bei den Jungen wächst das soziale Netzwerk munter weiter. Aber die Nutzer sind vorsichtiger geworden.

Finger mit aufgemalten Gesichtern und"Like"-Sprechblasen
«Gefällt mir»: Aller Unkenrufe zum Trotz ist Facebook bei Jugendlichen nach wie vor sehr beliebt. (Bild: Simon Kolton)

Der Zenit sei überschritten, wird seit Längerem orakelt. Vor allem die Jungen würden Facebook den Rücken kehren. Das Gegenteil ist der Fall: Bei 69 Prozent der 14- bis 25-Jährigen und der Studenten bis 30 Jahre ist das soziale Netzwerk 2013 die am häufigsten besuchte Webseite; im vergangenen Jahr waren es noch 67 Prozent. Das zeigt die neuste Studie der Zürcher Agentur Jim & Jim.

Die jungen Nutzer wünschen sich mehr News via Facebook

Die jungen Schweizerinnen und Schweizer halten Facebook allerdings nicht blindlings die Treue. «Fast drei Viertel der Nutzer haben mit dem Gedanken gespielt, sich bei Facebook abzumelden», sagt Fabio Emch (31), Geschäftsführender Partner bei Jim & Jim. Die vier Hauptgründe für das Überdenken der Mitgliedschaft: Die Befragten fühlen sich von Facebook zu stark abgelenkt, sie haben keine Lust mehr, alles offen zu teilen, finden Facebook zu belanglos oder wähnen sich in einer Abhängigkeit zum sozialen Netzwerk.Erstaunlicherweise egal ist den jungen Nutzern, dass mittlerweile längst auch ihre Eltern und Grosseltern auf Facebook unterwegs sind. «Nur gerade zwei Prozent haben Probleme damit», sagt Fabio Emch. Und genau so klein ist die Gruppe jener, die einen zu geringen Datenschutz beklagt. Das heisse aber nicht, dass Facebook-Mitglieder naiv seien. «Vielmehr ist das Bewusstsein stark gewachsen, was man auf der sozialen Plattform zeigen und sagen darf und was nicht», weiss Fabio Emch.

Die Agentur hat mit ihrer Studie aber nicht nur keinerlei Ermüdungserscheinungen gegenüber Facebook festgestellt. Im Gegenteil wollen die Nutzer sogar mehr. «Vor allem wünschen sich die Befragten via Social Media mehr allgemeine News, wie man sie bei Gratiszeitungen wie 20 Minuten findet», sagt Fabio Emch.

Autor: Daniel Schifferle